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Das bin ich. Heute. Also Ende 2018.

Ich widme mich einer meiner Lieblingsbeschäftigungen. Ich gieße „Primus“ vom Weingut von Roeder zu Diersburg in ein hierfür geeignetes Gefäß. Und zwar auf meiner Festwiese, gerne auch mit dem glühenden Grill im Hintergrund.

Das habe ich nicht immer gemacht. Wie es dazu kam soll auf dieser und einigen anderen Seiten erläutert werden.

Despicable Me? Entscheiden Sie selbst.

Geboren bin ich 1959. Also 14 Jahre nach Ende der Nazi-Herrschaft. Das bedeutet, ich bin ein "Baby Boomer" oder wie ich immer sage, ein "Nachkriegs-Zwischengrößenzwerg". Ich bin Oberkircher -> Badener -> Deutscher -> Europäer by nature und by Gesinnung. Letzteres aber immer weniger.

Da ich geschichtlich gesehen Zwischengrößenzwerg bin, kenne und kannte ich die Adenauer- und Erhard-Zeit nur aus Erzählungen. Eine beispiellose Erfolgsgeschichte sei sie gewesen, sagen die einen, dumpf, autoritär, repressiv, erstickend, spießbürgerlich soll sie gewesen sein, sagen die anderen und da ist sicher etwas dran, allerdings haben sie die eine Spießbürgerlichkeit durch die andere ersetzt, das wird mir in den letzten Jahren immer klarer. Zumindest dann, wenn man Spießbürgerlichkeit als Festhalten am Bekannten coute que coute, als Schubladendenken definiert.

Und wie das mit dem Dutschke-, RAF- und APO-Deutschland lief weiß ich auch nur aus Erzählungen, auch wenn ich Baaders Verhaftung im TV und die MP-bewehrten jungen Polizisten bei Verkehrskontrollen live mitbekommen habe. Aber wer lesen kann, um eine Formulierung zu verwenden, die so abgegriffen ist, dass man keinen Funken mehr daraus schlagen kann, ist tatsächlich im Vorteil. Ich habe mir die Stammheim-Protokolle angetan, also die Rededuelle zwischen Gericht und RAF-Verteidigung. Etwas Jämmerlicheres als die Ausbrüche von Schily, Ströbele und Co. habe ich selten gesehen. Ich war gefasst auf Auseinandersetzungen ciceronischen Ausmaßes, geliefert wurde geistloses und anmaßendes Gegeifere, mein Gott.

Ich habe aber die alte Bundesrepublik mitbekommen, die der 80er und 90er, die alles mit Geld regeln wollte und tunlich darauf achtete, nicht zu sehr aufzufallen. Ich habe den Mauerfall und die Einheit mitbekommen, zwei der größten Erlebnisse meines Lebens.

Und dann hat dieser Kontinent sich selbst verraten und zwar im Juli 1995, wovon er sich nie wieder erholt hat, jedenfalls nicht in meiner Wahrnehmung. Die serbische und kroatische Soldateska konnte sich unter den Augen der "Nie wieder!"-Europäer in einer Art und Weise speziell an der Zivilbevölkerung austoben mit Srebrenica als Höhepunkt, dass man sich an die schlimmsten Tage des Zweiten Weltkrieges erinnert sah. Staatschefs wie Francois Mitterand hatten keinerlei Problem damit, Leuten wie Slobodan Milosevic die blutige Hand zu drücken, weil man doch als Grande Nation historische Freundschaften zu den Serben pflegte. 

Dieser Konflikt, der erst durch den Eintritt der USA mit dem Abkommen von Dayton nachdrücklich und nachhaltig beendet werden konnte, enthüllte die Worte von den "gemeinsamen Werten" als das was sie sind - hohl und inhaltsleer. Ich erinnere an den Völkermord in Ruanda zur gleichen Zeit, möglich gemacht durch eine unfähige und unwillige UN und befeuert wiederum durch die Franzosen, die die Völkermörder aufrüsteten und am Schluss verteidigten. Niemand rührte einen Finger.

Zuletzt setzte sich diese Entwicklung immer rasanter fort mit apokalyptischen Anschlägen islamischer Massenmörder in Paris, London, Berlin, Madrid und anderswo (nur nicht in Warschau und Budapest), mit Rotherham und Köln, mit der Unterdrückung und Verunglimpfung kritischer Stimmen als Nazis im Angesicht unkontrollierter Einwanderung aus den dunkelsten Ecken dieses Planeten. Mit dieser Verunglimpfung hat man nicht nur eine Inflationierung des Begriffs betrieben, die es einem erschwert, einen wirklichen Nazi zu erkennen, man pinkelt auch nochmals auf die Gräber der Holocaust-Opfer und outet sich als Vollkretin.

Churchill sagte, irren sei menschlich, aber auf einem Irrtum zu beharren sei teuflisch und so gesehen sind die Leute am Ruder die Teufel für die ich sie halte, denn gerade wird das unseren Kindern und Enkeln gehörende Tafelsilber verschleudert. Oder ist das gar kein Irrtum?

Und Besserung ist nicht in Sicht, weil die Regierung gestellt wird aus dem Kreis heutiger Politiker, mittelmäßig intelligenten und unterdurchschnittlich befähigten Apparatschiks mit Parteikarriere und Gummi-Rückgrat, Talent und Haltung suchst du da besser mit der Lupe. Diese Leute haben keine Vorstellung von Europa und dem wofür es steht oder stehen sollte und sie merken gar nicht, wie sie mit ihrem Appeasement genau den Leuten, die an Europa glauben und sich anpassen wollen, den dringend notwendigen Schutz vor religiösem und kulturellem Extremismus entziehen.

Sie haben jedenfalls keine Vorstellung von Europa, in denen ihr eigenes Interesse nicht in vorderer Reihe steht, seien es Macht, Geld oder Einfluss. Sonntagsreden mit hohlen Phrasen und hohlem Pathos, die funktionieren bestens, das war es aber auch.

Sie haben die geistige und seelische Leere, die die notwendige Entmachtung der christlichen Lehre hinterlassen hat, in der Vorstellungswelt der Europäer nie mit etwas Adäquatem, Verbindendem füllen können, was interessanterweise mein Freund Stefan schon vor 30 Jahren meinte.

Die katholische Kirche hat abgewirtschaftet, denkt man an sie, denkt man an Pädophile und Veruntreuung, Papst Franziskus wird so gut es geht von seinen Prätorianern in christo abgeschirmt, die die stetige Angst umtreibt, der Stellvertreter Gottes auf Erden könnte öffentlich den Mund aufmachen.

Die Protestanten sind zum intellektuellen Gemischtwarenladen verkommen, der jedem etwas Zeitgeistiges anzubieten hat und sei es noch so flach und kurzsichtig, Hauptsache feel good.
Und sonst? Konsum (den ich sehr schätze), Lifestyle, Gender, Sinnsuche, eine explodierende Lebensberatungsindustrie, Blabla und ach ja, Konversion zum Islam, der sich armen unwissenden Seelen als vitale, einigende Kraft verkauft

Nein, ich bin bei meiner pessimistischen Sicht ganz bei Douglas Murray.

Und der aktuelle Finanzminister, ein Würstchen namens Scholz, der als Regierender Bürgermeister vor den G 20 Bürgerkriegsexzessen der Antifa in Hamburg mit Millionenschäden und Hunderten verletzter Polizisten sowie einem GSG 9-Einsatz sogar eine Sicherheitsgarantie abgegeben hatte und für diesen Megaskandal mit einem Bundesministerposten belohnt wurde, kann wohlgemerkt gleichzeitig Steuereinnahmen in Rekordhöhe vermelden und Steuererhöhungen ankündigen. 

Wird es eng, übernimmt man eben "die volle politische Verantwortung" und macht weiter wie gehabt, bleibt heuer ja absolut folgenlos.   

Und es wird nicht besser. Die Union sucht gerade ihren neuen Weg, nachdem die Vernichterin Deutschlands zumindest auf den Parteivorsitz verzichtet. Die Grünen rangieren derzeit mit 20% + x auf Platz 2 nach der Union, ihr Personal ist - vorsichtig ausgedrückt - völlig unfähig, von Robert Habeck und Annalena Baerbock habe ich noch nie ein intelligentes Wort dazu gehört, wie es mit diesem Land und diesem Kontinent weitergehen soll, nur Bubbles ohne Dauer und Gehalt. Ihre Spitzenkandidatin für Europa ist eine ahnungslose Verbalnebelmaschine namens Ska Keller aka Franziska Keller, Ska kommt halt cooler bei den Grünen mit ihrem Abkürzungsfimmel. Und die sollen die schwierigste Situation ever beherrschen?

Aber hey, man hat die Politikeravantgarde, die man verdient, ich habe heuer gelesen, dass auf Platz 1 der meistgelesenen Berichte auf ntv die Mitteilung rangierte, die Deutsche Bahn habe die Kinder von Annalena Baerbock in Spandau auf dem Bahnsteig stehen lassen. Wegen Überfüllung des Zuges. Wie diese Gesellschaft drauf ist, entnimmt man am besten auch Statements von Til Schweiger oder Udo Lindenberg, der aktuell meinte "Diese schräge Welt: überall Kriegshetze, ominöse Aufrüstung, Trump, Schwachmaten, Putin und so, die drehen alle durch. Was soll man da machen? Wir müssen immer wieder für den Frieden singen. Wozu sind Kriege da? Wir ziehen in den Frieden! Die Leute gehen jetzt wieder auf die Straße, die haben die Schnauze voll. Wenn Leute auf die Straße gehen, können sie viel erreichen. Dass wir uns die ganze Scheiße nicht mehr bieten lassen sollen“. Deshalb sind die Verhältnisse wie sie sind, Idiokratie.

Und von der Erosion des Rechtsstaates will ich gar nicht sprechen, zerfällt der, zerfällt alles. Es ist offensichtlich nicht nur bei mir fünf vor zwölf, wenn ich diesen Artikel lese.

Nein, ich bin fertig mit dieser erschöpften, nur um den eigenen Nabel kreisenden und alles Abweichende diffamierenden, intellektuell bis auf die Knochen ausgezehrten westlichen Gesellschaft europäischen Zuschnitts, die scheitern muss und zwar nicht mit einem finalen Knall, sondern peu à peu, weil sie sich einfach mit den sich wandelnden Umständen abfindet und sich mit Sonntagsreden begnügt.

Bis dahin konzentriere ich mich auf das was mir wichtig ist, unter anderem der Verkostung von "Primus", und das ist doch einiges und wird hier festgestellt.

Aber - vielleicht bin ich auch nur ein misanthropischer Miesepeter. Kann auch sein. 

So kam eins zum anderen ... 

 

 

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