Na, das fängt ja gut an. Ich vertrete wie Millionen Anderer auch die Meinung, dass Fußballer ihre Beine gebrauchen sollen und der Rest nicht so wichtig ist. Allerdings sollte es auch für den geistig trägeren Teil dieser Kaste eine Grenze des Geschmacks geben.

Die haben die Herren Gündogan und Özil vor kurzem überschritten, als sie sich auf Einladung mit Herrn Erdogan in London getroffen und viele schöne Fotos geknipst haben. Auf einem werden Trikots an den milde lächelnden Autokraten übergeben, auf denen u.a. stand „Mit Respekt für meinen Präsidenten“.

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Nachher versuchte man, das Ganze mit einem missglückten Lausbubenstreich zu erklären, insbesondere Ilkay Gündogan drückte brav die vorgestanzten Worthülsen ab, was ich zur Not noch gekauft hätte, gäbe es besagte Huldigungsadresse via Edding nicht.

Ich muss also befürchten, dass das notorische Schweigen der beiden Leder-Rastellis beim Abspielen der deutschen Nationalhymne Absicht, vor allem aber ein Statement war, das von gewissen Kreisen sehr wohl und sehr gut verstanden wurde.

Ferner kam der nicht von der Hand zu weisende Verdacht auf, die beiden hätten ihr Herz für Deutschland primär auf Grund der Tatsache entdeckt, dass man mit dem deutschen Nationalteam eher Titel gewinnt als mit den ebenso notorisch erfolglosen Türkenkickern, was für den eigenen Marktwert nicht eben nachteilig sein dürfte.

Wie auch immer – die Nationalelf als Galionsfigur der Integration ist verbrannt und schuld sind diese beiden Herrschaften, die Streichholz und Benzinkanister nicht nur geliefert, sondern auch gleich angezündet haben, um auf einen bekannten Liedtext zurückzugreifen.

Ich glaube, die Druckerschwärze war noch nicht trocken, als Jogi Löw bereits vermeldete, selbschdverschdändlich däten die beiden zur WM fahren.

Die Bundesbürger wiederum sind laut repräsentativen Umfragen weit überwiegend der Meinung, die beiden könnten ab sofort Urlaub nehmen. Meine Meinung.

Da es aber noch gute Menschen in diesem Land gibt, hat sich auch gleich Claudia Roth in ihrer erfrischenden Art zu Wort gemeldet, auch wenn andere Menschen der Meinung sind, sie hätte mal wieder den Schuss nicht gehört.

 

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Emre Can hatte diesen peinlichen Werbecoup zu Gunsten eines knietief in Blut watenden Autokraten übrigens gleich abgelehnt.

 

 

So, jetzt aber zu den wirklich wichtigen Themen. Haben wir nach der bekannten Popel-Esserei des Bundestrainers einen weiteren Skandal epischen Ausmaßes? Jogi Löw posierte dieser Tage vor einem Poster mit 23 Nationalspielern. Da der Kader derzeit noch 27 Spieler umfasst, vier also wieder nach Hause dürfen, spricht einiges dafür, dass Trapp, Tah, Rudy und Petersen nicht in Russland einmarschieren dürfen. Es bleibt spannend. 

 

17.5.2018

 

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