Allmählich ist man versucht, eine neue Kolumne "Neulich beim Scharia-Richter" zu installieren.

Wäre es nicht so gräßlich, man könnte sich totlachen über eine nur noch realsatirische Gesetzgebung und Recht-sprechung in islamischen Staaten.

Damit man mich nicht falsch versteht. Ich greife hier mal zu einem drastischen Beispiel: Auch im Dritten Reich gab es den normalen (Rechts)Alltag, Kinder wurde adoptiert, Grundstücke verkauft, Autos verliehen, Bücher verlegt, man konnte, wenn man mit dem Regime nicht kollidierte und die Scheuklappen nicht ablegte so tun, als handle es sich um den Alltag in einem ganz normalen Land. Ähnlich verhält es sich zweifelsohne auch mit Ländern wie dem Iran. Ob das in Saudi-Arabien oder dem Sudan auch so funktioniert weiß ich nicht.

Ich weiß aber, dass vor einiger Zeit der Artikel 152 des sudanesischen Strafgesetzbuches auf Lubna Ahmed al Hussein angewendet wurde. Dieser Artikel sieht vor, dass mit Auspeitschung bestraft wird, wer "skandalöse Handlungen" vornimmt. Der Hinweis auf Ehebruch und vor allem Prostitution zeigt mal wieder mit hinreichender Deutlichkeit, dass der männlich geprägte Islam damit primär natürlich Frauen gemeint hat.

Seit geraumer Zeit unterfallen dieser Vorschrift auch Frauen, die "öffentlich Hosen tragen". Wie Frau al Hussein, die von einem Scharia-Schnellgericht zu 40 Peitschenhieben verurteilt wurde. Die Peitsche besteht aus Nashornleder und ist dicker als ein Daumen. 

Frau al-Hussein nutzte ihre Popularität als Journalistin und veranstaltete im weiteren Verfahren ein mächtiges Tam-Tam, auch um öffentlich zu machen, dass im Sudan bereits tausende von weniger wohlhabenden Frauen für dieses "Delikt" bereits ausgepeitscht worden sind, ein Ende ist nicht in Sicht.

Frau al-Hussein hat den Sudan mittlerweile verlassen. 

4.2.2012


Mariam Ishak, 27, soll früher Muslimin gewesen sein, was sie bestreitet. Auf jeden Fall ist sie wegen "Gotteslästerung" und "Glaubensabtrünnigkeit" (= Christin) zum Tode verurteilt worden.  Und weil sie mit einem Christen verheiratet ist, legte man 100 Peitschenhiebe oben drauf. Frau Ishak wurde zum Tod durch Erhängen verurteilt, vorher soll es noch die 100 Schläge geben.

Da sie schwanger war und ihr Kind mittlerweile auf die Welt gebracht hat (bei der Geburt wurden die Fußfesseln nicht geöffnet), ließ man ihr Zeit, sich die ersten zwei Jahre um ihr Kind zu kümmern, ehe man sie aufhängt. Die 100 Schläge sollte sie aber demnächst - kurz nach der Geburt - bekommen.

Auf internationalen Protest ist Bewegung in diese islamische Steinzeitangelegenheit  gekommen, angeblich soll Frau Ishak frei kommen.

1.6.2014

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