Meldung 23.1.2009: „Die Hochschule für Management im elsässischen Straßburg (Frankreich) hat vor wenigen Tagen der erste Studiengang begonnen, der sich ausschließlich mit der Scharia befasst, dem Finanz- und Vertragsrecht des Islams. Nach derzeitigem Stand bietet die Hochschule für Management Straßburg als einzige Einrichtung in Kontinentaleuropa einen reinen Studiengang für die Scharia an. Zuvor hatte es einen Studiengang mit ähnlichen Inhalten nur in Großbritannien gegeben, dem mit Abstand größten Finanzmarkt für Moslems in Europa. Da mit der Katar Islamic Bank und dem Kuwait Finance House schon mindestens zwei muslimische Banken die Eröffnung erster Zweig-stellen in Frankreich innerhalb der ersten Jahreshälfte 2009 angekündigt haben, scheint der Bedarf nach einem Studiengang über das Wesen der Scharia nun auch in Straßburg gegeben zu sein. Die 36 Studenten, die sich bisher an der Hochschule für Management in Straßburg eingeschrieben haben, kommen zum überwiegenden Teil aus Frankreich, Deutschland und fast allen Ländern Nordafrikas. Das Studium soll ein Jahr dauern und in Fächern wie “Kultur des Islams“, “Rechtsprechung im Islam“ oder “Banken- und Finanzwesen des Islams“ über die Grundsätze der Scharia unterrichten. Als wesentliches Zulassungskriterium für den Studiengang über die Scharia wird ein in Frankreich anerkanntes Master-Diplom vorausgesetzt. Ob und in welchem Umfang das Scharia-Studium auch in Zukunft angeboten wird, will die Hochschule für Management in Straßburg von den Erfahrungen des aktuellen Studiengangs abhängig machen.

Damit hat die Scharia außer bei der Gerichtsbarkeit in Großbritannien mit mindestens fünf offiziellen Scharia-Gerichtshöfen in London, Birmingham, Bradford, Manchester und Nuneaton (zwei weitere nach meinem Kenntnisstand heute geplant in Glasgow und Edinburgh) auch den Fuß in der Tür bei den französischen Hochschulen (im trinationalen Dreieck) und in der weiteren Folge bei der (Finanz)Wirtschaft. In Großbritannien ist das schariakonforme Finanzwesen fast schon gang und gäbe, ebenso wie die Scharia-Rechtsprechung.

Möglich wurde die Installation von Scharia-Gerichten in Großbritannien übrigens durch eine Lücke im System. Scharia-Gerichte gelten als „Schlichtungstribunale“, deren Spruch bindend wird, sofern und sobald beide Parteien – in der Regel also der muslimische Mann und die muslimische Frau – jeweils die Zuständigkeit freiwillig anerkennen. Die Urteile der britischen Scharia-Gerichte sind übrigens durch das bestehende Justizsystem vollstreckbar. Man wird sehen, wohin das führt. Die Verhinderung oder Rückführung von unerwünschten Parallel-gesellschaften wird das sicher nicht befördern. Im Gegenteil. Ich sehe auch hier eher eine Auszehrung des Rechtsschutzes etwa von Frauen bei Installation eines zweiten Rechtssystems, das sie von der Dogmatik her ohnehin von vornherein benachteiligt. Und eines ist auch klar - nachdem der Kasper aus der Kiste ist, wird er sich - auch europaweit - nicht mehr einsperren lassen, sollte man zur Auffassung gelangen, dass er einen zu mächtigen Knüppel mitgebracht hat. 

27.10.2009

Nachtrag 2.2.2012: Voila, das Beispiel macht Schule. Als erster wagt sich der rheinland-pfälzische Justizminister Hartloff aus der Deckung und befürwortet Scharia-Gerichte auch in Deutschland, auch wenn er Steinigen für menschenrechtswidrig hält. Es gebe ja auch eine Sport- und eine Kirchenrechtsprechung.

Ob sich das aufhalten lässt, weiß ich nicht, ebenso wenig, wer jetzt dann auch Ansprüche geltend macht, seine Rechtsordnung hier zu implementieren.

Ich habe mich immer ein wenig gewundert, mit welcher Heftigkeit Muslime um die Anerkennung des Status´ einer Religionsgemeinschaft kämpfen und hatte insoweit erst neulich per Facebook eine heftige, aber sachliche Diskussion mit einem gläubigen Muslim.

Klar ist, dass dadurch das kirchliche Selbstbestimmungsrecht  ausgelöst wird, womit man staatlichen Einfluss aussperren kann, denn man besteht neben dem Staat und ist nicht seiner Aufsicht unterlegen.

Das macht die Sache in einer Hinsicht schwierig - natürlich werden dadurch auch nicht Grundrechte ausgehebelt, allerdings ist im Wege der sog. praktischen Konkordanz zu prüfen, wie weit widerstreitende Grundrechte jeweils reichen und wie man den durch den erwähnten Widerstreit ausgelösten Konflikt gelöst bekommt und hier ist bei dem verfassungsrechtlich geschützten Recht nach Art. 4 GG einerseits und dem Schutz von Persönlichkeitsrechten, vor Diskriminierung, auf freie Meinungsäußerung und und und andererseits natürlich mächtig Diskussionsbedarf und Zündstoff.

Ich erinnere da nur an den Streit freie Religionsausübung versus Tierschutz, da war der Kotau ja kaum zu ertragen.

Wie dem auch sei, ich werde die Diskussion weiter beobachten und schauen, wer da jetzt noch ins Horn stößt bzw. ob und welche Positionen geräumt werden. Ein gutes Gefühl habe ich nicht.

2.2.2012

 


"Man muss lange warten, bis jemand die Frage stellt, warum die reichen arabischen Staaten wie Saudi-Arabien und Kuwait nicht intervenieren, die Flüchtlinge aufnehmen und für Ordnung vor der eigenen Tür sorgen. Sie haben genug Platz und viel Geld, allein es fehlt der Wille. Wo bleibt die muslimische Solidarität, die sich immer dann machtvoll entfaltet, wenn Mohammed beleidigt wird", fragt Henryk Broder nicht ganz zu Unrecht.

21.5.2015



"Sie stellen Enthauptungen und Massaker ins Netz und entfaltenn so mit kleinem Einsatz eine gewaltige Wirkung, während Dissidenten ihr Leben riskieren, wenn sie auch nur ein kritisches Wort über den Islam posten. Auf das Internnet als Treibriemen der "Reformation" zu setzen, halte ich für leichtfertig. Schon den Kommunismus, der gerade einmal 70 Jahre währte, zu reformieren, erwies sich als unmöglich. Er musste kollabieren. Eine zwanzigmal ältere Religion zu entrümpeln dürfte noch aussichtsloser sein."

Henryk M. Broder 

21.5.2015



Eine der düstersten Verfechter einer Islamisierung Europas ist ausgerechnet der Algerier Boualem Sansal, der hier der WELT erklärt, warum die europäischen Gesellschaften kollabieren werden.

3.6.2016

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