Robert Harris – Intrige

Harris´ Fähigkeit, einen Thriller vor dem Hintergrund echter oder zumindest gut entwickelter Alternativverläufe geschichtlicher Ereignisse aufzubauen ist wirklich grandios.

Ich habe einige hören und im Fall der Cicero-Trilogie auch lesen dürfen, „Intrige“ ist aber mit einer seiner besten.

Aufgerollt wird mit dem historisch verbürgten Nachrichtendienstoffizier Georges Picquard als Ich-Erzähler die schockierende Dreyfus-Affäre Ende des 19. Jahrhunderts. Dreyfus – seinerzeit aufstrebender französischer Offizier - wurde vorgeworfen, ein deutscher Spion zu sein und u.a. geheime Informationen zu einem neuen französischen Geschütz an die Deutschen verraten zu haben. Daran stimmte nichts. Tatsächlicher Grund für die vom Generalstab initiierte Intrige war der Umstand, dass Dreyfus wohlhabender Jude war. Insoweit war die Dreyfus-Affäre Ausdruck eines heute mehr als schockierenden Antisemitismus´ bis in höchste gesellschaftliche Kreise Frankreichs. Nach und nach gelang es aber, die Intrige aufzudecken und den wahren Spion, einen Offizier namens Esterhazy zu enttarnen.

Das Ganze ist spannend und gut erzählt. Ich mag Hannes Jaennicke wegen vieler Dinge, die er sagt und tut, überhaupt nicht, aber er liest das Buch wirklich gut.

Aus meiner Sicht eine klare Empfehlung.

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