Ein zugegeben blödsinniger Gedanke hat mich gleich zu Beginn beschlichen, als ich zum ersten Mal vor einigen Wochen von einem lokal grassierenden neuen Virus in Wuhan hörte – so fangen Katastrophen an und wie war das noch mal mit „12 Monkeys“?

Nachdem die Eindämmungsmaßnahmen der Chinesen drastischer wurden, war klar, das würde streuen und wenn es streut, ist es in unserer Zeit nur eine Frage von Tagen bzw. Wochen, bis der ganze Kontinent und dann der Rest der Welt betroffen sind.

Die Reaktionen schwankten zwischen pille-palle und Dr. Doom.

Ich fand immer, dass es zur Kaffeesatzleserei zu früh war und wenn es sich um einen Erreger handelt, den man nicht kennt und gegen den man insbesondere noch nichts entwickelt hat, dann ist letztlich alles möglich. Die nahe genetische Verwandtschaft zu anderen Sars-Viren war mir egal, die gibt es auch zwischen Menschen und Schimpansen. Und Viren mutieren, wer wollte das hier abstreiten? 

Als man dann das hiesige Ortenau Klinikum in Kehl sperrte für Corona-Patienten war klar, dass es ernster wird, denn nach meiner Erinnerung ist das bisher noch nie angeordnet worden.

Aktuell, am 11.3.2020, ist Italien mittlerweile eine einzige große Sperrzone.

Was wird noch kommen?

Das will ich archivieren.

Und last not least lassen wir im April 2021 nachträglich einen der Großen zu Wort kommen, Hans-Jürgen Papier, früherer Präsident des Bundesverfassungsgerichts (via Alexander Wendt):

"Kernstück unserer Verfassungsordnung und der durch sie geschaffenen Werteordnung sind die Grund- und Menschenrechte. Als unmittelbar geltendes Recht garantieren sie Freiheitlichkeit. Zur Werteordnung des Grundgesetzes gehört auch die parlamentarische Demokratie. Diese Werteordnung unserer Verfassung war schon vor der Pandemie einer jedenfalls partiellen, schleichenden Erosion ausgesetzt, es waren Diskrepanzen zwischen Verfassung und politischer wie gesellschaftlicher Wirklichkeit zu verzeichnen. Aber seit einem Jahr müssen wir infolge der Pandemie Abweichungen von dieser Werteordnung feststellen, die sich niemand zuvor hat vorstellen können. Das gilt sowohl im Hinblick auf die Geltung der Grund- und Menschenrechte, als auch im Hinblick auf die Strukturen der parlamentarischen Demokratie.“
Die Runde der Kanzlerin der Ministerpräsidenten kommentiert der Jurist: „Es handelt sich um ein Gremium, das in der Verfassung nicht vorgesehen ist und über keinerlei Kompetenzen verfügt.“

In Merkels notorischem Gerede von „neuen Freiheiten“, die sie den Bürgern vielleicht unter bestimmten Bedingungen zurückgeben könnte, meinte der frühere Verfassungsrichter, „kommt die irrige Vorstellung zum Ausdruck, dass Freiheiten den Menschen gewissermaßen vom Staat gewährt werden, wenn und solange es mit den Zielen der Politik vereinbar ist. Nein, es ist umgekehrt.“ 

„In der Bewusstseinslage der politischen Akteure und Teilen der Bevölkerung scheint gelegentlich in Vergessenheit zu geraten, dass die Menschen dieses Landes freie Bürger sind. Sie verfügen über unveräußerliche und unentziehbare Freiheitsrechte, sie sind keine Untertanen.“

 

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