Ich gehöre zu den Zeitgenossen, die insbesondere nach der täglichen Zeitungslektüre ob des Gelesenen ab und an in die Tischkante beißen wollen.

                                  

So weit, so schlecht, aber was tun?

Leserbrief?

Keine schlechte Idee, vor allem weil man dabei zwanglos für maximale Beschädigung des eigenen Namens nebst dessen zweifelhafter Reputation sorgen könnte.

Aber: Wenn er überhaupt gedruckt wird, ist dieser Brief nach bestenfalls 15 Sekunden (länger benötigt man für die Lektüre eines solchen Briefes in der Regel nicht) wieder verdrängt, so dass der mentale und seelische Triebstau nur mäßig befriedigende Kanalisierung erfährt.

Themenstarts in Internetforen?

Grundsätzlich als Vehikel zur Pflege der eigenen Eitelkeit in Ansehung der (vermeintlichen) eigenen geistigen Überlegenheit gegenüber einer Mehrzahl anderer Forennutzer prima geeignet.

Habe ich auch versucht, man stellt aber schnell fest, dass weit über 50% der dort vertretenen Mitbürger tatsächlich kaum des Deutschen mächtig und vor allem nicht in der Lage sind, verbal und geistig einen Hauptsatz mit einem Nebensatz so zu verbinden, dass das Ganze irgend einen Sinn gäbe (für selbstverliebte Profilneurotiker wie mich also eher uninteressant), ganz abgesehen davon, dass die Diskussionen in mindestens 90% der Fälle binnen Minuten an die Kläfferei und Klötenschnupperei zweier Zwergpinscher erinnern und in Richtung Straftatbestand und erblichen Kretinismus mäandern.

Also auch nichts, jedenfalls für mich.

Da aber jede Neurose ausgelebt werden muss und in Zeiten von Barbara Salesch und Kurt Beck die Sonne der Kultur erkennbar tief steht (worauf lt. Karl Kraus auch Zwerge lange Schatten werfen), verbleibt dem Triebgestauten nur die eigene homepage und violà – hier ist sie.

Natürlich bin ich mir bewußt, dass ich einem neuzeitlichen Narzissmus, Exhibitionismus oder weiß der Teufel was für einem -ismus fröne, aber das ist mir egal.

Dem Einen oder Anderen mag das alles zu weit gehen und samt und sonders unter das altbekannte "vanitas vanitatum"  zu packen sein, sei´s drum, zum Einen werfe in Ansehung der eigenen Eitelkeit der den ersten Stein, der da ohne Schuld ist, zum Anderen reicht es mir, wenn ich nur einem Betrachter etwas Vergnügen oder angesichts meiner zugegeben gelegentlich recht krassen Ansichten Mißvergnügen bereite. 

Im Übrigen meine ich, dass bei einer Retrospektive unterschiedlicher Entwicklungen und Ereignisse zu oft zu viel unter den Tisch fällt, weil man sich schlichtweg nicht mehr daran erinnert und als Folge hiervon auch die eine oder andere gesellschaftliche oder politische Entwicklung bzw. das eine oder andere Ereignis merkwürdig daher kommen, was u. a. daran liegt, dass man eben das Eine oder Andere schlicht vergessen hat.

Von daher hat diese Site auch Archivcharakter, so dass man in einigen Jahren bei Durchsicht vielleicht auch das eine oder andere Aha- oder Oha-Erlebnis hat.

Meine Kanalarbeiten sind oben rechts unter den Reitern zu besichtigen.

 

Ich übernehme keine Gewähr für Schäden an Leib und Leben.

Oberkirch, 2009

 

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