Mit meinem Rentenbescheid von Dezember 2020 im Rücken kann ich es wagen - ja, mein Gott, ich bin ein glühender Fan des Landstreifens, dessen Motto den Namen dieser Seite abgibt, und der 1513 von Juan Ponce de León für die spanische Krone unter dem Namen "La Florida", die Blühende, in Besitz genommen wurde.

Die Rede ist - natürlich - vom amerikanischen Bundesstaat Florida.

Florida war bis etwa 2015 für mich Plastik, Rentner und Sonne, mehr nicht, völlig uninteressant. Dann häuften sich die Erzählungen von Verwandten, Freunden und Bekannten, die begeistert zurückkamen und so beschlossen Marina "La Florida Mamma Mina" und ich, es 2016 mal zu probieren. Zum zweiten Mal in meinem Leben per Business weit weg, nämlich dieses Mal nach Miami, Mustang Cabrio übernommen und criss-cross durch Florida, also Miami Beach, Keys, Everglades, Fort Myers, St. Pete Beach, Clearwater, Cape Canaveral, Fort Pierce und wieder Miami, nur die Themenparks haben wir uns verkniffen, keinen Bock.

Mei, waren wir infiziert und ich raufte mir die wenigen verbliebenen Haare nach unserer Rückkehr, weil es keinen Weg zu geben schien (und scheint), dorthin ganz auszuwandern. 

Ich springe auf die lokale Luft an, ohne den Boden unter den Füßen zu verlieren, mir sind die ganzen Probleme, die Gesellschaften wie die amerikanische mit sich bringen, ganz klar, so wie ich wenn auch schweren Herzens meine damalige fiebrige Liebe zu Afrika ad acta legte, weil dieser Kontinent zu meinen Lebzeiten nicht auf die Füße kommen wird, so bezaubernd er und seine Bewohner auch sein können.

Florida ist für mich aber wie Freiheit atmen in einem bürgerlichen, und in weiten Teilen urbanen Umfeld. Die Rückkehr nach Deutschland war 2016 und auch 2019 wie die Rückkehr von einem Berggipfel in eine Garage, in der seit fünf Tagen ein Mercedes Diesel Baujahr 1973 gelaufen ist.   

Es ist kein Wunder, dass insbesondere der Spiegel die Amis seit fünfzig Jahren regelmäßig unregelmäßig für tot und erledigt erklärt, (was ICH mir wiederum nur noch mit Projektion und der höchsten Form der Bewunderung - dem Neid - erklären kann), während das die Amis klaro nicht juckt und sie sich jeder Herausforderung mit jener Unbekümmertheit, Schaffenskraft und dem Willen zum Erfolg stellen, die uns auch mal ausgezeichnet haben, mittlerweile aber unter einem meterdicken Modder aus spießiger Selbstgerechtigkeit, Dekadenz und dieser teutonischen Hybris verschüttet sind.

Ich sage offen, ich liebe die Amis und noch mehr liebe ich ihren Sunshine State, er ist so viel mehr als Plastik, Rentner und Sonne, ich Einfaltspinsel. Und darum geht´s hier, hier gibt´s alles, was ich zu Florida zusammentragen kann und möchte.  

2019 waren wir mit Marius dort auf Anna Maria Island im Großraum Tampa, wo wir ein muckeliges Haus mit Garten und Pool über den sehr zu empfehlenden Anbieter Vacasa ergattern konnten und mit die schönsten Tage unseres Lebens verbrachten. Marius lernte im Pool auch schwimmen.

Wir buchten für 2020 gleich vor, dann kam Corona und wegen des Travel Bans konnten wir nicht hin. Na gut, dachten wir, verschieben wir auf August 2021, wird ja dann klappen. Pustekuchen. Joe Biden hat die noch von Präsident Trump veranlasste Aufhebung des Bans wieder rückgängig gemacht und seither geht nichts voran. Stand heute - 7.7.2021 - wird das auch dieses Jahr nichts und das macht uns sehr traurig. 

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