1.2.2021:

Ich gestehe, ich habe die Pate-Trilogie ihrer Ästhetik, der hervorragenden Schauspieler und der Bildergewalt wegen geliebt. Sie hatte auch die von Mario Puzo vermutlich intendierte Wirkung, der Mafia mit einer gewissen romantisierenden Perspektive zu begegnen. Mit den Jahren kommt - gelegentlich - der Verstand und vor allem John Dickie ist es zu verdanken, dass - ähnlich wie bei den Hells Angel nach Jay Dobyns´ hochinteressantem Buch - angesichts solcher Kreaturen wie Toto Riina, Giovanni Brusca oder "Pippo" Calò vom Mythos nichts als rauchende Trümmer übrig blieb. Tatsächlich fehlt ihr jede Romantik, sie ist ein bösartiges Krebsgeschwür, das alles zerstört und zersetzt, wenn man es gewähren lässt. Ihre Vertreter sind durchweg brutale und kranke Psychopathen, Abschaum. 

Ich wage nicht eine so komplexe und hervorragende Darstellung wie Dickie, ich versuche hier vielmehr, das Ganze ähnlich wie in meinem Spickzettel Geschichte chronologisch und stichwortartig zu systematisieren. Das muss angesichts der Größe und Vielschichtigkeit der verschiedenen Organisationen und damit des Problems Stückwerk bleiben, aber sei es drum.

Ich verwende den Oberbegriff "Mafia", auch wenn mir klar ist, dass er den verschiedenen Organisationen wie der ´Ndrangheta, der Camorra, der Corleoneser Mafia, den Organisationen in den USA und anderswo und auch unterschiedlicher Begrifflichkeiten wie "Cosa Nostra" (für die sizilianische Mafia) nicht wirklich gerecht wird, aber eine Überschrift braucht das Ganze nun einmal.  

Ich versuche es erst einmal damit, nach Jahrhunderten und Jahrzehnten zu schichten, denn vieles ist mit vielem verzahnt und verwoben.

Und last not least - jede Gesellschaft bringt ihre eigenen Mordbuben-Vereine wie die Yakuza, die Triaden oder die Kosher Nostra hervor, hier geht´s ausschließlich um die italienische und - Don Corleone sei Dank - um die amerikanische Mafia.

PS: Ich habe unten noch aus meiner Sicht extrem gute und informative Links zum Thema gepostet.

Und noch eines - Finger weg von diesem Film "Gotti" mit John Travolta als John Gotti. Heuchlerische und selbstgefällige Schmiere.

Dafür her mit "Duisburg - Linea di sangue" der RAI, der gerade auf Netflix angeboten wird. Hier werden die ´Ndrangheta-Morde und die nachherigen Fahndungen unaufgeregt und locker aufgearbeitet, soweit locker beim Thema der richtige Begriff ist. Kein moralischer Zeigefinger im Dickdarm, wenn ARDZDF das verbrochen hätten und mit Benjamin Sadler ist die Rolle des deutschen Fahnders gut besetzt. Vorsicht: Weit überwiegend im italienischen Originalton, aber mit Untertiteln. Kann einen, der alle drei Staffeln "Narcos" verschlungen hat, aber auch nicht schocken (27.5.21). 

 

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