The End

 

Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben. (Cicely Saunders)

Übertherapie war bisher wie ein Geräusch, man nimmt es wahr, sieht aber keinen direkten Einfluss auf sein eigenes Dasein.

Das kann ein falscher Ansatz sein. Aufmerksam wurde ich auf das Phänomen durch das Buch des Palliativmediziners Matthias Thöns vom Palliativnetzwerk Witten namens "Patient ohne Verfügung".

Klar ist, dass immer wieder Autoren echte und angebliche Missstände meist aufgepeppt anklagen und man muss sehr genau gegenprüfen, ob und was da dran ist oder sein kann. "Der Mob" beispielsweise existiert ganz sicher, tangiert aber in der Regel mich und die Kreise, in denen ich mich bewege eher seltener, ich kaufe jedenfalls keine Drogen und Waffen mit weggefeilten Seriennummern oder gehe in der Herbertstraße in einen der zahlreichen Puffs, jedenfalls nicht auf absehbare Zeit. An den WWF spende ich nicht, so dass ich das "Schwarzbuch WWF" zwar mit Interesse gelesen, den Inhalt aber bald wieder vergessen habe, weil ich wie erwähnt nur sehr peripher tangiert bin, bei Licht betrachtet gar nicht.

Der medizinische Fortschritt, dem ich ganz sicher auch mein Leben verdanke, hat unendlich viele Erleichterungen und Chancen für uns alle gebracht und Dinge möglich gemacht, die man noch vor wenigen Jahrzehnten für unmöglich hielt. Ich bin großer Fan von Werken der Medizinhistorie. Aktuell lese ich, dass man dabei ist, die schrecklichen Folgen einer Querschnittslähmung zumindest in bestimmten Fällen wieder teilweise rückgängig zu machen. Es wird gelingen, da bin ich mir sicher, so wie ich mir sicher bin, dass irgendwann Blinde wieder sehen können werden.

Aber: Wo Licht ist, ist auch Schatten und speziell dort, wo sehr viel Geld und persönliche Einnahmequellen im Spiel sind und Medizin in die Betriebswirtschaft abdampft. Diese Entwicklung haben wir ganz sicher seit geraumer Zeit und man muss charakterlich schon sehr stabil sein, um hier nicht Verlockungen nachzugeben. Ich werfe keinen Stein, denke aber, dass man darüber sprechen muss.

"Das" ist die quälende und die Würde eines jeden Patienten ignorierende Verlängerung eines Lebens, das keines mehr ist und auch nie wieder in ein Stadium zurückkehrt, das diese Bezeichnung verdient. Glaubt man Herrn Thöns, dann ist bei Koma- und  Krebspatienten ein Grad des Missbrauchs erreicht, der eine gesellschaftsübergreifende Diskussion und vor allem Maßnahmen erforderte. Ob er richtig liegt, weiß ich nicht, ich versuche es aber aufzuklären.

Das Thema hat mehrere Facetten und ich werde vermutlich nicht zu einem Ende kommen, was gerade für mich eine interessante Herausforderung darstellt.

Hesselbach, 10.2.2022

 

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