Marc Elsberg – Blackout – morgen ist es zu spät

Enttäuschend. Ich kann es kurz machen. Der Schinken fängt wirklich gut an, man bekommt einen interessanten Einblick in die Funktionsweise verschiedener Kraftwerke und die paneuropäische Stromversorgung. Ich dachte, so geht es weiter, zumal das Buch damit beworben wird, Elsberg habe akribisch recherchiert. Nach etwa einem Viertel geht dem Buch aber die Puste aus. Es wird zunehmend sterbenslangweilig, den Helden der Geschichte, einen IT-Spezialisten aus Italien, auf seinen Irrwegen kreuz und quer durch Deutschland zu begleiten. Man meint, Elsberg habe den Faden verloren, die Spannung, die er zunächst gekonnt aufgebaut hat, verliert sich in einem Mix aus unfähigen BKA-Beamten, die sich von einem Maladen an Krücken mehrfach überwältigen lassen, einem im Grunde immer gleichen egoistischen, lebensgefährlichen Plebs auf den Straßen und immer neuen Destinationen, die Elsbergs Held anvisiert. Man kann das machen, aber hier sind Elsberg die Gäule durchgegangen, da helfen auch Abstecher in Katastrophenzentralen mit hektischen Ministern und Staatsbeamten nichts mehr. Ich bin bis kurz vor Kapitel 100 gekommen, dann habe ich aufgegeben und abgeschaltet, ich habe mich furchtbar gelangweilt. Nach und nach hat mich auch der Sprecher genervt, der alles reinwirft, aber mit den unterschiedlichen Stimmen zu den diversen Protagonisten mit zunehmender Dauer immer mehr überfordert und aufdringlich wirkt.

Das erste Viertel ist richtig gut und macht Lust auf mehr, allerdings hält Elsberg nicht durch, schade. Eine vertane Chance.

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