Ernst Jünger - In Stahlgewittern 

Vorab – Tom Schilling ist mit seiner jugendlichen Stimme die Idealbesetzung für dieses grandiose Werk, war Jünger seinerzeit gerade mal um die 20 Jahre alt. Der Vortragsstil verleiht dem Werk Leben, man fühlt die Abstumpfung, die Verheerungen auch der Psyche, das Grauen und die unmenschlichen Umstände, mit denen die Männer leben und fertig werden mussten. Zu Jünger selbst muss man nichts sagen, ich bin großer Fan, weil ich sein Werk in der Zeit verstehe und nicht mit teils verqueren moralischen Vorbehalten unserer Tage beschwere.

Der Erste Weltkrieg wird in der Regel aus übergeordneter politischer und/oder militärischer Sicht beurteilt, wirklich große Werke, die sich mit dem Soldaten selbst befassen sind selten, erwähnt sei nur „Im Westen nichts Neues“.

In teils lakonischem unpathetischem Ton wird das Grauen in den Gräben beschrieben, fast leidenschaftslos von Verlusten und ihren Umständen berichtet und man spürt die Distanz, die diese Männer zum Geschehen um sie herum bewahren mussten, um nicht verrückt zu werden.

Ein großes Werk mit einem großartigen Sprecher, eine unbedingte Empfehlung.

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