Wikipedia führt dazu wie folgt aus:

„Krav Maga (hebräisch קרב מגע „Kontaktkampf“) ist ein modernes, eklektisches israelisches Selbstverteidigungssystem, das bevorzugt Schlag- und Tritttechniken nutzt, aber auch GrifftechnikenHebel und Bodenkampf beinhaltet …

Die Ursprünge des Krav Maga gehen auf den 1910 in Budapest geborenen Imrich Lichtenfeld zurück, der in Pressburg aufwuchs. Lichtenfeld war als Boxer und Ringer erfolgreich und hatte von seinem Vater, einem PolizistenJiu-Jitsu-Techniken gelernt. In den 1930er Jahren lehrte Lichtenfeld zum ersten Mal seine Kampfmethode, um die dort lebenden Juden gegen antisemitische Übergriffe zu unterstützen. Lichtenfeld emigrierte 1940 aus der Slowakei. Nach einer abenteuerlichen Flucht und einer Zeit bei der britischen Armee durfte er 1942 nach Palästina einreisen …

Im damaligen britischen Protektorat Palästina unterrichtete er, zuerst mit britischer Unterstützung, Nahkampf in den zionistischen Untergrundorganisationen Haganah und Palmach. Seinen Familiennamen änderte er in die hebräische Form Sde-Or. Nach Gründung des Staates Israel 1948 wurde Lichtenfeld Nahkampfausbilder in der israelischen Armee.

Nach seiner Tätigkeit in der Armee adaptierte Imrich Lichtenfeld das militärische Krav Maga für Polizisten und Zivilisten. Dazu wurden die Techniken der nichtmilitärischen Rechtslage angepasst (Notwehr) …“

 

Das fasst in Kürze Geschichte und Ziel von Krav Maga zusammen, mehr muss man meines Erachtens auch nicht wissen. Entscheidend ist, was es für dich bedeutet.

Ich bin vor einigen Jahren dazugestoßen und trainiere seither bei Wolfgang und Denis von Krav Maga Offenburg, Kathy hat den Verein leider verlassen.

Genau weiß ich nicht mehr, wie ich auf Krav Maga aufmerksam wurde. Ich habe in meinem Leben viele Dinge getan, bei denen man sich fast zwangsläufig verletzt. Ich bin Fallschirm gesprungen bei der Bundeswehr, später habe ich American Football in Wiesbaden gespielt und zwei Kurztrips zum Karate waren auch dabei. Es ist müssig zu erwähnen, dass in meinem Alter das Angebot deutlich zusammengeschnurrt ist, wenn man sich etwas außerhalb der Reihe sportlich betätigen möchte. Nicht dass es an körperlicher Betätigung gefehlt hätte, von Frühling bis Herbst befinde ich mich praktisch im Dauereinsatz, um das Gras und seine hässlichen Geschwister auf unserem Grundstück niederzuhalten. Holz expediert sich auch nicht von selbst in den Kachelofen, gekauft wird ohnehin keines und ich kann bestätigen, dass es mehrmals "warm macht", wie man bei uns sagt.

Na jedenfalls nahm ich Kontakt zu den beiden Offenburger Jungs auf und war beim ersten Training angenehm überrascht. Ich stellte fest, dass trotz meiner landschaftspflegerischen Aktivitäten bei meiner Kondition einiges im Argen lag und ich vor allem steif (geworden) war wie eine Eisenbahnschiene. 

Aber ich bemerkte - das war es. Krav Maga-Clubs werben damit, dass dieser Sport wirklich für jeden etwas ist. Mann, Frau, jung, alt, groß, klein, fett, dünn, egal. Das liegt daran, dass zwar Abläufe trainiert werden, aber anders als etwa beim Karate keine vorgestanzten Choreografien zu erlernen sind mit diesen Katas. Krav Maga bedient sich dessen, was der Adept zu bieten hat. Es geht von mehreren übrigens auch bei uns durchaus immer wahrscheinlicher werdenden Bedrohungsszenarien aus, in denen Fäuste, Kopf, Messer, Baseballschläger und Schusswaffen gebraucht werden und versucht dem Schüler beizubringen, dieser konkreten Bedrohung mit den geringst möglichen Schäden zu entgehen. Dabei wird auf komplizierte Abläufe wie bei Martial Arts verzichtet, es geht darum, Automatismen aufbauend auf relativ simplen Bewegungsabläufen in den Kopf zu bringen.

Das hört sich leichter an als getan und das aus mehreren Gründen.

Der Vorteil eines Schlägers mag in seiner Erfahrung liegen, er liegt in erster Linie aber darin, dass er keine emotionalen oder sonstigen Hemmungen hat, auf sein Gegenüber einzudreschen und es wenn nicht zu töten, so doch im Zweifel schwer zu verletzen. Er wird gewinnen, selbst wenn er körperlich unterlegen ist. Sein Vorteil ist die fehlende Hemmung. Bist du indes in einem (hinreichend) bürgerlichen Haus aufgewachsen, hast deine Schulhofraufereien überstanden und immer wieder eingetrichtert bekommen, der Klügere gebe nach, Gewalt sei kein Lösung, dann bist du in Konfrontationssituationen nichts anderes als ein Stallhase, ein kräftiger muckibudengestählter Hase vielleicht, aber doch ein Stallhase.

Ich bemerkte daher relativ rasch, dass es mein Ziel sein musste, diese selbstredend auch bei mir fix eingebaute Bremse im Kopf zu lösen, sonst würde nichts hier Sinn machen. Damit hatte ich schon meine erste Krav Maga-Lektion gelernt. Sicher weiß ich bis heute nicht, wie das im Konfliktfall aussähe, ich habe mich aber gedanklich damit auseinandergesetzt und damit einen wichtigen Schritt gemacht, der zumindest die Chance bietet, dass ich im Ernstfall nicht zurückzucke.

Man kann, ja man darf sich nicht darauf verlassen, dass man im Ernstfall schon richtig reagieren wird. Das ist ein gefährlicher Trugschluss, denn unser anthropologisches Erbe, alles zur Selbsterhaltung zu tun ist verzehrt. Verzehrt durch eine Gesellschaft, die einem vom ersten Tag an klar bedeutet, dass Gewalt ein Monopolrecht des Staates und damit für den Einzelnen verpönt ist. Hinzu kommt, dass diese Gesellschaft immer friedfertiger wurde, andere Akzente bei den Umständen des Zusammenlebens setzte und Gewalt immer mehr tabuisiert hat bis hin zu einem Grad der Wehrlosigkeit, der gelegentlich bedenklich anmutet.   

to be continued ...

 

 

 

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