Martin Suter - Small World

Suter ist ein Beispiel dafür, wie fragmentarisch meine "Bücherliste" ist. Ich bin großer Fan seiner Schreibe, vor allem seiner Hatz auf Business-Profilneurotiker ("Business Class"), habe ihn hier wie so viele meiner Lieblingsschriftsteller bislang nicht erwähnt .

Zuvörderst mag ich aber wie gesagt seine geschmeidige, elegante und klare Sprache und da ist für mich das Thema eher zweitrangig. 

In "Small World" geht es um einen Alzheimerpatienten, der im Zentrum einer jahrzehntelang zurückliegenden Verschwörung mit einem bislang ungesühnten Kapitalverbrechen steht. Dem Alzheimerthema wird Suter meines Erachtens schon deshalb nicht gerecht, weil sich die Story in extrem begüterten schweizerischen Verhältnissen abspielt und die Nöte von Otto Normalverbraucher, der mit dieser heimtückischen Krankheit konfrontiert ist, natürlich nicht ansatzweise gestreift werden.  

Falls erforderlich baut man da eben das Gästehaus auf dem hektargroßen Privatgrundstück zur exzellenten Privatklinik um und rekrutiert qualifiziertes Personal für eine Rundum-Betreuung. 

Interessant ist das Ganze aber gleichwohl und die mit der Krankheit verwobene Backgroundgeschichte erinnert an einen Detektivroman. Die Krankheit selbst bzw. der damit verbundene Verlust des Kurzzeitgedächtnisses bei Wiederaufleben längst vergessen geglaubter Ereignisse von vor Jahrzehnten weisen den Weg zur Aufklärung der Geschichte, ein gelungener dramaturgischer Kniff.

Über die wunderbare Sprache, immer mal wieder gewürzt mit dem Suter´schen Hintersinn voller Ironie machen das Buch für mich zum Lesevergnügen.

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