Es geht voran.

2002 verbrannten in einer Mädchenschule in Mekka 15 Schülerinnen. Die Mädchen hatten versucht, die brennende Schule zu verlassen, fatalerweise ohne auf die Schicklichkeit zu achten. Da die Schule nur von Mädchen und Lehrerinnen betreten werden durfte, hatten sie Kopftücher und lange Gewänder nach Betreten der Schule abgelegt und es wegen des Brandes aus saudischer Sicht islamwidrig unterlassen, sich wieder  zu mumifizieren, ehe sie flüchteten. Die vor Ort anwesende Religionspolizei erinnerte sich an den Propheten, Allah und die Vorgaben korrekten Verhaltens von Frauen in der Öffentlichkeit, erkannte den Verstoß und prügelte die Mädchen zurück in die Schule, wo sie verbrannten.

Acht Jahre hat man in Riad angestrengt nachgedacht und entdeckte nun jüngst den Stein der Weisen. Schulleitungen und Wachpersonal wurden angewiesen, Rettern, hier also der Feuerwehr, im Brandfall sofort und ungehindert Zugang zu Schulen zu gewähren. Auch bei solchen, die Mädchen unterrichten. Gott sei Dank hat es in den letzten acht Jahren in saudischen Mädchenschulen nicht mehr gebrannt. Wie gesagt – es geht voran. Man ist jetzt etwa im 13. Jahrhundert  unserer Zeitrechnung angelangt. Sind nur noch 800 Jahre, wird schon werden.

27.05.2010



Heute wurde bekannt, dass Thronfolger des greisen und kränklichen Königs Abdullah von Saudi-Arabien Prinz Najef werde, ein Bruder des Königs.

Der eigentlich vorgesehene Nachfolger, Kronprinz Sultan, ist jüngst einem Krebsleiden erlegen.

Najef gilt selbst für saudi-arabischen Verhältnisse als stock-konservativ und unterhält beste Beziehungen zu den Religionsgelehrten im Land, deren Rechtsgutachten hier an anderer Stelle schon gepostet habe und die einen gruseln lassen.

Allgemeine Befürchtung ist jetzt, dass die mühsam eingeführten Freiheiten wieder radikal kupiert werden und die Saudis gesellschaftspolitisch wieder ins finstere Mittelalter zurückfallen.

28.10.2011



Im Schlaraffenland für Salafisten - Saudi-Arabien - ist jüngst eine Frau geköpft worden. Vorwurf: Hexerei. Das ist dort ebenso ein todeswürdiges Kapitalverbrechen wie der Abfall vom (rechten) Glauben. Was oder wen sie wie verhext hat, ist nicht gemeldet. Frau Nassar war das 73ste Hinrichtungs- opfer in 2011, 140 weitere Delinquenten warten noch auf ihre Hinrichtung.

13.12.2011

 


Let´s fetz.

P.S.: R. E. weiß natürlich ganz genau, dass es nicht um die Fehler und Mängel des Christentums oder ähnliches Gesums geht, sondern allein darum, dass das Christentum oder besser seine Kirchen ihren Frieden mit dem säkularen Staat gemacht haben. Ob das anderen Orts auch so ist, muss sich erst noch erweisen. Aber das war mir dann zu blöd, die Diskussion begann sich ohnehin im Kreise zu drehen.

16.12.2011



Neues aus dem Spacko-Land.

Folgendes schrieb der saudische Blogger Hamza Kashgari (23) via Twitter anlässlich des Geburtstages des Propheten:

"An Deinem Geburtstag werde ich sagen, dass ich den Rebellen in Dir geliebt habe, dass Du mir immer eine Quelle der Inspiration warst und dass ich Deinen göttlichen Heiligenschein nicht mag. Ich werde nicht für Dich beten."

"An Deinem Geburtstag sehe ich Dich, wo auch immer ich hinschaue. Ich habe bestimmte Aspekte von Dir geliebt, andere gehasst und viele nicht verstanden."

"An Deinem Geburtstag werde ich mich nicht vor Dir verbeugen und nicht Deine Hand küssen. Stattdessen werde ich sie schütteln, wie Gleichgestellte es tun. Und ich werde Dich anlächeln, wie Du mich anlächelst. Ich werde zu Dir wie zu einem Freund sprechen und nicht anders."

Das reichte. Auf die Tweets bekam er 30.000 aufgebrachte Antworten, angereichert mit den üblichen Todesdrohungen.

Nach seiner Flucht aus Saudi-Arabien wurde er nun in Kuala Lumpur festgenommen.

Grund war ein Haftbefehl, den König Abdullah himself veranlasst hatte. Der Geistliche Nasser al-Omar hatte Kashgari zuvor mit tränenerstickter Stimme der Apostasie bezichtigt, worauf in Salafi-Gaga-Land bekanntlich die Todesstrafe steht.

Ob Kashgari von Malaysia ausgeliefert wird ist noch offen.

11.2.2012 

Nachtrag 31.5.2012: Natürlich wurde er ausgeliefert.


Jetzt hat´s den nächsten saudischen Blogger erwischt.

Laut Bild wurde Raif Badawi in Dschiddah zu sieben Jahren Haft und 600 Stockhieben verurteilt wegen "Abfalls vom Glauben".

2.8.2013

Nachtrag 9.5.2014: Das hat den Rechtgläubigen aber noch nicht gereicht. Ein Berufungsgericht hat Badawi, Familienvater, nun zu 10 Jahren Haft und 1.000 Peitschenhieben verurteilt. Da fallen die zu zahlenden 200.000 Bucks fast gar nicht mehr ins Gewicht. Badawi galt vor Ort als vom Glauben Abgefallener, was die Todesstrafe auslöst. Der entging Badawi nur, weil er in der Verhandlung drei Mal das Glaubensbekenntnis sprach und damit als Muslim galt. Ich weiß gar nicht, wie viele Grund- und Menschenrechte hier mit Füßen getreten und totgeschlagen werden. Islamische Regime sind der reine Horror.


Interessanter Artikel über das Problem, vor dem die Saudis stehen, nachdem der IS immer weiter wuchert. Jahrzehntelang hat man den islamistischen Terror mit Geld und anderer Unterstützung alimentiert, nun hat man es mit einer Entwicklung zu tun, die das Königshaus selbst bedrohen kann, weil al-Bagdhadis Mannen auch auf die saudische Jugend attraktiv wirkt. 


25.9.2014


Saudi-Arabien gibt Gas bei den Hinrichtungen, die vorzugsweise per Schwert durchgeführt werden und Ergebnis von "Verfahren" sind, die sich in vielen Fällen gegen Ausländer richten, die die Sprache gar nicht beherrschen und Justizopfer von Anklagen wie Hexerei und Ehebruch sind. Wunderbarer wahabitischer Islam.

25.8.2015



Einen zur Tatzeit Minderjährigen köpfen und dann öffentlich kreuzigen - man kann sich schon gelegentlich mal fragen, worin der Unterschied zwischen Wahabiten und dem IS besteht.


24.9.2015


Saudi-Barbaria und der Iran haben sich jetzt in der Wolle wegen der Vorkommnisse anlässlich der Hadsch 2015. Schiiten seien "Ungläubige" und umgekehrt, der blanke Hass regiert zwischen den religiösen Exzellenzen beider Lager, sicher mit den üblichen Auswirkungen auf das Fußvolk. Islam heißt Frieden.


8.9.2016


Oh Allah, schenk den Dschihadisten auf der ganzen Welt den Sieg“, sagt aktuell der Imam der Heiligen Moschee von Mekka, der al-Masdschid al-Haram, bedeutendste Moschee des Islams.

14.9.2016

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