Paul Grüninger - der schweizerische Grenzbeamte mit Gewissen

Paul Grüninger hat es als einer von - nur - 45 Schweizern in die Liste der Gerechten unter den Völkern geschafft. Grüninger, der übrigens während des Ersten Weltkrieges mit dem Fußballclub seiner Heimatsstadt St. Gallen Meister wurde, war Ende der Dreißiger Hauptmann der Kantonspolizei an der Grenze zu Österreich. Er ermöglichte mehr als 3.000 Juden mit gefälschten Unterlagen die Einreise in die Schweiz. Das Ganze flog auf, Grüninger wurde suspendiert, verurteilt und sämtlicher Pensions-ansprüche verlustig erklärt. Er starb verarmt mit 81 Jahren 1972 in St. Gallen. Kurz zuvor, 1971, war er in die Liste von Yad Vashem aufgenommen worden. Er hat nicht mehr erlebt, dass die restliche Welt doch noch auf ihn und seinen Mut, sein eigenes und das Schicksal seiner Familie zu Gunsten der aus Nazideutschland fliehenden Juden aufs Spiel zu setzen, aufmerksam. Erst 1995 wurde das Urteil gegen ihn aufgehoben und er freigesprochen. Mittlerweile gibt es auch einen Film über ihn - "Die Akte Grüninger" - mit Stefan Kurt in der Hauptrolle.

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