Prof. Norbert Bolz und die Lebenslügen der Linken.

TAZ, nicht FAZ!

20.12.2010


Der Kreisverband der Linken in Berlin-Lichterfelde galt und gilt ja nun eben nicht als Hort westgewandten Fortschritts-denkens, manche denken bei dessen Erwähnung eher in Begriffen wie "Bunker" und "Hohlbeton".

Kreisvorsitzende der Linken war dort eine gewisse Gesine Lötzsch.

Frau Lötzsch lud für den 5.10.2008 Herrn Werner Großmann ein, damit der über "Die Gründungsväter der deutschen Geheimdienste" referieren konnte.

Großmann war Stasi-Generaloberst und Vertreter von Erich Mielke. Ohne den Inhalt des Referats zu kennen, meine ich, dass das ein wirklich wichtiger Schritt war um deutlich zu machen, dass und wie man in der pluralistischen Gesellschaft der BRD angekommen ist.

14.1.2011

 



Ich will ja nicht lamentieren, aber die Reaktionen auf den Artikel der Linken-Vorsitzenden Lötzsch in der Postille „Junge Welt“ mit der wohlgemerkt selbstgewählten Überschrift „Wege zum Kommunismus“ lösten bei Weitem nicht die heftigen Reaktionen aus wie Thilo Sarrazins Buch. 

Und wir reden hier über eine Ideologie, in deren Namen Leichenberge aufgetürmt wurden, die man nur in Dutzenden von Millionen zählen kann. Stéphane Courtois´ Buch „Das Schwarzbuch des Kommunismus“ hätte man der guten Frau Lötzsch vorab zur Lektüre empfehlen sollen.

Trotzdem – es gab weder ein „Stalinistin in Dederon-Garderobe“ von Herrn Mazyek, noch ein „Quartalsirre“ von der Mutter Beimer aller Ökopaxe, Claudia Roth, oder gar ein „paranoid“ oder „irre“ vom roten Dany.

Auch hat Herr Ernst kein sofortiges Parteiausschluss-verfahren gefordert wie weiland der gute Herr Gabriel im Fall Sarrazin.

Im Ergebnis ist diese Zurückhaltung ja richtig, weil jeder das Recht hat, seine auch noch so schwachsinnige Meinung zu verbreiten.

Dass das aber nur partiell klappt, lässt für mich den Rückschluss zu, wie es um die Lufthoheit im gesellschaftlichen Diskurs und die Definition der Meinungs-freiheit in den Kreisen bestellt ist, die sich gerne selbst als äußerst progressiv sehen und Toleranz permanent von Anderen einfordern.

Abschließend noch etwas von einem, der es erkennbar wußte:

"Der Glaube an eine größere und bessere Zukunft ist einer der mächtigsten Feinde gegenwärtiger Freiheit." (Aldous Huxley)

14.1.2011

 


Siegfried Reiprich stammt aus Jena und war Mitbegründer des oppositionellen Arbeitskreis Literatur und Lyrik Jena, der 1975 verboten wurde.

Seit 1974 geriet Reiprich auf Grund seiner regimekritischen Haltung ins Visier der Stasi, wurde jahrelang  bespitzelt, mit "Zersetzungsmaßnahmen" drangsaliert, von einem Stasi-Spitzel denunziert, zwei Mal  exmatrikuliert und schließlich 1981 ausgebürgert.

Bis 1989 war er mit einem Einreiseverbot für die DDR belegt und wurde weiter von der Stasi überwacht.

Von 2007 an war er stellvertretender Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen und wurde am 8.12.2009 zum Geschäftsführer der Stiftung Sächsische Gedenkstätten ernannt. Seine Ernennung bezeichnete der sächsische Landtagsabgeordnete Volker Külow (Die Linke) als eine "üble Provokation" der Nazi-Opfer sowie eine "gravierende personelle und erinnerungspolitische Fehlentscheidung".

Genosse Külow wiederum war der Staatssicherheit auch als IM „Ostap“ bekannt, der  sich nach den erst 2007 entdeckten Unterlagen als Diplom-Lehrer für Marxismus-Leninismus an der Leipziger Karl- Marx-Uni  als akribischer Schnüffler um den real existierenden Sozialismus verdient gemacht hatte.

Er hat kritische Studenten und Professoren verpfiffen und dafür nicht nur ungewöhnlich hohe Ost-Mark, sondern auch D-Mark-Beträge erhalten.

Mit Hilfe seiner Fraktion überlebte er politisch auch ein Mandatsentzugsverfahren und sitzt die Sache wie zu Zeiten seiner Zugehörigkeit zum Leipziger Gemeinderat seither einfach aus.

Oder auch nicht – wie erwähnt hat er sich im Zusammenhang mit der Ernennung von Herrn Reiprich zu Wort gemeldet.

Abgesehen davon, dass seine Äußerung mehr als ekelhaft ist, zeigt sich, welches Selbstverständnis in den Reihen der SED-Nachfolgeorganisation herrscht.

Die Zeit, das Haupt  zu beugen in Scham über das, was da allgemein und hier speziell gelaufen ist, scheint ein für alle Mal unwiederbringlich vorbei zu sein, wenn es ein solches Schamgefühl denn jemals gegeben hat.

Darüber hinaus wird deutlich, dass die Ex-SED´ler auch heute noch den unmittelbar nach der „Wende“ gefahrenen Kurs beibehalten, eine rechte Gefahr zu dämonisieren, um von eigenen Widerwärtigkeiten abzulenken.

Und dass es sich hier nicht um einen Ausrutscher handelte, wird schon daran deutlich, dass er das Monumentalgemälde des Malers Michael Fischer-Art am Leipziger Marriott-Hotel (zu dem man stehen kann wie man will) mit den Worten geißelte, der Künstler setze die DDR mit einem Gefängnis gleich, weil Fischer-Art unter anderem auch einen feuernden DDR-Grenzer in das Gemälde integrierte.

Von Frau Lötzsch und ihren Horden war und ist zu dieser Gestalt nichts zu hören.

Im Gegenteil. Man könnte wirklich platzen vor Wut.

1.2.2011



 

Die Verbalsalti sind ja echt erstaunlich.

Wenn die Ex-SED ihre eigene Vergangenheit und die DDR erklärt, geht das in etwa so: *bestürzt-mim* Ja, es hat sehr bedauerliche Fehlentwicklungen und ja, auch Verbrechen gegeben und das im Namen des Sozialismus. Das war aber der Stalinismus“.

Und deshalb ist der „demokratische Sozialismus“ offizielles Ziel und funkelt um so heller, je eher man die Leichen im Keller bei der ideologischen Bad Bank „Stalinismus“ abliefern und endlagern kann.

Das führt jetzt aber in ein Dilemma. Bis 1989 war die DDR nun mal ein Gefängnis, daran lässt sich nicht deuteln, es sei denn, man hieße Külow und verpfiffe andere Leute an die Stasi.

Das kann Folgendes bedeuten: 1. Sozialismus und Stalinismus sind Synonyme und wurden beide (erst) 1989 überwunden. 2. Der Sozialismus hat den Stalinismus in der DDR überlebt und fiel erst 1989.

Variante 1 macht schon per se klar, dass die Ex-SED das argumentative Gleisende erreicht hätte.

Variante 2 macht das Ganze auch nicht besser, da hiernach der Stalinismus zwar überwunden worden wäre, gleichzeitig aber klar wird, was man vom Sozialismus zu erwarten hat und jeder mit einem IQ über Raumtemperatur weiß – Unfreiheit und Willkür.

Fazit: Die verbale Frickelei mit Sozialismus einerseits und Stalinismus andererseits KANN nicht funktionieren, sie zeigt aber, für wie doof die Ex-SED ihre potentiellen Wähler hält.

Interessanterweise gilt diese Popelei für den Kapitalismus umgekehrt nicht.

Der ist strukturell wahlweise ausschließlich und per se „neoliberal“ oder „raubtierhaft“, und überhaupt für alles Böse in der Welt verantwortlich, einschließlich Armut, Klimawandel und Hämorrhoiden.

Und deshalb muss man ihn ganz offiziell überwinden.

Wer´s nicht glaubt – die Ex-SED hat zwar noch kein offizielles Parteiprogramm, eine Blaupause gibt´s aber und da geht es nicht nur mächtig Volldampf in Richtung Paradies auf Erden, sondern auch hin zu der erwähnten Überwindung des derzeitigen Systems.

Die einfältige Gesine Lötzsch – und hier wiederhole ich mich – hat mit ihrer Faselei über die Wege zum Kommunismus nur den offiziellen Kurs wiedergegeben.

19.2.2011

 


Das ostdeutsche Schnüffelgewerbe scheint nach 1989 einer gewissen handwerklichen Erosion unterlegen zu sein. Anders ist nicht zu erklären, wie der kleine Lauschangriff des Genossen Norbert Lüdtke derart scheitern konnte.

Der hatte ein Aufnahmegerät zwischen einer im Raum befindlichen Landkarte und einer in der unmittelbaren Nähe befindlichen Magnetkarte drapiert, um ein Gespräch mit der Bezirksbürgermeisterin Marzahn-Hellersdorf, Dagmar Pohle (Die Linke), dem Wirtschaftsstadtrat Christian Gräff (CDU) und dem Unionsabgeordneten Mario Czaja über ein umstrittenes Einkaufszentrum ohne deren Wissen aufnehmen.

Das Gerät purzelte mitten im Gespräch herunter. Stadtrat (für ökologische Stadtentwicklung) Lüdtke war angeschmiert.

Der intellektuellen, moralischen und handwerklichen Glanzleistung ließ er eine weitere folgen - das seinerzeit ja im Aufnahmebetrieb laufende Gerät gehöre zu einem  (nicht näher beschriebenen) "Kunstprojekt".

Au weia.

20.4.2011

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