Christine Tauber - Ludwig II.

Untertitel: Das phanstastische Leben des Königs von Bayern.

Wow, es ist sehr schwer, sich in dieses Buch hineinzufinden. Ludwig spiegelt sich anfangs nur in den ihn umgebenden Lebensumständen, denen sich die Autorin primär im Zusammenhang mit Architektur und künstlerischer Ausgestaltung speziell Hohenschwangaus widmet. Man sollte einige Kenntnisse speziell des 19. Jahrhunderts mitbringen.

Erläutert wird dann die Fixierung Ludwigs auf die mittelalterliche Sagen- und Heldenwelt einerseits und die Persönlichkeiten Ludwigs XIV. und Ludwigs XV, andererseits, was klar macht, dass Ludwig, der wie der Gralsherrscher Amfortas an der Welt litt zeit Lebens rückwärts gewandt agierte, weil das 19. Jahrhundert ein Jahrhundert rasch um sich greifender Modernisierung und Demokratisierung war, was die Regentschaft sich als absolutistisch verstehender Monarchen extrem problematisch machte. Ludwig sei, so Tauber, aber keineswegs der einzige Monarch dieses Jahrhunderts, der an diesem Zwiespalt scheiterte. 

Erst im dritten Kapitel beginnt die eigentliche Lebensgeschichte des Kini. Aber: Nach einem sehr aufschlussreichen Ausflug in das durchaus verhängnisvolle Verhältnis zu Richard und Cosima Wagner, die im Buch mehr als schlecht weg kommen, kapriziert sich das Buch immer wieder auf das Verhältnis zwischen Ludwigs Persönlichkeit und der Architektur.

Das Ganze ist derart kenntnis- und detailreich geschildert, dass man am besten umfangreiche Vorkenntnisse mitbringen sollte, um die Ausführungen wirklich genießen zu können. Diese Vorkenntnisse fehl(t)en mir, weshalb ich die Lektüre schließlich aufgegeben habe, weil ich für das Werk einfach zu unwissend war. Andererseits hat das Buch meine Erwartungen, mehr von Ludwigs Persönlichkeit und Leben zu erfahren, nicht erfüllt. Das Verhältnis zur Architektur ist zweifelsohne eine wichtige Facette in seinem Leben, mir war es aber zu viel, ein ganzes Buch nur darauf aufzubauen. Schade drum, vielleicht später noch einmal. 


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