Ich sage nicht, dass (der Euro) morgen zusammenbricht. Aber mit diesen Genies in Brüssel ist sicher, dass er nicht lange halten wird"   ( Erzbischof Chrysostomos II. von Zypern). 

 

 

Und wenn sich jemand mit dem Bimbes auskennt, dann die Pfaffen. Siehe IOR.

 

 

23.3.2013

 

 

Falsch konstruiert, schlecht gemanagt und politisch missbraucht

Georg Milbradt über den Euro, 25.3.2013

 

 

Vom Verfall der Sitten durch die Rettungspolitik

Frank Schäffler über den Euro, 23.3.2013

 

 

Interessante Analogie zu Argentinien vor dem Crash 2001. Die Bevölkerung nahm nach der Aufgabe der nationalen Kontrolle über die eigene Währung jahrelange Defizite und damit verbundene Einschränkungen des gesamtgesell-schaftlichen Standards hin (ähnlich wie heute im Süden), ehe es dann ganz schnell ging.

23.5.2013

 

 

Deutschland einschließlich seines EZB-Direktors Fips Asmussen (man höre und staune, der Intimfeind von Herrn Weidmann) ist alarmiert - laut Bericht der FAZ plant die EU eine Aufweichung der Schuldenregeln und zwar gegen den deutschen Widerstand. Die Deutschen stehen dabei offensichtlich allein. Öffentliche Investitionen - samt und sonders sicher schuldenfinanziert - sollen bei den Staatsdefiziten angerechnet werden. Zwar handelt es sich dabei - noch - nicht um dramatische Beträge, aber das ganze Gebilde kommt ins Schwanken, denn wer will ausschließen, dass da noch ganz andere Gestalten hereingewankt kommen, wenn die Tür mal offen ist.

Asmussen: "Man sollte nicht am Stabilitätspakt herumschrauben. Es ist der falsche Weg, bestimmte Teile von Investitionen herauszunehmen, wenn das Defizit berechnet wird. Es darf nicht zwischen guten und schlechten Schulden unterschieden werden. Jedes Defizit muss am Kapitalmarkt finanziert werden".

Schau´n mer mal, wie lange dieser Rütlischwur hält. 

27.5.2013 

 

Mein Lieber, da hat aber jemand die Sieben-Meilen-Stiefel angelegt.

Laut einem Bericht der FAZ sind im Zuge der Schrumpfung des öffentlichen Sektors in Griechenland bereits 99 Staatsdiener entlassen worden, allerdings wegen Korruption.

Man ist bei besagter Schrumpfung nicht nur voll hinter dem Zeitplan, man will die Entlassungen jetzt auch aussetzen.

Grund - die Touristen müssten leiden, wenn wegen der Entlassungen Streiks ausgerufen würden.

Ich hatte bisher nicht festgestellt, dass das Los der Touristen von der Zahl oder gar dem Engagement griechischer Beamter abhängig oder dort auch nur den Hauch eines Gedankens wert gewesen wäre, darüber hinaus gehörten Streiks bisher mindestens zum griechischen Lebensgefühl.

Wer heuer nach Griechenland fährt, weiß was er tut, wie eigentlich schon immer. Aus diesem Grund riecht die Erklärung von Herrn Samaras streng nach ranzigem Verzögerungs-Tsatsiki. 

5.6.2013

 

Am 13.6.2013 haben die deutschen Parlamentarier zu später Stunde beschlossen, die Bankenaufsicht über große europäische Banken - also auch deutsche - an die EZB zu delegieren. 

Der an der Londoner Uni EU-Recht lehrende Jurist Dr. Gunnar Beck sieht hierin einen weiteren Schritt in Richtung Haftungsunion und vergessen wir nicht, seit 20.6.2013 ist es amtlich, dass der ESM auch Banken direkt "retten" darf, wie immer mit den bekannten Zusicherungen - nur unter strengen Auflagen, nur im Einzelfall, nur für systemrelevante Großbanken und auf 60 Milliarden der Höhe nach beschränkt.

Ja ja.

Untergejubelt wurde, dass auch bereits vergebene Bankenhilfe (u.a. an Spanien) auf den ESM übertragen werden kann. 

Wir erinnern uns: Dessen Obergrenze ist zwar definiert, kann aber etwa vom Bundestag jederzeit per Beschluss erhöht werden und da machen wir uns nichts vor, was passiert, wenn Kanzlerin Merkel oder - was Gott verhindern möge - Kanzler Steinbrück von den europäischen "Partnern" unter Druck gesetzt wird. 

Beck weist darauf hin, dass viele Euro-Mitgliedsländer schlichtweg die Kohle für eine Bankenrettung nicht haben und die Gesamtverbindlichkeiten dieser Häuser nur in Billionen ausdrücken kann. Daher sieht Beck den Beschluss vom 13.6.2013 nur als weiteren Schritt zur (auch offiziellen) Haftungsunion. 

Seit 2010 herrsche im Übrigen Rechtlosigkeit, das verbriefte Recht werde bedeutungslos. Die EU breche offen nationales und Unionsrecht, wie auch Frau Lagarde ebenso offen eingeräumt habe, und das alles nur zur Sanierung der Investment- und Geschäftsbanken, die diese Krise wesentlich mit ausgelöst hätten. Folgen werde das für den deutschen Sozialstaat haben, der nicht mehr finanzierbar sein werde, was die Verarmung des deutschen Mittelstandes speziell im Alter zur Folge haben werde. Deutschland habe nicht die Kraft, die Eurozone zu stabilisieren, es habe nicht die Kraft für eine Art Marshall-Plan, dessen Umfang den des historischen Marshall-Plans um das Dutzendfache überschreite. 

23.6.2013

 

 

Die Exporte in den Euroraum sinken weiter. Von 46,6% 1995 auf 37,5% 2012, während die Exporte in den "Rest der Welt" von 35,9% auf 43% stiegen. Quelle.

30.7.2013

 

 


Der IWF erwartet weiteren Schuldenschnitt für Griechenland.

Das wird laufen à la "good cop-bad cop".

Weiterer Schuldenschnitt? Berlin bis 21.9.2013: Nicht mit uns, nein, neeeiin, niemals, kommt nicht in Frage.

Ab dem 24.9.2013 (am 22.9. wird durchgesoffen, boah ey wiedergewählt, der 23.9. ist dann Totenmontag) wird die Regierung Merkel-Westerwelle (zu der es langt, weil die FDP dank der rot-grünen Steuerpläne und eigenem Nichtstun wieder im Bundestag landet) sagen, ja mei, Herrschaften, bitte, was sollen wir denn tun, der IWF hat´s ja auch gesagt?!
Und wenn der Westerwelle Steinbrück heißt, istßs auch nicht anders.

Also wird die nächste dunkelrote Linie überschritten und dann geht´s ans Eingemachte oder besser den Eingemachten, den Steuerzahler nämlich.

Es ist ja nicht so, dass das nicht angekündigt wurde, aber das waren wie wir wissen nur Quartalsirre und stumpfsinnige Propheten mit einem unheilvollen Faible für den Untergang.

Und um das Bild zu komplettieren: Jüngst wurde ja gemeldet, dass EZB-Scherge Asmussen (hat noch deutschen Pass) dafür ist, den deutschen Sitz im IWF-Board zu Gunsten eines europäischen Sitzes aus mehreren Euro-Ländern aufzugeben.
Gut der Mann. 

4.8.2013

 

Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages hat offensichtlich ein Gutachten verfasst, der zu dem Schluss kommt, den verschiedene Leute, die den ESM-Vertrag genau gelesen haben, bereits vor Inkraftreten des ESM gezogen hatten, den nämlich, dass unter Umständen uferlose Nachschusspflicht Deutschlands drohe. 

Zu diesem Kreis gehören wesentliche Teile der Abgeordneten des Deutschen Bundestages erkennbar nicht, auch wenn sie in Interviews so dreinschauen, sie werden jetzt wohl ziemlich blöde aus der Wäsche gucken und schauen, welche Sau man durchs Sommerloch treiben könnte, der Wähler hat ja bekanntlich eine kurze Leitung und ein kurzes Gedächtnis.

7.8.2013


 
Tacheles! Per 31.7.2013 haften die Bundesbürger mit 86 Milliarden Euro für die Krisenländern. Sagt das Bundesfinanzministerium.
Schwerpunkt natürlich Griechenland, das trotz massiv ausstehender Steuerschulden einfach nicht auf die Beine kommt.
Marcel Fratzscher, Chef des DIW, prophezeit ebenfalls einen weiteren Schuldenschnitt, allerdings gebe es kaum noch private Gläubiger, weshalb jetzt die öffentlichen dran seien. Das sei aber noch nicht Ende der Fahnenstange. Angesichts der desolaten Lage des Landes sei es "ein zweistelliger Milliardenbetrag über die nächsten Jahre, der auf Deutschland zukommen wird".

Die Bundesregierung dementiert einen weiteren Schuldenschnitt.
8.8.2013


Tacheles Vol. 2.! Prof. Dr. Sinn zerreisst den aktuellen Aufruf pro EZB-"Geldpolitik" in der Luft und macht noch mal klar, wie die Aktien stehen und damit die Segnungen des Euro zu bewerten sind.  
8.8.2013
 
 
Jetzt haben wir es noch mal schriftlich - 310 Milliarden Euro und keinen Cent mehr (denn die Rechnung stimmt laut Schäuble "auf den Cent genau") beträgt das deutsche Gesamtrisiko bei der "Eurorettung".
Sagt heuer der Bundesfinanzminister und gibt sich angesichts anderer Zahlen und des Vorwurfs der Verschleierei verletzt. Die Vorwürfe seien "wahrheitswidrig und ehrverletzend". Ok, ist angekommen.
Und noch was - einen Schuldenschnitt nach der Wahl gibt´s auch nicht. Versprochen.
 
Sogar die Bild macht heute auch mit den Erklärungen der deutschen Spitzenpolitik zum Schuldenschnitt auf:
 
Merkel vor einem Monat: "Griechenland ist dank der sehr reformorientierten Regierung Samaras vorangekommen. Ich gehe davon aus, dass die Schuldentragfähigkeit auch weiterhin gegeben ist."
 
Schäuble Anfang Juli 2013: "Fest steht: Einen zweiten Schuldenschnitt für Athen wird es nicht geben."
 
Rösler Anfang August 2013: "Für einen Schuldenschnitt sehe ich keine Notwendigkeit. Ein solcger Schritt würde das gerade neu gewonnene Vertrauen in die Eurozone erschüttern und den Reformdruck von den Krisenländern nehmen."
 
Insbesondere weil Rösler eine Begründung liefert bin ich sehr gespannt, welche Verbalvolten geschlagen werden, wenn der Schuldenschnitt nach der Bundestagswahl kommt, was kaum jemand mehr bezweifelt.

17.8.2013


"... Die Slowenen befinden sich jetzt am Scheideweg: Entweder sie strengen sich noch mehr an, um ohne Schulden zu wirtschaften, damit sie zur »Belohnung« spanische Banken retten dürfen; oder sie lassen es bleiben, machen weiter Schulden und lassen sich retten. Dann müssen sie auch nichts für die Rettung anderer Länder bezahlen. Das ist das Gefährliche an der Haftungsunion: Es entsteht eine unheimlich starke Motivation, Schulden zu machen...", sagt Richard Sulik in diesem Interview mit der "Zeit" am 19.8.2012 als Antwort auf die irre Forderung der grünen EU-Tante Franziska Brantner, "Deutschland" (also Sie und mich)  im Rahmen einer Haftungsgemeinschaft für die Schulden anderer Euro-Staaten einstehen zu lassen und damit fertig zu machen. Ist ja nicht Brantners Kohle, meines Wissens hat sie die typische Karriere Kreißsaal, Hörsaal, Plenarsaal hinter sich.

Und er führt zum grünen Schwachsinn folgende Erklräung an:" ... Angeblich muss es Deutschland tun, damit es seinen Export und somit die Arbeitsplätze rettet. Deutschland soll also für die Südländer zahlen, damit die Menschen dort deutsche Produkte kaufen. Außer der banalen Frage, was denn ein Export nützt, den das exportierende Land selbst bezahlt, gibt es eine viel kniffligere Frage: Wäre es dann nicht besser, das, was sonst exportiert wird, den Bürgern des eigenen Landes zu schenken statt denen eines fremden Landes?...".

Mehr ist dazu nicht zu sagen. Ich mag den Mann.

PS: Ich halte es für möglich, dass ich dieses Interview hier schon mal irgendwo gepostet habe, macht aber nix, das kann man nicht oft genug lesen, gerade auch 2013.
21.8.2013





Kackfrecher geht´s ja kaum noch.
Gestern in der Flimmerkiste Auftritt Finanzminister Schäuble. Abgeklärt
wie immer erklärt er, es sei ja klar und auch immer gesagt worden, dass es 2014 für Griechenland ein drittes Programm geben müsse. Aha.
Mein Informationsstand ist allerdings der, dass die Rettungsschirme auslaufen, das habe MAN KLAR VEREINBART.
Erklärt vom Herrn Minister im Interview vom 24.7.2010.
Schnee von gestern, wieder einmal.
Und wie das die Reformbemühungen der Griechen anfeuern wird, denn jetzt ist ja klar, dass Fremdknete wieder fließen wird. 
Einen Vollspannkick ins Lattendreieck gibt das auch noch ab, denn eigentlich war ja abgemacht, dem Steuerdukatenesel erst nach der Wahl am 22.9. reinen Wein einzuschenken. Wie konnte das passieren?

 

Der absolute Treppenwitz bei der Geschichte ist aber, dass drei Tage vorher Kai A. Konrad, Direktor des Max-Planck-Instituts für Steuerrecht und öffentliche Finanzen, ferner Chef des wissenschaftlichen Beirats am (wohlgemerkt deutschen) Finanzministerium, damit also oberster Berater Schäubles, in diesem Interview mit der "Welt" ziemlich unverblümt die Meinung vertrat, der Euro-Raum so wie wir ihn kennen, sei Schnee von gestern, die Situation in mehreren Südländern sei absolut desolat. 

Eigentlich müsste Deutschland ihn verlassen, der Euro sei nicht Europa (hört, hört) und (nur) Europa müsse man retten. Das funktioniere, wenn einige wirtschaftliche Schwergewichte den Euro-Raum verließen. Amen.

Auch sehr schön: "Sie sind gescheitert und wollen uns wieder retten – Schäuble droht uns mit neuer Hilfe”, schreibt heuer das griechische Blatt Efimarida ton Syntakton. 
21.8.2013



Broder über die EU und den Euro, sehr schön: Die EU ist ein Mietshaus mit dreister Erpresserkultur. 
28.8.2013
 
 
 
 
Mal kurz was anderes - der EU-Kommission sieht den Erfolg oder die Leistungskraft eines Mitgliedstaates durch die Brille des Landwirts, der die fetten Euter seiner Kühe betrachtet.
Das ist nicht nur bei der Kohle so, sondern indirekt mittlerweile auch bei der Ausbildung. 
Deutschland hat seit Jahrzehnten eine Erfolgsgeschichte geschrieben mit seiner dualen Ausbildung, die sich seit einigen Jahren auch zum Exportrenner entwickelte.
Da in der EU aber wie üblich nicht etwa versucht werden soll, nachlässige Kandidaten auf das Niveau der Stärkeren zu heben, senkt man einfach die Anforderungen
Auch eine Möglichkeit.
4.10.2013

 

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