31.8.2020: Ich habe Gabor Steingarts Morningbriefing abonniert und schätze Steingart, auch wenn ich gelegentlich mit seinen Meinungen nicht konform gehe, gleichzeitig aber auch bemerke, dass Steingart zunehmend regierungskritisch argumentiert.

Heute eine gute Zusammenfassung der Corona-Demo vorgestern:

Guten Morgen Markus Hartmann,

die zunächst friedlichen Corona-Proteste sind im Schlussakkord doch noch entgleist. Wir haben Bilder gesehen, die wir nie wieder sehen wollten. Dazu fünf Anmerkungen.

Erstens: Der versuchte Sturm auf das Reichstagsgebäude und die Tatsache, dass vor dem Heiligtum des deutschen Parlamentarismus die schwarz-weiß-rote Fahne des deutschen Kaiserreichs geschwenkt wurde, muss jeden Demokraten verstören. Der Rechtsstaat wirkte wie weggetaucht. Da, wo drei tapfere Polizisten vor der Eingangspforte die Stellung hielten, hätten 300 hingehört. Den wehrhaften Staat stellt man sich anders vor.

Zweitens: Auch die Demonstranten dürfen diese Ereignisse nicht verharmlosen. Es ist ihr Rand, der da auf einmal nicht mehr bunt, sondern bräunlich schimmerte. Besser als Heribert Prantl, der kluge Kopf der „Süddeutschen Zeitung“, kann man die Verantwortung der Mitmarschierer nicht beschreiben:

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Es darf den Rechtsextremisten nicht gelingen, die Proteste, und sei es nur optisch, zu dominieren. Die Demonstranten müssen alles Erdenkliche tun, um sich von den Extremisten und Neonazis, von antisemitischen und fremdenfeindlichen Gruppen abzugrenzen. Das ist Demonstrantenpflicht. «

Drittens: Die Hässlichkeit der Fernsehbilder sollte allerdings nicht die Erkenntnis verstellen, dass hier mehrheitlich Menschen sich artikulieren, die unmittelbar und teils hart betroffen sind. Weil ihr Kulturbetrieb geschlossen bleibt. Weil ihr Einzelhandelsgeschäft nicht mehr die Umsätze erwirtschaftet, die es zur Refinanzierung von Wareneinkauf und Miete braucht. Weil sie die Milliardenhilfen für große Wirtschaftsunternehmen als ungerecht empfinden. Weil sie nicht von den Virologen des Robert Koch-Instituts und ihrer medizinischen Weltsicht regiert werden wollen, sondern von Politikern mit der Fähigkeit zum Interessenausgleich.

Viertens: Viele Journalisten wollen die Komplexität und Widersprüchlichkeit dieser neuen Protestbewegung nicht verstehen. Sie haben Neugier durch Haltung ersetzt. Der Maßstab ihrer Berichterstattung ist nicht das, was sie sehen und hören, sondern ist der Abstand der Demonstranten zu den eigenen Positionen. Wir erleben diese Verschiebung der Koordinaten jetzt schon seit einiger Zeit: Wer sich im geistigen Ideenraum eines Journalisten befindet, darf mit öffentlicher Belobigung rechnen. Wer sich außerhalb dieser selbst gezimmerten Kathedrale aufhält, dem versucht man mit den Methoden des Exorzismus beizukommen. Der Teufel ist immer der andere.

Fünftens: Wer durch die Gesichter und Fahnen hindurchsieht und damit das Offensichtliche hintergeht, erkennt im Kern vom Kern der Demonstranten-Mehrheit einen demokratischen Urtrieb; den nämlich, von den im Grundgesetz verbrieften Rechten auch tatsächlich Gebrauch zu machen. Und sei es nur, um festzustellen, ob sie noch da sind.

Fazit: Das, was wir am Wochenende erlebt haben, war in Summe nicht der Angriff auf die Demokratie, sondern ihre Inanspruchnahme. Die gute Nachricht inmitten all der schlechten: Das Buch „Der Untertan“ von Heinrich Mann könnte über die heutigen Deutschen nicht mehr geschrieben werden.

Meine Kollegen Michael Bröcker und Gordon Repinski haben sich am Samstag unter die Demonstranten in Berlin gemischt, um sich selbst ein Bild der Lage zu machen.

Zwei Stunden lang liefen beide durch die Massen und versuchten, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Manchmal gelang es, oft auch nicht. Hier zwei Stimmen vorab: 

Heike N. (Ärztin aus Mainz):

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Ich bekomme als Ärztin immer mehr mit, wie schlimm die Kollateralschäden für die Bevölkerung sind. «

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Viele junge Leute leiden unter extremen Ängsten und Panikzuständen. «

Roland M. aus Berlin:

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Der Ausnahmezustand muss aufhören. Wir müssen wieder Normalität in unser Leben zurückbekommen. Die Hysterie und Hetze, die in den Medien läuft, gegen die sogenannten Corona-Leugner, muss aufhören. Ich bin keiner. Ich glaube nur, dass die Maßnahmen vollkommen überzogen sind. Es sterben gleichzeitig in der Welt Hunderttausende Kinder an Unterernährung, und das interessiert keinen. «

Die gesamte Reportage können Sie auf ThePioneer.de lesen. Prädikat: erhellend.

 

3.9.2020: Wie zu erwarten hat der geistige Mainstream den "Sturm" auf den Reichstag genutzt, um die ganze Bewegung zu diskreditieren, und weil wir in Deutschland sind, gelingt das auch. Hier ein Link mit einer Phönix-Runde, an der auch Alexander Kissler, nunmehr NZZ, teilnahm. Interessant.

 

 

5.9.2020: "Die Zeit der Angststarre muss vorbei sein". Gabor Steingart.

Und Hendrik Streeck plädiert für die Ampel, sprich für eine Abwendung von den reinen, sehr häufig ja symptomlos verlaufenden Infektionen hin zur Zahl der Erkrankten und einem Vorwarnsystem, sollte die Kapazität des Gesundheitswesens in Gefahr sein. Das würde für die Erkenntnis aus diesem ntv-Bericht sprechen, wonach zu viel positiv Getestete harmlos sind, also auch da die Abkehr von der bisherigen Handhabung gefordert wird. 

Und hier - erstaunlich, erstaunlich - eine mehr als kritische Nabelschau zur traurigen Rolle der Pressen in Zeiten der Pandemie von Heribert Prantl.

"Zur Pressefreiheit gehört auch die Selbstreflexion. Der Journalismus wird sich daher mit solchen Studien und Analysen befassen müssen. Das gehört zur Zuverlässigkeit, das schafft Vertrauen. Der Eichstätter Journalistikprofessor Klaus Meier meint: "Zumindest Teile des Journalismus sind im anhaltenden Rausch hoher Nutzungszahlen auf dem Weg vom Früh- zum Dauerwarnsystem". Das wäre nicht so gut. Dies könnte sich für die demokratische Gesellschaft noch als sehr problematisch erweisen. Die Presse ist nicht Lautsprecher der Virologie, sondern der Demokratie."

 

6.9. 2020: Leipzig die dritte Nacht im Ausnahmezustand, aber das juste milieu arbeitet sich noch am "Sturm auf den Reichstag" durch "Coronaleugner", vulgo Nazis ab.

 

9.9.2020: Das Folgende findet sich heute noch auf einer Seite meines Heimatsenders, des SWR. Ich habe den Link genannt und vorsorglich rauskopiert, da ich mir denke, dass das demnächst verschwindet.

https://www.swrfernsehen.de/marktcheck/was-darf-ich-bei-quarantaene-tun-100.html

" ... Was passiert, wenn ein Infizierter das Haus verlässt?

Gelingt dem Infizierten dennoch die Flucht, darf die zuständige Behörde diesen im Rahmen des Verwaltungszwangs mit Gewalt wieder in Gewahrsam nehmen und in Quarantäne unterbringen. Als letzte Möglichkeit dürfte sogar von der Schusswaffe Gebrauch gemacht werden, denn die Ansteckungsgefahr für eine Vielzahl von Personen wäre so hoch, dass zur Verhinderung der weiteren Ausbreitung geboten sein kann, flüchtige Patienten unschädlich zu machen. ..."

10.9.2020: Der Gärbottich schlägt Blasen. Terrorgefahr durch Corona-Demonstranten?

 

25.9.2020: Gabor Steingart heute im Morning Briefing:

" Die Politik ist auch sieben Monate nach dem Ausbruch der Pandemie offenbar zu keiner realpolitischen Güterabwägung bereit, die medizinische, soziale, kulturelle und wirtschaftliche Folgen zueinander ins Verhältnis setzt. Das Virus wird medial vergröbert und vergrößert, wodurch alle anderen Belange des Menschen geschrumpft werden

Armageddon hat Hollywood in Richtung Berlin verlassen. Der Staat gefällt sich in der Retterpose. Und Chef-Virologe Drosten funktioniert als das, was Botho Strauß in „Lichter des Toren. Der Idiot und seine Zeit“ als „Behauptungshäuptling“ beschrieb.

Innerhalb des liberalen Bürgertums gärt es. Der Philosoph Julian Nida-Rümelin ist nicht bereit, einen zweiten Lockdown auch nur als Denkfigur zu akzeptieren."

Behauptungshäuptling! Gefällt mir.

 

1.10.2020: Nüchterne Bewertung der Zahlen durch die Landeesärztekammer Hessen.

 

4.10.2020: "Wir dürfen uns bei der Bewertung der Situation nicht allein auf die reinen Infektionszahlen beschränken. Die Zahl der positiv getesteten Menschen steigt in Deutschland und Europa zwar an, gleichzeitig sehen wir aber kaum einen Anstieg der Todeszahlen."

Hendrik Streeck

Hier legt er nach.

"... Streeck wies daraufhin, dass die Sterblichkeit von Corona-Infizierten sehr viel niedriger sei als man das im Frühjahr befürchtet hatte. „Dieses Virus ist tödlich nur für wenige. Genauso wie viele andere Viren auch,“ meinte Streeck. Die zunehmende Erkenntnisse der Wissenschaft sollten Mut machen: Es gebe fast keine Übertragung über Gegenstände. Auch gebe es im normalen Alltagsgeschäft – etwa im Einzelhandel – wenig Ansteckungsrisiken. Viele Infektionen verliefen komplett ohne Symptome. Nur noch fünf Prozent der Infizierten bräuchten überhaupt eine klinische Versorgung, weitaus weniger gar eine intensivmedizinische. 

Streeck wies daraufhin, dass die Sterblichkeitsrate höchstens bei 0,37 Prozent liege. Die gut erforschte brasilianische Metropole Manaus melde eine Sterblichkeitsrate von 0,28 Prozent. „Das läßt sich einordnen“, meint Streeck. Corona sei deutlich gefährlicher als normale Grippewellen, aber „Corona wird nicht unser Untergang sein“. Die Angst vor dem Coronavirus sei häufig irrational. Zu häufig würden kleinste Nebenrisiko-Wahrscheinlichkeiten zu großen Themen von Politik und Medien. „Das Virus ist zu politisch geworden, obwohl es eigentlich nicht politisch sein sollte,“ klagte der Virologe...".

Und Daniel Kehlmann: "Ich werde mich in der demokratischen Zivilgesellschaft nie wieder so sicher fühlen wie früher. Denn ich habe ja jetzt gesehen, wie schnell unter dem Druck der Angst wesentliche Freiheitsrechte reduziert werden können. Potenzielle Autokraten wissen jetzt sehr gut, dass eine Epidemie ein sehr effektiver Weg zur Machtergreifung sein kann."

 

6.10.2020: Lockdown durch die Hintertür mittels Reisebeschränkungen im Inland?

Olaf Gersemann: "... Deutschland ist sich einig: Einen zweiten Lockdown darf es nicht geben. Diese Absichtserklärung bedeutet indes lange nicht, dass es nicht erneut zum völligen Stillstand kommt. Denn derzeit handelt die deutsche Politik kopflos...".

Herr Drosten im Dickicht zwischen eminenz- und evidenzbasierter Medizin.

" ... Um diesen Beitrag zu schreiben, hörte ich mir tatsächlich erstmalig eine Folge des mit Preisen überschütteten Podcasts mit Christian Drosten an. Mit dem festen Vorsatz, die Stunde durchzuhalten. Es gelang mir nicht. An dieser Stelle möchte ich einfach nur mein Entsetzen über die Art und Weise äußern, mit der er gegensätzlichen Positionen begegnet. Von Informationen, die dem Hörer eine nachprüfbare Einordnung der Lage ermöglicht, und von einem respektvollen, wissenschaftlichen Streit um die beste Lösung ist dieser Podcast Lichtjahre entfernt. Es ist mir ein Rätsel, wie man dies als Maßstab guter Information ansehen kann. Hier spricht eine Eminenz, die keine Kritik an der eigenen Meinung duldet...".

 

8.10.2020: Beherbergungsverbote in Deutschland, wenn jemand aus einem inländischen (!) Risikogebiet kommt.

Und wie man im grünen Stuttgart via ÖPVN erfolgreich seine eigenen Hotspots bebrütet.

Währenddessen kündigt Präsident Trump an, Regeneron für alle Bürger kostenlos zur Verfügung zu stellen. Bei "Wundermittel" denke ich aber immer automatisch an "Wunderwaffen" und bin skeptisch. Wäre aber schön, wenn das funzte. Auszuschließen ist das offensichtlich nicht, wenn man diesen Bericht liest und Roche ist auch mit an Bord.

 

14.10.2020: Johnson & Johnson haben ihre Feldversuche abgebrochen, zu viele Probanden sind erkrankt, was für ein Rückschlag.

Kommt der nächste Lockdown?

Der sei aber das "Todesurteil" für die Wirtschaft.

 

16.10.2020: In seinem sehr empfehlenswerten Buch "Eine kurze Geschichte des menschlichen Körpers" weist Bill Bryson darauf hin, dass jeder Grippeimpfstoff eine Prognose darstellt. Unter Beobachtung der Entwicklung in Südostasien wird am Anfang eines jeden Jahres von einer Internationalen Kommission eingeschätzt, mit welcher Variante des HN-Virus man es dieses Jahr wohl zu tun bekommt. Ist die Prognose abgegeben, werden weltweit Impfdosen gegen diesen Erreger hergestellt und zwar von Februar bis Oktober. In der Regel funktioniert das System befriedigend, 2017/18 ging es schief, man hatte bei Impfung nur einen benefit von 36% gegenüber Nichtgeimpften, was allein in den USA zu 80.000 Todesfällen führte. Bryson meint, man sei auf eine Mutation oder jeden anderen nicht vorhergesehenen Pandemiefall nicht besser vorbereitet als vor 100 Jahren und es gebe ernsthafte Stimmen in der Medizin, die die Grippe für die aktuell schlimmste Menschheitsgeißel hielten.

Vielleicht muss man das bei Corona auch bedenken, zumal es hier überhaupt keinen Wirkstoff bislang gibt.. 

 

20.10.2020: Die Diskussion über Sinn und Unsinn der eingeleiteten, all in all sehr unübersichtlich strukturierten Maßnahmen nimmt Fahrt auf. Hier etwas zur weiteren Klärung.

 

 

23.10.2020: Gegen die Hysterie.

40 Mediziner mit ca. 70.000 Patienten begehren ebenfalls auf. Offener Brief an Merkel.

 

24.10.2020: Zahl der Patienten und der Intensivbetten, tagesaktuell.

 

 

27.10.2020: Ich mag das ja gar nicht glauben. Die CDU Baden-Württemberg will angeblich Arbeitslose und/oder zu kurz Gekommene (denn die müssen es sein, der Rest muss seine Familie mit seiner Hände Arbeit ernähren) in 84 Stunden zum Anti-Covidioten-Hilfs-Cop ausbilden und mit einer Waffe versehen, damit sie jeden ins Visier nehmen können, der keine Maske trägt. Muss so sein, was soll sonst die Knarre für diese Amateure?

 

31.10.2020: Verstehe.

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