Die neugewählte CDU-Ministerpräsidentin  des Saarlandes hat gleich mal eine Duftmarke gesetzt. Man brauche eine „Politik, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in den Mittelpunkt stellt und nicht das Heimchen am Herd."

Heimchen am Herd?

Den Lebensentwurf vieler Familien in diesem Land derart abzuqualifizieren ist wirklich beachtlich. Reaktionen gab es praktisch keine.

Man stelle sich vor, Frau MP hätte gesagt, man brauche „eine Politik, die die Familie in den Mittelpunkt stellt und nicht den ledrigen Karriere-Zombie in Gucci."

Abgesehen davon, dass das genauso dämlich gewesen wäre, kann ich mir den Aufschrei in diesem unseren Loonde bestens vorstellen.

12.8.2011



Zum Panzer-Deal mit den Saudis nur soviel: Guido Steinberg, Saudi-Arabien-Experte der Stiftung Wissenschaft und Politik am 6.7.2011 in Bild online: „Die Saudis sind in den vergangenen Jahren ein immer besserer Partner geworden, vor allem im Bereich der Terrorismus-bekämpfung." Deshalb sei das ok.

Mir wurde noch vor einer Woche von den Terrorbekämpfungsbehörden in Deutschland unter die Nase gerieben, die Gefahr durch den Salafismus in Deutschland nehme zu. Die Salafisten würden speziell von den Saudis finanziert. Wie man es gerade braucht, oder was?

7.7.2011

 

Claus Leggewie am 15.11.2011 in der taz:

"Das Konservative in der CDU bestand nie darin, sich Lernprozessen zu verweigern; es genügte ihrer Basis, wenn die Partei das Reformtempo drosselte und unvermeidlichen Wandel in Grenzen hielt ... Wenn sich rechts von der Union eine neue Strömung etablieren könnte, dann eine rechtspopulistische Partei auf den Ruinen der FDP, die an einschlägige BILD-Kampagnen und den grassierenden Sarrazinismus anschließen kann. Aber auch dafür dürfte die Altherrenriege der Euroskeptiker aus den Talkshows (Henkel, Hankel und Co.) zu schwach sein."

SCHWACH ist hier allenfalls das Statement eines Menschen, der Professor für Politikwissenschaft sein soll. Stereotypen werden an Stereotypen gereiht, Begriffe als Synonyme für negativ besetzte Aussagen benutzt, man weiß gar nicht wo man anfangen soll.

Obwohl, die taz-Klientel wird´s gefreut haben, na dann, die ist ohnehin nicht anspruchsvoll.

Der "unvermeidliche Wandel" ist der ICE in eine güldene Zukunft, für den nur progressive Kräfte, also alles links der CDU einen gültigen Fahrschein gelöst haben.

Die CDU als Schwarzfahrer der Geschichte. In etwa so wie beim Nato-Doppelbeschluss, als die SPD ihren Kanzler für die reine Lehre opferte und Helmut Kohl gegen den Widerstand der gesamten Leggewie´schen Avantgarde die Nachrüstung durchsetzte, die ja dann, wie wir alle wissen, zu einem nuklearen Schlagabtausch und dazu führte, dass wir heute alle russisch sprechen.

Und wer sich dezidiert mit gewissen gesellschaftlichen Schieflagen auseinandersetzt wie etwa Herr Buschkowsky und Frau Heisig, ausgewiesene Ignoranten und Stammtisch-proleten also, der ist "Sarrazinist" und - transdebiler - BILD-Zeitungskonsument, mit dem man nicht sprechen muss, der hat sich selbst in dunkelbraune Gefilde außerhalb der Zivilgesellschaft expediert, denn in der Zivilgesellschaft wird in der Regel fern vom Problem nur das gedacht und ausgesprochen, was opportun ist.

Und opportun ist, was das Gedankenpolitbüro, also Leute vom Schlage eines Herrn Leggewie, beschließt.

Man könnte das Ganze als das was es ist behandeln, belanglosen Scheiß, das Problem ist allerdings das, was am Ende dieser Tirade deutlich wird.

Kritiker des derzeitigen Euro-Kurses der Regierung bzw. Galionsfiguren dieser Kritik sind eine "Altherrenriege".

Kennt man ja, kriegen keinen mehr hoch, haben Beton in der Birne und reden nur noch über Stalingrad, muss man nicht mehr ernst nehmen.

Was Leute wie Leggewie reitet, den derzeitigen Kurs der Regierung nicht nur nicht zu hinterfragen, sondern auch noch deren Verunglimpfungsgeschäft zu betreiben - im Fall des Herrn Leggewie als Pofalla für Arme - war auf den ersten Blick für mich unfassbar.

Unfassbar auch deshalb, weil eine ruinöse Euro-Finanzpolitik etwa mit einer galoppierenden Inflation zuallererst die Klientel der Linken, also die vielzitierten "kleinen Leute" treffen wird, weshalb man an sich jede Veranlassung haben sollte, die Sache kritisch zu begleiten und zu hinterfragen.

Das war aber nur auf den ersten Blick unfassbar.

Es wurde mir klar, dass die Eurokrise mächtig Wasser auf die Mühlen der Leute liefert, die wie alle Linken ohnehin der Meinung sind, die deutsche Bevölkerung ist so unberechenbar und im Zweifel rechtsextrem, dass sie permanent in Schach gehalten und möglichst umerzogen werden muss, noch besser aber wäre, wenn sie in "Europa" aufginge, da kann sie dann keinen Schaden mehr anrichten.

Und das ist dann wichtiger als das Schicksal von Millionen Bundesbürgern, die keine Reserven haben und als Erste unter die Räder kommen, wenn der Staat die Ausgaben drosseln muss.

Koste es was es wolle. Ganz schön kaltschnäuzig, diese Moralapostel.

19.11.2011

 

Kschischtn, die das Leben schrieb:

Man kann ja nachvollziehen, dass Capitano Schettino bella figura bei einem seiner Oberkellner und der Bevölkerung von Giglio machen wollte, als er die Insel passierte und ich wette, das gehörte standardgemäß zum Programm, bislang ist es halt einfach nur gut gegangen.

Aber das Schiff praktisch als Erster zu verlassen ist ja nun wirklich ein cane grasso.

Aber halt - wie man soeben erfährt, fiel Capitano Schettino laut eigener Aussage ganz am Anfang der Evakuierung versehentlich ins Rettungsboot. Das gleiche Malheur ist offensichtlich auch dem zweiten Offizier Christidis und dem dritte Offizier Coronica widerfahren, denn die befanden sich auch in besagtem Rettungsboot. Wahrlich eine wunderbare Fügung!

Nun gut, aber wie sind sie dann an Land gekommen?

Ich denke, es wird so gewesen sein, dass Capitano Schettino beim Sturz auf den Anlasser fiel, sich abstützte und dabei versehentlich den Gashebel bediente. Beim hastigen Aufstehen geriet er ins Steuerrad des Rettungsbootes und ehe er sich versah, befand er sich auf dem Pier und leitete die Evakuierung wie von Livorno aus befohlen von Bord seines Schiffes aus.

Allerdings wurde er noch auf dem Pier stehend von einem Taxifahrer gekidnapped und zu einem Hotel gebracht, wo er gezwungen wurde, seine achtzigjährige Mutter anrufen, um ihr zu erzählen, er habe eben tausenden von Passagieren das Leben gerettet. Solche Geschichten schreibt wie erwähnt wirklich nur das Leben.

18.1.2012



Ein Beispiel dafür, dass das Gegenteil von gut gut gemeint ist: Wer seine alten Klamotten beim Roten Kreuz abliefert, weiß im Zweifel nicht, dass die Hose weiter rumkommt als ihr Träger.

Das DRK verkloppt den Löwenanteil nämlich für ein paar Cent pro Kilo an Firmen wie die Soex, die ihrerseits mit sattem Aufschlag etwa ihre libanesischen Abnehmer in Tansania beliefert.

Wer also bei seiner Kleiderspende mit einer Träne im Knopfloch arme kleine Negerkinder kleiden wollte, sollte sich umgehend eine neue Destination für seine Spenden suchen.

Absurder Treppenwitz bei der Geschichte ist übrigens, dass beispielsweise Tansania bis vor einigen Jahren eine eigene florierende Textil-industrie hatte, die zehntausende tansanischer Bürger satt machte.
Diese Industrie ist heute praktisch pleite, weil natürlich niemand mit der extrem billigen, aber durchaus hochwertigen und vor Ort begehrten Altware aus good old Germany konkurrieren kann. Amen.
2.2.2011

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