Bei den Griechen haben die "eurofreundlichen" Parteien gewonnen und heuer spendiert der IWF oder besser dessen Mitglieder eine halbe Billion Dollar, um unter anderem der Eurokrise Herr zu werden. In Frankreich stellen die Sozialisten nicht nur den Präsidenten, sie haben jetzt auch die absolute Mehrheit im Parlament und wie wir wissen, sind sie ja "für Wachstum".

Hurra, hurra, was für goldene Zeiten, die leider nur durch die Nachricht getrübt werden, dass Spanien mittlerweile unbezahlbare 7 Prozent und mehr für seine 10jährigen Staatsanleihen anbieten muss, weil keiner den Ramsch mehr haben will, die Bankenstützung im Umfang von 100 Milliarden Euro bereits schneller verpufft ist als man "Bankenunion" nuscheln kann und die Griechen angesichts ihrer tapferen Sparbemühungen jetzt bislang nicht näher bezeichnete "Erleichterungen" im Zusammenhang mit dem Spardikat haben wollen, die dann sofort auch alle anderen Wackelkandidaten fordern werden, in diesem Fall mit Recht.

Tout le monde redet also über Geld, ich frage mich, ob die alle die katastrophalen Berichte von OECD & Friends über die griechische Bürokratie vergessen haben, unter denen die Tinte eben trocken geworden ist oder dass die griechischen "Retter" von heute personenidentisch sind mit den Tätern von gestern.

Dazu passt aber, was der ausgewiesene Experte Costa Cordalis gestern bei Plasberg Gott sei Dank ohne musikalische Untermalung zu sagen wusste: "Die Griechen haben immer das geschafft, was sie sich vorgenommen haben".

Abgesehen davon, dass mich diese Folklore und dieses "Wiege der Demokratie"-Gefasel anödet, würde das auch stimmen, wenn er damit Schuldenmachen, Bestechen und Steuerhinterziehen gemeint hätte.

Und nota bene - 77% aller Griechen sind der Meinung, die Deutschen bastelten am "Vierten Reich".

Oder die überbordende und alles erstickende Bürokratie in Italien, die einen der Gebrüder Barilla, Vize-Präsident des gleichnamigen Pasta-Imperiums, sehr pessimistisch stimmt, denn Monti komme bei der Jäterei im Beamtendschungel nicht schnell genug vom Fleck, auch der Arbeitsmarkt sei nicht dereguliert, was nicht verwundern kann, wenn man sich das Beharrungsvermögen ganzer Gesellschafts-Klassen vergegenwärtigt, die Jahrzehnte prima vom System lebten.

Das ganze Geschwafel über Kohle, Kohle und noch mehr Kohle erinnert mich an den Gärtner, dessen Tomaten vertrocknen, weil er versucht, sie mit einem Sieb zu wässern. 

Ist das sogar europaweit vielleicht nichts anderes als Samaras & Friends,  im Norden halt mit Geld?

19.6.2012

 


"Solange ich lebe wird es keine Eurobonds geben", sagte Kanzlerin Merkel am gestrigen Tag. Ok, hab´ ich vernommen. Und gleich notiert. 

26.6.2012

 


Hier plädieren Frank Schäffler und Burkhard Hirsch, warum der ESM-Vertrag vom Bundestag nicht  ratifiziert werden darf.

25.6.2012



Die "Welt" hat heute vier Gründe genannt, warum Deutschland trotz des Abschwungs in einigen Euro-Staaten stabil bleiben könnte:

1. DIE ABHÄNGIGKEIT VON EUROPA SINKT

Keine Frage: Europa war, ist und bleibt ein wichtiger Markt für die Exportnation Deutschland. Allerdings lässt die Bedeutung merklich nach. 2011 gingen nur noch 59,2 Prozent der Exporte in die Europäische Union. Das ist der niedrigste Wert seit 20 Jahren – und er dürfte noch deutlicher zurückgehen.

"Bis Ende dieses Jahrzehnts dürfte der Anteil der EU an unseren Exporten unter die Marke von 50 Prozent fallen", sagt der Außenhandels- chef des Deutschen Industrie- und Handels-kammertages (DIHK), Volker Treier. "Grund dafür ist, dass die Schwellenländer auch künftig stark wachsen werden – und damit auch unsere Ausfuhren dorthin."

Anmerkung: Nicht erwähnt ist, dass die Exporte in die EU nicht gleichbedeutend sind mit Exporten in die Euro-Staaten. Prozentual hat dort der Export in den vergangenen Jahren sogar nachgelassen.

2. DEUTSCHLAND WIRD ALS STANDORT ATTRAKTIVER

Wer in Europa investieren will, der kommt nur schwerlich an Deutschland vorbei. Die Bundesrepublik gehört als einziger Euro-Staat zu den zehn wettbewerbsfähigsten Volkswirt-schaften der Welt, fand die Schweizer Business School IMD bei einer weltweiten Umfrage unter Tausenden Geschäftsleuten heraus. Gut ausgebildete Beschäftigte, politische Stabilität und eine zuverlässige Infrastruktur gelten als größte Pluspunkte.

Nach einer Umfrage der Wirtschaftsprüfer Ernst & Young unter 400 Unternehmen in China ist Deutschland in Europa das mit großem Abstand begehrteste Ziel für Investitionen und Zukäufe. 63 Prozent haben ihre Europa-Zentrale in Deutschland angesiedelt, Frankreich folgt abgeschlagen mit 13 Prozent.

 

3. DIE KRISE SORGT FÜR EINEN BAUBOOM

Bundeswertpapiere werden von verunsicherten Anlegern weltweit gesucht – mit der Folge, dass deren Zinsen von einem Rekordtief zum nächsten eilen, zumal die Europäische Zentralbank ihren Leitzins in den kommenden Monaten angesichts der Rezession in vielen Euro-Ländern auf neue Rekordtiefs senken könnte. Das alles macht Baugeld in Deutschland so billig wie noch nie.

Deutschland erlebt deshalb einen Bauboom. 2011 wurden rund 15 Prozent mehr Wohnungen fertiggestellt. Im ersten Quartal 2012 zog die Bauindustrie 12,5 Prozent mehr Aufträge an Land als ein Jahr zuvor. "Die ausgesprochen gute Lage am Bau strahlt auf andere Wirtschaftsbereiche aus", sagt die Bundesbank. Am stärksten profitieren das Handwerk und baunahe Dienstleister.

 

4. DEM STAAT BLEIBT SPIELRAUM FÜR KONJUNKTURIMPULSE

Zeichnet sich ein Abschwung in Deutschland ab, muss die Bundesregierung dem nicht untätig zusehen. Während Griechenland, Spanien & Co. in der Rezession noch Steuern erhöht, Ausgaben gekürzt und die Krise damit noch verschärft haben, muss die Bundesregierung dies nicht tun. Im Gegenteil: Sie kann sogar gezielte Konjunkturimpulse setzen.


Nach Prognose des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) werden Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung in diesem Jahr einen Überschuss von 15 Milliarden Euro erwirtschaften. Damit können beispiels- weise Sozialbeiträge gesenkt werden, um die Bürger zu entlasten und den Konsum anzukurbeln.

26.6.2012

 


Spanien und Italien sind weiter im unkontrollierten Absturz.

26.6.2012

 



Ohne Worte.

26.6.2012

 


"Auf dem EU-Gipfel bleibt es bei unserer Ablehnung für gemeinsame Schuldtitel und für eine mögliche Bankenunion in Form einer Übernahme von Haftungsrisiken und gemeinschaftlicher Einlagensicherung"

und

"Die Staaten Europas setzen immer wieder politisches und finanzielles Kapital ein, um ein Instrumentarium zu schaffen, haben dann aber Scheu, dieses zu nutzen. Dieses Missverhältnis müssen wir auflösen", heißt es heute in Berlin vor dem anstehenden Gipfel.

Richtig! Und bitte hart bleiben. Die bestehenden Instrumente anders einzusetzen als vorgesehen (Bankenunion), um damit Durchgriffsrechte der Gläubiger zu pulverisieren, ist die Denke, die überhaupt erst zur Katastrophe geführt hat.

28.6.2012

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