Was hat man von Athen aus der armen Christine Lagarde den faltigen Hintern versohlt, als sie wagte zu sagen, es gäbe kein Problem, wenn die Hellenen einfach nur ihre Steuern bezahlen würden.
Herr Venizelos identifizierte umgehend die allfällige "Beleidigung der Griechen".

Hätte er vorher mal mit Nikos Lekkas gesprochen, eher er den Mazyek für Arme abgab.
Lekkas ist Chef der SDOE, der griechischen Steuerfahndungsbehörde, die es also zu geben scheint. 

Lekkas:" ... Ich stimme Frau Lagarde vollkommen zu ... Die Steuerflucht in Griechenland erreicht 12 bis 15 Prozent des Bruttosozialprodukts. Das sind 40 bis 45 Milliarden Euro im Jahr. Wenn wir davon auch nur die Hälfte eintreiben könnten, wäre Griechenlands Problem gelöst ... Unsere Politiker haben begonnen, das zu verstehen ... Die nötigen Gesetze haben wir schon seit 1996, sie wurden nur nie angewendet ... Es gibt eine  systemische Korruption, die die ganze Gesellschaft durchdringt ... Es wird eine soziale Explosion geben, wenn die Eliten weiterhin ungestraft bleiben, während des Volk geschröpft wird ".
Doch noch nicht fünf nach zwölf?

Aber Vorsicht! Die SDOE MELDET Steuern und Strafgelder nur an die Finanzverwaltung, 11 Milliarden Euro seit 2009. Die Verwaltung muss dann eintreiben.
Dazu ist sie auf die Mitwirkung der Banken - Einsichtnahme in Konten - angewiesen. Und da hapert es gewaltig, speziell bei 500 ins Visier geratenen griechischen Politikern wird gemauert, so dass die große Gefahr besteht, dass bei der Bank gebunkertes Geld bis zur Auskunftserteilung weg ist, Mandatsträger sind ohnehin immun.

Die SDOE fahndet an Hand eines Vergleichs zwischen Immobilienbesitz und verfügbarem Einkommen. Kracht´s da im Gebälk, versucht man, Einblick in die Konten zu bekommen, was in Schweden eine Woche, in Griechenland ein Jahr dauert.

Wie üblich bei dem Problem, wer eigentlich die Wächter bewacht, stellt die Fahndung selbst auch einen Teil des Problems dar, da sich Fahnder schmieren lassen oder "Schutzgelder" erpressen. Jetzt soll bei der SDOE ein neues DV-System namens Elenxis eingeführt werden, das den Zugriff auf alle Aktivitäten der Fahnder erlaubt. 

8.6.2012


Bitter und gallig, aber klasse! Gersemann, Eurokrise und EM 2012.
8.6.2012



Spanien hat erst erstmals Hilfen der EFSF im Umfang von 100 Milliarden Euro in Anspruch genommen, die der Sanierung des heimischen Bankenwesens dienen sollen. Das geht bedingungsgemäß und hat für Herrn Rajoy den Vorteil, dass er keine weiteren Sparbeschlüsse durch´s Parlament bringen muss, die Kohle gibt es ohne Vorbedingungen. Diese frohe Botschaft vom Wochenende war aber bereits verpufft, noch ehe der erste Euro transferiert war.

Spanien kommt aktuell nicht günstiger an Geld. Die Renditen 10jähriger Anleihen stiegen allein heute gegnüber gestern um etwa 0,15% auf knapp 6,7%, die Kreditausfallversicherungen (CDS) verteuerten sich ebenfalls.
Identisch die Entwicklung bei italienischen Papieren.
Fitch hatte Spanien übrigens vergangene Woche drei Stufen von A auf BBB herabgestuft.

Nächster Patient übrigens Italien, dessen Wirtschaft von Januar bis März 2012 um 0,8% gegenüber dem Vorquartal geschrumpft ist. Es gelingt Monti offensichtlich auch nicht, den fast ständisch organisierten Arbeitsmarkt zu entflechten, was DIE Chance für die Jugend wäre.
Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank bezeichnete Italien heute als "wirtschaftlich angeschlagenes Land, das dringend Reformen bedarf".
12.6.2012



Kurz zur Erinnerung, Stand Mitte Juni 2012:

Die EFSF von Mai 2010 kann Kredite vergeben bis 440 Milliarden Euro.

192 Milliarden sind bereits verplant für Griechenland, Portugal und Irland. Neu hinzukommen wird Spanien.

Portugal unde Irland haben von den 192 Milliarden insgesamt etwa 49 Milliarden Euro zugesagt bekommen und zwar vom sog. EFSM ( = Europäischer Finanzstabilisierungs- mechanismus wohl unter dem Dach der EFSF), einem weiteren europäischen Hilfsfond, den Rest von über 140 Milliarden hat Griechenland in zwei Hilfspaketen zugesagt bekommen.

110 Milliarden (der 140 Milliarden) wurden im ersten Hilfspaket der Euroländer unter Einbeziehung des IWF und Gewährung bilateraler Kredite zugesagt, 73 Milliarden sind davon ausbezahlt in sechs Schritten, wovon der IWF 20,1 Milliarden zahlte, Deutschland 15,17 Milliarden, die Eurozone insgesamt ca. 53 Milliarden.

Es folgt ab 1.7.2012 der ESM, der Notkredite im Umfang von 500 Milliarden vergeben kann. Aufzuaddieren sind die oben erwähnten Zusagen an Griechenland, Portugal und Irland (knapp 200 MIliiarden), die Leistungen des EFSM (ca. 49 Milliarden) und den ebenfalls erwähnten Leistungen der Eurozone im Umfang von etwa 53 Milliarden. Das gibt zusammen die in den Medien erwähnten 800 Milliarden.

Klar soweit?
12.6.2012



Die Katze ist aus dem Sack, endgültig. Die EU-Kommission unter Führung des sauberen Herrn Barroso will Deutschlands Widerstand brechen und sowohl Euro-Bonds als auch die Bankenunion einführen.
Die Schulden sollen vergemeinschaftet werden, es sollen also - wie Otmar Issing jüngst sagte - die bestraft werden, die solide und vorausschauend gewirtschaftet haben und die Prasser und Hasardeure belohnt werden.

Wenn das durchgeht, ist es aus mit der von Berlin völlig zu Recht geforderten Haushaltsdisziplin speziell bei den üblichen Verdächtigen, die seit 2001 jeden geliehenen Euro sofort auf den Kopf gehauen haben.

Und die Opposition verliert sich in Diskussionen darüber, wie man neben einer Finanztransaktionssteuer noch an der Einnahmeschraube einerseits drehen und Strohfeuerinvests andererseits auflegen könnte. Wie nicht anders zu erwarten wittern gerade die Jusos Morgenluft, es geht ja wieder ums Umverteilen.

Man bemerkt nicht, dass das Wasser auf die Mühlen speziell der Kommission bedeutet, denn augenblicklich schaut natürlich die ganze marode Euro-Zone auf den Musterknaben. Man könnte verzweifeln.
13.6.2012




Hier nun eine Grafik zum ESM (ab 1.7.2012), die die Einlagen und die Kreditzusagen zeigt. Ich bin mal gespannt, wie Spanien, Italien und Griechenland ihre Zusagen einhalten werden.
Wie man heute liest, hat der ESM das belgische Parlament passiert. Deutschland hat seinen Nachtragshaushalt (erste und zweite Tranche kommen dieses Jahr ja gleichzeitig) auch durch.

16.6.2012

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