Die Christen stellen in Malaysia etwa neun Prozent der Bevölkerung und benutzen das Wort "Allah" seit Menschengedenken als Wort für "Gott".

Das Innenministerium wollte diese Praktik stoppen und verklagte das katholische Blatt "The Herald", das diesen Brauch pflegte. Die Regierung unterlag  2009, legte aber Rechtsmittel ein. Nun liegt das Urteil des Berufungsgerichts vor, in dem tatsächlich die Verwendung des Worts "Allah" für Christen (sicher auch für andere Religionsgemeinschaften) verboten wird, denn das stifte "Verwirrung" in der muslimischen Gemeinde und führe zu einer Störung von Harmonie und Frieden.

Wie es um die Harmonie und den Frieden bestellt war in Malaysia zeigte sich bereits an den Unruhen nach Veröffentlichung des erstinstanzlichen Urteils. Kirchen brannten und im Gegenzug auch einige muslimische Gotteshäuser, wie immer, wenn es um religiöse Auseinandersetzungen geht.

Teile der Politik wie auch der Christen verstehen die Entscheidung als das was sie ist - eine Aushöhlung der Religionsfreiheit und das pure Gegenteil von Minderheiten-schutz.

Muslimverbände hatten ohnehin gegen den "Missbrauch" des Namens gewettert und das Urteil nun mit Jubel begrüßt. Man befürchtete auch die Bekehrung vom muslimische zum christlichen Glauben, wenn es bei der erstinstanzlichen Entscheidung  geblieben wäre. Muslimen ist in Malaysia die Apostasie ganz offiziell verboten.

In diesem Kommentar wird darauf hingewiesen, dass der bisher als  gemäßigt geltende Islam sich in Malaysia zusehends radikalisiert und mit dieser Entscheidung offensichtlich bewusst der Konsens zwischen den monotheistischen Religionen aufgekündigt werden soll.

14.10.2013

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