Schweineretten

 

Ich habe immer betont, dass mir die Zukunft unseres Planeten ebenfalls sehr am Herzen liegt, obwohl meine Spießgesellen und ich nach Meinung vieler hüpfender junger Freunde persönlich schuld daran sind, dass uns in 12 Jahren der Stecker gezogen wird, vermutlich irgendwann im Juni gegen Mittag.

Ich kann nichts für meine Sozialisation, aber selbst fette alte weiße Säcke wie ich sind nicht zwingend für die gute Sache verloren.

Im März wird die Fa. Birk aus Oberkirch mit Drohneneinsatz nachschauen, was wir uns photovoltaisch gesehen aufs Dach nageln können und wir sind fest entschlossen, den Worten Taten folgen zu lassen. Das machen schon die Vorauszahlungen an die Stadtwerke Oberkirch erforderlich. Und die (weitere) Anschaffung eines E-Mobils, den Hyundai haben wir erfolgreich getestet und sind begeistert. Aktuell hat der Fisker Ocean Ultra die Nase ganz weit vorne.

Nicht schlecht, oder?

Neulich habe ich mit wenn auch verkniffener Rosette in zwei Zelluloidprodukte reingeschaut, weil ich dachte, Kopf in Sand nützt nix. 

Der eine Streifen - "2040" auf Netflix - ist etwas für Leute, die auf dem Stand eines einjährigen Schimpansen stehengeblieben sind, und war auch eliminiert nach 10 Minuten. Ein finanziell offensichtlich unabhängiges Milchbrötchen mit selbstredend hübscher Frau und süßer Tochter reist ausschließlich mit schaurigen CO2-Schleudern um die Welt, um unter anderem die vorsintflutlichen Photovoltaikplättchen in Bangla-Desh zu betrachten und das als Lösung für die Energieprobleme zu promoten. Mehr muss ich glaube ich nicht sagen.

Der andere Streifen war "Seaspiracy", der so anfing, wie ich das befürchtet hatte, ab etwa der Mitte aber völlig umschlug und eine Message verbreitete, die selbst mir zu denken gab und zwar in Sachen Schutz der Meere, als auch in Sachen new colonialism und mehr als problematischer Verknüpfungen zwischen Fischfangindustrie und sogenannten Umweltschützern. Wer es sehen kann, anschauen, ab der Hälfte wird es megainteressant.

Da ich 2022 ohnehin Neues probieren wollte und als Erstes mit dem Nachdenken begonnen habe, war ich ready für den zweiten Schritt.

Heute war ich mit Marina im Biosupermarkt Menken, der den Charme eines Aldi-Ladens hat und zwar zu der Zeit, als die Schuppen noch "Albrecht" hießen, aber sauteure Dinge feilbietet, die mir den Weg weiter weg von Fleisch und Wurst ebnen sollen. Ja, richtig gelesen. Ein Vegetarier oder Gott bewahre Veganer werde ich nie, aber Schutz der Umwelt und der Kreatur erschöpft sich nicht in Hüpfen und einem Elektroauto mit 550 PS.

Das hier erzählt von meinem Ausflug in eine schöne neue Welt.

Da man nie weiß, was auf einen wartet und man bestimmte Dinge vielleicht doch besser bedröhnt versucht, war meine Eintrittskarte in grüne Gefilde eine im Hause Menken erstandene Buddel Bio-Chianti Colli Fiorentini DOCG für knapp 10 Euronen. Ich berichte.

Hesselbach, im Januar 2022

 

Wutz 1

Hier geht´s zur Übersicht Ebene #1