Aus einem morbiden Interesse heraus habe ich mir ca. eine Stunde der öffentlich zelebrierten Trauerfeier für Michael Jackson angesehen bzw. die mannigfaltigen Darbietungen nach meiner Flucht an den PC im nebenan gelegenen Büro akustisch mitbekommen.


Man hatte ja schon Tage vorher keine Chance, dem Rummel um das offensichtlich immer mysteriöser werdende Ableben der Popikone Jackson zu entkommen.


Ich bin auf einem der Nachrichtensender einige Tage vor besagter Trauerfeier auf eine Sendung gestoßen, die Jackson bei verschiedenen Interviews mit einem gewissen Martin Bashir (oder Basheer) zeigte.


Abgesehen vom wenig prickelnden Äußeren des Popstars konnte ich mich angesichts des dort Gesagten nicht entscheiden, ob ich ihn für ein waidwundes Reh, einen abgezockten Star oder einen gruseligen Irren halten sollte, Fakt ist, dass mir Leute, die immer nur „Liebe, Liebe, Liebe“ säuseln und das als Antwort auch auf die unangenehmsten Fragen, von vornherein suspekt sind.


Ebenso Fakt ist, dass – de mortuis nil nisi bene – er eine solche Trauerfeier, um es mit Marcel Avram zu sagen, „nicht verdient“ hatte.


Da wurde etwa seine halbwüchsige Tochter, vormals nur verhüllt zu sehen, umringt von sonnenbebrillten Rausschmeißerfiguren vor einem Milliardenpublikum auf die Bühne gezerrt und ihre zweifelsohne echte Erschütterung mitleids- und publicitiyheischend ausgeschlachtet.


Mariah Carey, die sich mutmaßlich auf einer Preisverleihung wähnte, platzte mal wieder wie die berühmte Brühpolnische fast aus der Couture und irgend jemand gab zum Besten, man würdige, was der teure Verblichene für die Schwarzen in den USA getan habe.


Für mich ein Treppenwitz, der Mann hat die letzten Jahrzehnte damit zugebracht, weiß zu werden.


Wie auch immer, das Ganze war für mich eine einzige Rocky Horror Picture Show und meine Hochachtung vor Elizabeth Taylor, die wohlweislich ferngeblieben ist, wuchs ins Unendliche.


Juni 2009

 

Hier geht´s zur Sitemap.