Grün ist die Hoffnung

 

T.C. Boyle - Grün ist die Hoffnung

 

Ich bin seit etwa 35 Jahren T.C.Boyle-Fan und habe seine Werke früher verschlungen, das allerdings mit nachlassendem Elan. "Wassermusik" hat er nie wieder erreicht.

Seit es Audible gibt, bietet sich an, die Werke einer erneuten Prüfung zu unterziehen, denn Hören ist etwas völlig Anderes als Sehen, erst das Hören hat mir beispielsweise klar gemacht, was für ein miserabler Schriftsteller Frank Schätzing ist, obwohl ich das schon vorher vermutet hatte. Das Hören legt andere Seiten eines Werkes offen, die einem beim Lesen entgehen (können) und umgekehrt. Sehr wichtig natürlich auch der Sprecher.

Boyle ist der Großmeister der Metaphern und unter anderem das macht "Wassermusik", das ich als erstes Werk über Audible beschaffte, auch so lebendig und bunt. Ein echter Genuss auch als Ohrwurm.

Bei "Grün ist die Hoffnung" hat er das leider übertrieben, mindestens drei Metaphern alle drei Minuten, es ist zu viel und das stört mächtig, mich jedenfalls, zumal man merkt, dass Boyle irgendwann nicht mehr viel einfiel, was er auf "wie ein ..." anhängen konnte.

Die Story - ein mehr oder minder wurzelloser Anfang- bis Mitt-Dreißiger - der Ich-Erzähler - wird mit zwei anderen Losern von seinem undurchsichtigen Kumpel Vogelsang angeheuert, in den Bergen Kaliforniens eine Marihuana-Plantage anzulegen. Es stellen sich dabei immer neue Katstrophen ein und der Showdown ist überraschend.

Ich fand es ehrlich gesagt über lange Zeit ziemlich langweilig, richtig intensiv wird das Buch erst am Ende, als sich der Protagonist den Enttäuschungen, Hoffnungen und Aussichten seines Lebens stellt, da ist Boyle wieder in Hochform.

Ich finde, das muss man nicht haben, auch wenn Stefan Kaminski recht gut liest. 

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