Wenn gar nichts mehr geht, zieht irgendjemand den Grass Günter hervor und der reimt und/oder dichtet dann etwas Absurdes dazu, kennt man ja mittlerweile, seine Israel-Suada ist in bester unguter Erinnerung.

 

Jetzt droht ihm sicher die griechische Ehrenbürgerwürde, denn mit nachfolgendem Bockmist hat er sich zweifelsohne einen Platz im dortigen Olymp erkrickelt.

 

Keine Rede von demokratieverhöhnenden Verhaltensweisen vor, bei und nach dem Beitritt zum Euroraum 2001, seit etwa 11 Jahren also, stattdessen verschwurbeltes Geleiere und Gefasel über böse Mächte, die ihren Bürgern mit Maßhalten und Vorausschau ein hinreichend selbstbestimmtes Leben gewährleisten und seit Ausbruch der Krise fast bis zur Selbstaufgabe Geld für ein Volk zur Verfügung gestellt haben, das seinen dekadenten und die eigene Geschichte verhöhnenden Lebensstil fernab jeden Verantwortungsgefühl auf Kosten Anderer fortsetzen will, komme was da wolle.


Günters Schande!

 

Europas Schande

Ein Gedicht von Günter Grass

Dem Chaos nah, weil dem Markt nicht gerecht,
bist fern Du dem Land, das die Wiege Dir lieh.

Was mit der Seele gesucht, gefunden Dir galt,
wird abgetan nun, unter Schrottwert taxiert.

Als Schuldner nackt an den Pranger gestellt, leidet ein Land,
dem Dank zu schulden Dir Redensart war.

Zur Armut verurteiltes Land, dessen Reichtum
gepflegt Museen schmückt: von Dir gehütete Beute.

Die mit der Waffen Gewalt das inselgesegnete Land
heimgesucht, trugen zur Uniform Hölderlin im Tornister.

Kaum noch geduldetes Land, dessen Obristen von Dir
einst als Bündnispartner geduldet wurden.

Rechtloses Land, dem der Rechthaber Macht
den Gürtel enger und enger schnallt.

Dir trotzend trägt Antigone Schwarz und landesweit
kleidet Trauer das Volk, dessen Gast Du gewesen.

Außer Landes jedoch hat dem Krösus verwandtes Gefolge
alles, was gülden glänzt gehortet in Deinen Tresoren.

Sauf endlich, sauf! schreien der Kommissare Claqueure,
doch zornig gibt Sokrates Dir den Becher randvoll zurück.

Verfluchen im Chor, was eigen Dir ist, werden die Götter,
deren Olymp zu enteignen Dein Wille verlangt.

Geistlos verkümmern wirst Du ohne das Land,
dessen Geist Dich, Europa, erdachte.

 

Ja, Günter Grass, geistlos, das trifft die Sache.

Und sollte es nicht besser heißen "Die mit der Waffen-SS Gewalt das inselgesegnete Land heimgesucht, trugen zur Uniform Hölderlin im Tornister"?

24.5.2012

 


... die im Schatten sieht man nicht. Daran muss ich denken, wenn ich das Krakeele griechischer Politiker höre. Heute stimmen die Iren über den Fiskalpakt ab und wie man liest, werden sie knapp "ja" sagen, weil sie wissen, dass sie einerseits auf weitere Hilfen angewiesen, andererseits aber auch verpflichtet sind, ihren Haushalt in Ordnung zu bringen, was seit zwei Jahren unter erheblichen Schmerzen bereits geschieht, ohne dass Barrikaden gebrannt hätten.

Oder vergegenwärtigen wir uns das Baltikum. Ich habe neulich wieder gehört, wie sehr beispielsweise Estland unter den Folgen des verordneten Sparkurses gelitten hat, die Wirtschaftsleistung brach ein, die Arbeitslosig- keit stieg dramatisch an und jetzt scheint der Turnaround geschafft, dem Land geht es bereits viel besser.

Wir haben nicht nur eine Schuldenkrise oder eine Krise der Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch eine Mentalitätskrise, denn es wird immer deutlicher, dass man in Athen einen "money-for-nothing"-Kurs fährt. Das war wie ich finde absehbar, denn man hat seit 2001 nichts, aber auch gar nichts getan, um das abzuwenden, was jetzt eingetreten ist und was bitteschön soll die Hoffnung nähren, dass das künftig anders werden soll? 

31.5.2012

 


Noch ein Nachschlag gefällig? Statt nur Staaten zu retten, denkt man bei der EZB darüber nach, ob man nicht einen europaweiten Einlagensicherungsfond benötigt. Brechen also europaweit Banken zusammen, sichert der Steuerzahler der Geberländer (viel sind´s ja nicht mehr) die Einlagen bei diesen Banken. Wie an anderer Stelle schon gesagt - ich find´s auch prima, dass Deutschland bei der EZB am Katzentisch sitzt.

3.6.2012

 


Im November 2011 waren noch 73% aller Franzosen dafür, Griechenland für mangelnde Reformanstrengungen zu bestrafen und aus der Euro-Zone zu schmeißen. Sieben Monate, verschlechterte Werte und eine Präsidentschaftswahl später sind das im Mai 2012 ganz anders aus. Jetzt sind nur noch 44% dafür. Schwant einem, dass unter Umständen die Franzosen die Griechen von morgen sein können?

3.6.2012

 


"Europa ist zur Ideologie geworden, und wehe dem, der Zweifel hat: Im Handumdrehen ist er ein gefährlicher "Euroskeptiker", böser Populist, reaktionärer Verräter an der Zukunft des Kontinents ... Hinter dicken Glasscheiben werden immer neue Fiskal- und Wachstumspakete ausgetüftelt, wie zu Zeiten der triumphalen Politbüro-Prosa, die in der "Aktuellen Kamera" verlesen wurde, soll sich die gesetzmäßige Logik der Geschichte durchsetzen, deren schepperndes Echo sich zum Zweizeiler reimt: Vorwärts immer/rückwärts nimmer ... Wenn der auf "Autopilot" eingestellte europäische Geschichtsoptimismus geradezu gewaltsam versuchte, gleiche Verhältnisse in allen EU-Staaten anzustreben, wäre die totalitäre Logik von Robbespierres "Wohlfahrtsausschuß" nicht mehr weit",

sagt Reinhard Mohr, der für den "stern", die "FAZ", vor allem aber für die "taz" geschrieben hat und damit nicht als Bruder im Geiste von Gerhard Löwenthal zu gelten hat.

Er spricht mir aus dem Herzen. Ich habe es aufgegeben, den Kitt im Euro zu suchen, der das Europa der Vaterländer angeblich immer weiter zusammenrücken lassen würde. Dazu walten der gegenseitige Hass, die gegenseitige Abneigung in diesem einig´ Kontinent in den vergangenen Monaten zu sehr und das wohlgemerkt als direkte Folge einer als Glücksgöttin angekündigten Währung.

Offene, pluralistische Gesellschaften sind doktrinären Systemen unter anderem deshalb meilenweit überlegen, weil sie einen Wettbewerb der Ideen zulassen und aus Ideen entstehen Projekte, aus Projekten Fortschritt. Doktrinäre, intolerante Regime können da nicht mithalten, weil sich die Richtung von Ideen nicht oder kaum prognostizieren lässt und deshalb zwangsläufig dem Primat zuwiderlaufen, dass in solchen Ländern nur einer - oder einige Wenige, s. Politbüro - zu sagen hat, was zu tun, zu sagen und zu denken ist.

Wir sind angesichts des derzeitigen gesellschaftlichen Klimas, das ganz wesentlich zusammengebraut wird durch unsere Eliten, in erster Linie der politischen Avantgarde, aber massiv dabei, diesem ideenbefeuerten Fortschritt das Wasser abzugraben und das hat Reinhard Mohr absolut zutreffend analysiert.

Wer das Mantra "systemrelevant", "alternativlos" oder "nicht hilfreich" abspult und jede möglicherweise unbequeme Äußerung, jede möglicherweise unbequeme Idee verbal niederknüppelt, der muss sich den Vorwurf gefallen lassen, aus dem versprochenen paneuropäischen Paradies nach und nach einen geistigen Friedhof zu machen und das zu verraten, was eine offene und pluralistische Gesellschaft ausmacht.

Fällt niemandem auf, dass sowohl in Euro-, wie auch in Umweltfragen seit einiger Zeit von sog. "Skeptikern" die Rede ist? Früher hießen diese Leute übrigens "Ketzer" oder "Häretiker".

Es steht zwar nicht zu befürchten, dass die Scheiterhaufen wieder aufflammen, um die "Skeptiker" physisch zu vernichten, der bürgerliche Tod droht gleichwohl, wenn man sich etwa dem Mainstream der Ersatzreligion Umweltschutz widersetzt, unzählige Beispiele belegen das.

Nichts anderes bei der Integration und erst recht nichts anderes in Fragen dieser vermaledeiten Währung, die als Synonym für "Europa" bewusst mißbraucht wird.

Andererseits ist es halt auch so, dass ein Volk die Regierung und die Politikavantgarde (*räusper*) hat, die es verdient.

7.6.2012

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