Fraktionsvorsitzende und Zugpferd der brandenburgischen Linken ist Kerstin Kaiser. Ehemaligen Kommilitonen, Freunden und mindestens einem ihrer drei Ehemänner ist sie ehedem auch als „Kathrin“ bekannt geworden, ihrem nom de guerre à la Stasi.

Dort hatte sich die Kaiserin nämlich mit zarten 18 Lenzen - ausdrücklich freiwillig - verdingt, um Kommilitonen bzw. deren – auch sexuellen – Lebenswandel inklusive Westkontakten, Systemtreue und Klamottenwahl zu verpfeifen.

1983 wollte die Stasi die Zusammenarbeit beenden, wogegen „Kathrin“ nachdrücklich protestierte und auf einem weiteren do ut des bestand.

1984 tat das Scheiden dann aber doch weh und zwar so weh, dass Frau Kaiser heute noch – nur - davon faselt, die Stasi sei „der Geheimdienst eines souveränen Staates“ gewesen, was auf eine verquere Art ja stimmt, aber natürlich etwas ganz anderes meint. Christel Wegner, ick hör´ Dir trapsen.

Die Zusammenarbeit mit diesem „Geheimdienst“ muss aber für Außenstehende  so widerwärtig gewesen sein, dass sich Frau Kaiser Mitte der Neunziger gezwungen sah, auf ihr Bundestagsmandat zu verzichten.

Aber schon 1998 spitzte sie ihr in fauligen Verratssümpfen geschärftes Näschen und wurde Mitglied des Potsdamer Landtages.

Frau Kaiser kommt heuer nun zu neuen Gnaden.

Herr Platzeck hat nicht etwa die bürgerliche CDU zum Tanz gebeten, sondern die Kaiser´schen Linken, die in Bezug auf ehemalige Stasi-Aktivitäten nicht nur Frau Kaiser vorzuweisen haben, sondern auch die aus Sicht von Herrn Platzeck mutmaßlich ministerablen Herren Scharfenberg, Henschke und Nord, allesamt ebenfalls ehemalige Profischnüffler.

„Jugendsünden“, so allgemein der Tenor, wenn die Sprache etwa auf den mehr als ekligen Inhalt der Stasi-Akten von Frau Kaiser kommt.

Kann man ja so sehen (auch ohne Bedauern und nachvollziehbare Absetzbewegungen vom Damaligen zu registrieren), aber muss man den- oder diejenigen dann tatsächlich zu Mitgliedern einer Landesregierung machen?

Von der nachstehend dokumentierten schwülen Liebedienerei mal ganz abgesehen. Platzeck ist für mich einer der Totengräber der SPD.

20.10.2009

 

               

 

Nachtrag 26.11.2009: Der Ex-IM und brandenburgische Linkenabgeordnete Gerd-Rüdiger Hoffmann soll auf Geheiß seiner Fraktion sein Mandat zurückgeben, weil er seine Stasizugehörigkeit nie öffentlich gemacht habe.

Sein Anwalt, CDU-Mitglied und ehemaliger DDR- Innenminister Peter-Michael Diestel gegenüber "Spiegel online" am 25.11.2009:

"In Potsdam jagt die Stasi die Stasi - das ist ein Witz. Die führenden Köpfe der Linken waren einmal Stasi-IM, sie haben kein Recht, auf andere mit dem Finger zu zeigen. Und die SPD von Matthias Platzeck auch nicht. Er hat seine Karriere Manfred Stolpe zu verdanken, der ja auch mit dem Ministerium für Staatssicherheit Kontakte hatte, nach meiner Sicht keine vorwerfbaren...Es widert mich an, wie diese Partei (gemeint ist die Linke, M.H.) alle Überzeugungen auf dem Altar der Macht opfert. Sie hat bis gestern noch den Staatssicherheitsdienst mit Toleranz betrachtet, und jetzt verfolgt sie einen kleinen, angeblichen IM. Das ist ein Skandal...Ich sage eines voraus: Die Linke in Brandenburg wird sich bundesweit blamieren, als Club von Heuchlern und Wendehälsen. Ich werde diese Truppe vor mir hertreiben. Die PDS - oder wie sie heute heißt - kann nicht den Stasi-Aufklärer spielen."

 

 

 

Hubertus Heil, erkennbar nicht eben einer der intellektuellen Leuchttürme dieser Republik, hat das Platzeck´sche Schumacher-Zitat zum damaligen Umgang mit Angehörigen der Waffen-SS als außerordentlich klugen Beitrag zu einer wichtigen Debatte bezeichnet. 

Platzeck hatte in einem Spiegel-Interview folgendes gesagt:   “Zwei Jahrzehnte nach dem revolutionären Umbruch in der DDR müssen wir in Deutschland endlich anfangen, es mit dem überfälligen Prozess der Versöhnung wirklich ernst zu meinen.“

Quer durch die ostdeutsche Gesellschaft ziehe sich noch immer ein ungesunder Riss. Schon Kurt Schumacher habe einen versöhnlichen Umgang mit den überlebenden Mitgliedern der Waffen-SS als menschliche und staatsbürgerliche Notwendigkeit bezeichnet.

Mir scheint, der Platzeck´sche Riss zieht sich nicht (nur) durch die ostdeutsche Gesellschaft, sondern eher durch die SPD im Allgemeinen und die Wahrnehmungsfähigkeit des Herrn Platzeck im Speziellen.

Abgesehen davon, dass frühere Kader (und nicht etwa SED-Opfer) erkennbar wieder erfolgreich nach Ämtern und Würden streben und durch Aktionen wie der des Polit-Polyphems Platzeck dabei auch noch Unterstützung erfahren, bedeutet die Forderung von Kurt Schumacher nach einem „versöhnlichen Umgang“ doch nicht, dass man gleich die Regierungsbank mit linientreuen Spitzeln besetzen oder die Schalthebel der Macht in deren Hände legen müsste.

Hinzu kommt, dass das Gefasel den Eindruck nahelegt, es handle sich bei den Linken (und um diese gesamtdeutsche Partei geht es der SPD als künftigem Koalitionspartner letztlich natürlich bei diesem Verbalgegurke) um ein homogenes Gebilde.

Wer da Augen hat zu sehen erkennt, dass das natürlich nicht der Fall ist, „Sammelbecken“ wäre wohl die richtige Bezeichnung und wie so was aussieht, können sich die Herren Platzeck und Heil zweifelsohne im Klärwerk Potsdam anschauen.

3.11.2009

 

 

Am meisten bedrückt mich, dass ich ein verantwortlicher Vertreter eines Systems war, unter dem Menschen gelitten haben, dass Repressionen gegen einzelne Menschen gerichtet waren, die wegen ihrer oppositionellen Haltung verfolgt wurden.

Ihre Einstellung war die richtige. Meine Einstellung war die falsche.

Wir waren nicht demokratiefähig, sondern haben versucht, mangels besserer Argumente uns der anderen Meinung mittels direkter Gewalt zu entledigen…

Ostalgie ist nicht mein Ding.

Manchem erscheint die DDR in rückblickender Verklärung als ein Hort sozialer Sicherheit. Tatsächlich ist die DDR nicht zuletzt daran zugrunde gegangen, dass sie infolge wirtschaftlicher Ineffizienz ihre sozialen Verheißungen nicht finanzieren konnte.“

Günter Schabowski in einem am 6.11.2005 veröffentlichten Interview.

DAS, Herr Platzeck, nenne ich einen Grund, über Versöhnung zu sprechen.

 

 

Wenn du (Partei-)Freunde wie Bodo Ramelow hast, brauchst du wirklich keine Feinde. Oskar Lafontaine, dem bei aller Antipathie wirklich nur zu wünschen ist, dass er die anstehende Operation gut übersteht, ist noch nicht einmal im Krankenhaus, da spekuliert der linke Bodo schon darüber, es müsse sowieso ohne Lafontaine gehen, der sei im Übrigen ja auch schon 66, 67 (also scheintot), da müsse die Partei sich schon mal "auf den Wechsel vorbereiten". Zum GroVo Ramelow?

Ich denke,  diese wertvollen Äußerungen fördern den Lafontaine´schen Genesungsprozess sicher ganz ungemein und sagen über den Menschen Ramelow mehr aus als alle seine Angriffe auf den politischen Gegner.

Ich nenne so was Metzgerhundgesinnung. Ekelhaft das.

18.11.2009

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