Wenn aus gedankenlosen dicken jüngeren Männern dicke ältere Männer mit OP-Erfahrung werden, ist es hohe Zeit, sich Gedanken zu machen, wie lange man an dem Zirkus hier noch teilzunehmen gedenkt und vor allem wie.

Gestandene Mannsbilder aus der Zeit von vor 20 - 30 Jahren, Vorbilder ehedem, Theken-Husaren, die soffen bis zum letzten Hauch von Mann und Ross, wie die Alte Garde vielleicht wankten, aber niemals wichen, auf jeder Festivität Nackensteaks verdrückten bis zum Platzen und dem Blutwurz zu dem Bekanntheitsgrad verhalfen, den er verdient, sind heute Wracks und dämmern als Pflegefälle dem vermutlich nahen und dann gnädigen Ende entgegen, meist aufgebläht wie fünf Wochen alte Wasserleichen mit Nasen, die an mutationsgeschädigte Erdbeeren erinnern.

Man macht sich jenseits der sechzig sowieso zunehmend Gedanken über die Organisation der Jahre, die einem vermutlich noch bleiben für aktive Urlaube und ebensolche Begleitung der Kinder und Enkel. Die Rückschau zeigt, dass man zu oft zu viel gemacht und zu wenig unterlassen hat. Der Blutdruck ist mit Chemie seit Jahren einigermaßen gebändigt, die ersten dem Alter und seinen Gebrechen geschuldeten OPs überstanden.     

Nach einem mehr als mächtigen Warnschuss in die Pulverkammer Ende letzten Jahres, der nur deshalb nicht zur finalen Explosion führte, weil man vorgesorgt und das Pulver weggeschafft hatte, habe ich versucht, gewisse Gewohnheiten zu ändern, die sehr viel mit Fett als Geschmacksträger und sehr wenig mit Nachhaltigkeit zu tun hatten. Bestimmte andere Dinge, die die Lebensführung betreffen wie beruflichen Stress kann ich nicht beeinflussen, jedenfalls nicht solange mein zweiter Vorname Attacke ist.

Wertvolle Hinweise kamen von meinem von mir außerordentlich geschätzten Hausarzt Herrn Dr. Brommer aus Oberkirch. Dinge wie Mikrobiom, Antioxidantien, Alpha-Linolensäure (ALA), ​Eicosapentaensäure (EPA), Docosahexaensäure (DHA), Glutamin und so waren bisher böhmische Dörfer für mich, scheinen aber ihre Berechtigung zu haben, in etwa wie der Spruch "an apple a day keeps the doctor away", wobei ich immer dachte, der stammte aus einer Zeit vor 200 - 300 Jahren, in denen allein die physische Anwesenheit eines Arztes das Sterblichkeitsrisiko um etwa 100% erhöhte. Nein, das gilt heute noch und nach allem was ich lese etwa bei Andreas Jopp - eine Empfehlung meines Herrn Dr. Brommer - muss man Phytonahrung zu sich nehmen, je beeriger und dunkler umso besser.

Alla, wie wir Badener sagen. Ich bin eingestiegen und berichte hier.

Stichwort ist Superfood.

Superfood sind u.a. Grüner Tee und Nüsse, in meinem Fall Paranüsse, die ich nur empfehlen kann, aber nur die ungesalzenen, ihr Schmocks.

Eindeutig abzuraten ist von diesen Omega3-Fischöl-Kapseln und seien sie noch so teuer. Wer nicht die Neigung verspürt, die gesamte Alien-Reihe nachzustellen, weil der Intestinalbereich Cha-Cha-Cha tanzt, der greife bitte zu richtigem Fisch, vor allem - fettigerem - Seefisch.

Aber: Nach einer Studie aus Belgien kann Omega3-Fettsäure sogar Tumore zerstören. Da man aber nicht jeden Tag eine Nordsee-Filiale leerfressen kann, müssen es vielleicht doch die Pillen richten, den intestinalen Zyklon nimmt man dann halt einfach hin. Aber - laut diesem Artikel scheint die positive Wirkung von Omega3-Säuren für das Herz-Kreislauf-System ziemlich unstrittig zu sein. 

An sich ist der Name Grönemeyer der Gott-sei-bei-uns für mich, aber hier ist nicht der knödelnde Gutmensch Herb gemeint, sondern - ich glaube - sein Bruder Dietrich, der die Zitrone für die Entsäuerung des Körpers empfiehlt. 

Die Rotweinpichler unter uns müssen jetzt stark sein. Eine Studie an 783 italienischen Damen und Herren, allesamt aus der Toskana, soll ergeben haben, dass Resveratrol, bisher die Eintrittskarte für lebensverlängernde Knorpelduschen, doch nicht gesundheitsfördernd sein soll. Die Reaktionen sind geteilt, Herr Li aus Mainz von meiner alma mater rät zu Resveratrol-Pillen, aber das ist ja derart frugal, dass man besser weiter Rotwein süffelt und die Folgen eben hinnimmt. Ich bezweifle übrigens den Wert der Studie. Rotwein ist der Katalysator für Yin-und-Yang-Stimmungen schlechthin und diese Stimmungen haben nach meiner unmaßgeblichen Meinungen einen außergewöhnlichen, auf jeden Fall aber bislang wohl unerforschten Effekt auf Psyche und Physis. Weiß ich aus eigener Erfahrung. 

 

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