Patricia Cornwell - Wer war Jack the Ripper?

Eigentlich müsste das Buch "Walter Sickert war Jack the Ripper" heißen, so sicher ist sich die Autorin, dass sie die englische Kunstikone überführt hat.

Man sollte das Buch - wie ich - mit möglichst wenig Wissen über die Problematik Jack the Ripper lesen, sonst legt man es wahrscheinlich relativ schnell weg.

Cornwell betreibt einen geradezu unglaublichen Aufwand und für den eher weniger Eingeweihten stellt sich mehrmals der Eindruck ein, Sickert hätte es in der Tat sein können.

Über den Konjunktiv geht es aber eigentlich nie hinaus, trotz beispielsweise ins Feld geführter (Aufwand!) angeblich identischer mitochondrialer DNS- Sequenzen auf Sickerts Briefmarken einerseits und Ripper-Briefen andererseits.

Problematisch ist, dass diese DNS-Nachweise sehr ungenau sind, wie auch Cornwell einräumen muss und sie lässt daher wirklich kein Indizlein aus, um Sickerts Täterschaft zu belegen.

Ich finde nicht, dass ihr das gelungen ist, isbesondere ist für mich nicht schlüssig erklärt, warum die Mordserie abrupt endete, Sickert aber noch Jahrzehnte weiterlebte.

Die teilweise sehr drastischen Bilder der Opfer zeigen das Werk eines Ungeheuers und ich bezweifle, dass dieses Ungeheuer mit seinen Morden, die schließlich eine gewisse Handschrift aufwiesen, mehr oder minder von heute auf morgen hätte aufhören wollen oder können. Interessante Lektüre bleibt das Buch aber allemal.

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