Flashback – Dan Simmons

 

In dieser dystopischen Geschichte ist die Welt wie wir sie kennen zerfallen.

Es existiert ein Kalifat, das sich u.a. mit den Japanern und den unabhängigen Resten der USA, zu denen beispielsweise das autonome Texas gehören, herumschlägt, es herrscht extreme Bandenkriminalität und eine Reconquista-Bewegung mischt auch noch irgendwie mit. Das Sagen haben in den USA jedenfalls Japaner, die für ihre Expansionspläne amerikanischen Soldaten in Indien, China und sonst wo in Asien kämpfen und sterben lassen.

Weite Teile der amerikanischen Bevölkerung konsumieren die künstliche Droge Flashback, mit der man Szenen aus seinem Leben aufrufen und immer wieder erleben kann. Ein solcher Junkie ist – wie in diesen Fällen anfangs immer – auch der Protagonist, ein ehemaliger Cop und nunmehriger Privatdetektiv namens Nick Bottom, der von einem der in den USA residierenden japanischen Quasi-Shoguns beauftragt wird, die Jahre zurück liegende Ermordung dessen Sohns doch noch aufzuklären.

Bottoms Sohn, der Leibwächter des Japaners, die tödlich verunglückte Frau von Bottom und deren Vater spielen eine Rolle in der durchaus kurzweiligen Geschichte, die auch gut gelesen wird. Ob das Ende dem entspricht, was Bottom  tatsächlich erlebt oder nur ein Wunschtraum ist, den der in diesem Fall ruhig gestellte und in einer Wanne mit Drogen schwebende Bottom erlebt, kann sich jeder selbst überlegen.

Insgesamt nicht schlecht für zwischendurch, wenn man sich ansonsten für Geschichtliches und Dokumentationen interessiert, Martin Bross als Sprecher macht das auch gut.

Der Krimimarkt boomt ja wieder, immer noch oder wie auch immer und es tummeln sich wirklich überdurchschnittlich viele Nichtskönner dort. Simmons Buch gehört sicher zu den Besseren, auch wegen seiner düsteren Grundhaltung.

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