Das Zeitalter der Unschärfe

 

Tobias Hürter - Das Zeitalter der Unschärfe

Untertitel ist "Die glänzenden und die dunklen Jahre der Physik 1895-1945".      

Ich hoffe sehr, dass meine ehemaligen Mathe- noch Physikpauker, so sie noch unter uns weilen, was man nur hoffen kann - diesen Artikel nicht sehen, denn man wird selten einen größeren naturwissenschaftlichen Esel und Rohrkrepierer als mich finden. Ich leide unter dem typischen Makel des Mittelmäßigen, mich bei Themen, die mich nicht interessieren, noch nicht einmal aufrichten können, um zu schauen, ob hinter dem halbhohen Lattenzaun vielleicht doch etwas Interessantes auf mich warten könnte, sondern zusammengesackt weiter döse. Ich habe Nachhilfelehrer verschlissen wie andere Leute Unterbuchsen.

Trotzdem hat es mich im vorgerückten Alter gereizt, dem Genie eines Albert Einstein, eines Max Planck, eines Werner Heisenberg, eines Erwin Schrödinger, eines Niels Bohr, eines Max Born, eines Paul Dirac - im Buch erscheinen natürlich noch viele mehr - hinterher zu schnuppern und das kann man mit diesem Buch wirklich sehr gut. Ich hatte natürlich noch Fragmente der welterklärenden Theorien im Kopf, in diesem Buch wird aber alles zusammengefügt und vor allem das Leben und die Auseinandersetzungen der Protagonisten wie ein Rahmen um ihr Schaffen gesetzt, was das Ganze sehr lebendig und anschaulich macht.

Der Autor bemüht sich auch redlich, zumindest die Kernaussagen für Esel wie mich einigermaßen verständlich zu machen, was nicht immer, aber immer so gelingt, dass ich bei der Stange bleibe und mehr hören will. Vollends aus der Kurve getragen wurde ich bei der Entdeckung der "neuen" Physik jenseits von Kausalität und Determinierung um die Schrödingergleichung, Heisenbergs Unschärferelation und die berühmte Solvay-Konferenz 1927, auf der die besten Köpfe der Physik debattierten. Obwohl ich natürlich viele Minuten nur Bahnhof verstand, wird das Thema um Wellen, Teilchen, die Quanten, Kausalität und Naturverständnis vom Autor wieder eingefangen und so großartig aufbereitet, dass man ungefähr abschätzen kann, um was es geht.  

Empfehlung.

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