Ignaz Semmelweis – der Retter der Mütter

 

Semmelweis wurde 1818 im damals österreichischen Buda geboren, studierte Medizin und erhielt seinen Doktorgrad 1844 von der Universität Wien. Er galt als talentierter Mediziner und arbeitete zunächst in der Geburtshilfe des Allgemeinen Krankenhauses in Wien.

Damals galt das Kindbettfieber als tödliches Risiko für Mütter, bis zu 30% der Frauen starben daran nach der Geburt. Semmelweis glaubte, durch Beobachtungen den Grund gefunden zu haben. Hygiene, speziell die Handhygiene war unbekannt, Ärzte, die Entbindungen durchführten, hatten häufig zuvor Sektionen an Frauen vorgenommen, die am Kindbettfieber verstorben waren. Einen Zusammenhang sah die Schulmedizin nicht.

Auffällig war für Semmelweis, dass in den Abteilungen, in denen Hebammenschüler tätig waren, die Todesrate deutlich niedriger ausfiel, was Semmelweis darauf zurückführte, dass diese Schülerinnen keine Sektionen durchführten. Er ordnete Hygienemaßnahmen der Hände mittels Chlorkalk an und veröffentlichte seine Beobachtungen und Studien Ende der 40er, stieß damit aber auf entschiedenen Widerstand namhafter Wissenschaftler und Ärzte, darunter auch Rudolf Virchow. 

Seine Maßnahmen führten indes zu einer deutlichen Reduzierung der Todesfälle. Gleichwohl wurde sein Vertrag an der Klinik in Wien 1849 nicht mehr verlängert, er wechselte nach Budapest, wo es ihm durch seine Maßnahmen ebenfalls gelang, die Zahl der Todesfälle drastisch zu verringern.

1860 veröffentlichte Semmelweis ein Buch, das aber auf praktisch keinerlei Resonanz, vielmehr wieder auf Widerstand der etablierten Medizin stieß. Semmelweis glaubte trotz aller Ablehnung und persönlicher Diskreditierung an seine Ideen und schrieb Kollegen auch persönlich an um sie zu überzeugen. Je offensichtlicher die Richtigkeit seiner Methoden wurde, umso mehr wuchs der Widerstand gegen ihn.

1865 wurde Semmelweis, der mittlerweile unter Depressionen litt, auf Betrieben von Kollegen in eine Wiener Irrenanstalt eingeliefert, wo er zwei Wochen später unter mysteriösen Umständen starb. 1863 wurde seine Leiche exhumiert und man fand zahlreiche Frakturen an Händen, Armen und Brustkorb.

Erst Jahre später erkannte man, dass Semmelweis völlig recht gehabt hatte und aseptische Vorgehensweisen wurden langsam Standard.  Er wird noch heute als „Retter der Mütter“ verehrt.

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