Aktuell wird die Steinigung einer Ehebrecherin im Iran ausgesetzt, das Urteil habe aber grundsätzlich Bestand, so iranische Justizkreise. 

Frau Sakineh Mohammadi e Aschtiani, Mutter zweier 17 und 22 Jahre alter Kinder, hatte nach dem Tod ihres Mannes angeblich "unrechtmäßige Beziehungen zu zwei Männern" und war dieserhalb bereits im Mai 2006 zu 99 Peitschenhieben verurteilt worden. Diese Auspeitschung erfolgte durch dicke Jabel mit Kunststoffummantelung, was die Schmerzen besonders langwierig macht.

Im Zuge eines Prozesses gegen den Mann, der ihren Ehemann getötet haben soll, wurde dann auf (weiteren?) Ehebruch befunden und die Steinigung angeordnet.  

Es lässt sich nicht klären, ob Frau Mohammadi e Aschtiani in den Mord an ihrem Ehemann verwickelt war oder nicht. Das macht letztlich auch nichts, denn ebenso ungeklärt ist, wieso hier nicht der Grundsatz gilt, dass niemand für die selbe Tat zwei Mal bestraft werden kann (die 99 Peitschenhiebe sind erwähnt), ganz zu schweigen von der barbarischen Strafe selbst. 

Die Kinder, die offensichtlich von der Unschuld der Mutter überzeugt sind,  kämpfen wie die Löwen um das Leben ihrer Mutter und haben alle Hebel in Bewegung gesetzt, westliche Politiker und Medien, amnesty international kontaktiert, um die Vollstreckung zu verhindern, was bisher gelang. Ob und wann vollstreckt wird, ist anscheinend offen. 

Die letzte Steinigung im Iran fand statt im März 2009. Betroffen war ein Mann, der ebenfalls wegen Ehebruchs verurteilt worden war. Im Dezember 2008 sind zwei Männer von einer Menschenmenge wiederum wegen Ehebruchs zu Tode gesteinigt worden, dem dritten gelang es, sich aus dem Erdloch, in das er bis zur Hüfte eingegraben worden war, zu befreien. Damit war der Mann frei.

Zur Steinigung:

Aus den iranischen "Strafgesetzen zur Ahndung des unerlaubten Geschlechtsverkehrs in Iran":

§ 101 - "Der religiöse Richter soll die Bevölkerung vom Zeitpunkt der Vollstreckung einer hadd-Strafe unterrichten; bei der Vollstreckung muss eine Anzahl von Gläubigen anwesend sein, die nicht weniger als drei betragen darf."


§ 102 - "Bei der Steinigung wird der Mann bis unter den Gürtel und die Frau bis unter die Brust in eine Grube eingegraben. Dann wird die Steinigung vollstreckt."

§ 104 - "Die Steine dürfen bei einer Steinigung nicht so groß sein, dass die Person bereits getötet wird, wenn sie von einem oder zwei davon getroffen wird und auch nicht so klein, dass man sie nicht mehr als Steine ansehen kann."

Diese Steinigungen werden also je nach Geschlecht unterschiedlich ausgeführt. Männer werden bis zur Hüfte eingegraben, was die Fluchtmöglichkeit natürlich erhöht, Frauen bis zu den Achseln (damit die Brüste nicht getroffen werden), was wiederum jede Flucht praktisch unmöglich macht. 

Die Steine sind mittlerer Größe, also nicht zu groß, damit das Opfer nicht zu schnell stirbt.

Aus einem Bericht von amnesty international über eine Steinigung im Iran im Jahre 1987:

"Der Lastwagen lud eine große Zahl von Steinen und Kieseln neben dem Exekutionsplatz ab und dann wurden zwei weiß gekleidete Frauen, die Säcke über den Köpfen trugen, zu dem Punkt geführt (…) Sie wurden in einen Steinregen gehüllt und in zwei rote Säcke verwandelt (…) Die verwundeten Frauen fielen zu Boden und die Revolutionswächter schlugen ihnen mit Schaufeln die Schädel ein, um sicherzustellen, dass sie tot sind."

Und hier kann man online eine Petition für Frau Mohammadi e Aschtiani (unter-) zeichnen.

22.7.2010

Nachtrag 11.8.2010:Hier ein aktuelles Interview mit Mina Ahadi zum Thema; die Sache ist noch nicht ausgestanden

Nachtrag 8.8.2013: Googelt man, datiert die letzte Mitteilung von Juli 2012. Es war von Umwandlung der Todesart in Erhängen, von einer Aussetzung des Todesurteils und dann von einer zehnjährigen Gefängnisstrafe die Rede. Die Welt hat sich wie immer wieder abgewandt.



Irans Präsident Ahmdinedschad am 26.10.2005 auf der Konferenz "Eine Welt ohne Zionismus" vor Studenten:

Der Staat Israel wurde von der globalen Arroganz mit dem Ziel gegründet, einen Brückenkopf in die islamische Welt hinein zu errichten, um sie zu bekämpfen. Was in Palästina vorgeht, ist de facto eine Schlacht zwischen dem Welt-Imperialismus und der Heiligen Front der islamischen Welt.

Inschallah (so Gott will) wird die Prophezeiung des Imams (Ajatollah Khomeini) bezüglich der Vernichtung Israels durch kontinuierliche Weisheit der Palästinenser (...) bald realisiert werden. Eine neue Welle ist im Anmarsch, und es ist machbar, dass dieser Schandfleck aus der islamischen Welt getilgt wird (...). Jeder, der Israel anerkennt, wird im Zornesfeuer der islamischen Nation verbrennen".

Man stelle sich vor, der dänische Ministerpräsident hätte ähnlichen Scheiß über die Türkei gesagt.

Hierzulande scheint das Gros der Bevölkerung im Übrigen anscheinend irgendwie zu denken, Hunde, die bellen, beißen nicht. Man wird sehen.

23.11.2010




"Seit dem Antritt der Ahmadinedschad-Regierung hat sich die Situation für die Minderheiten erheblich verschlechtert“, sagt Dieter Karg, Sprecher der Iran-Koordinierungsgruppe von amnesty international. Eine Minderheit stellt auch die christliche Gemeinde im Iran dar.

Aktuell steht die Vollstreckung eines Todesurteils gegen den im Iran tätigen evangelischen Pfarrer Jussef Nadarkhani an, der mit 19 Jahren zum Christentum konvertierte. Abwenden könne er sie, wenn er dem Christentum abschwöre, hieß es.

Damit liegt man auf der konservativen Linie, nach der die Abkehr vom Islam (Apostasie) den Tod zur Folge hat.

Die Bundesregierung, Herr Hague und Frau Ashton bemühen sich nachhaltig um eine Aufhebung des Todesurteils.

Dieter Karg glaubt, dass an Nadarkhani ein Exempel statuiert werden soll, er wäre der Erste, der wegen Konversion im Iran hingerichtet würde. Wie so etwas aussieht, kann man den Bildern von Steinigungen entnehmen oder den jüngst aufgenommenen Bildern aus der iranischen Stadt Qazvin. Dort wurden jetzt zwei Männer öffentlich an einem Kranausleger aufgehängt, zu ihren Füßen eine gaffende und handy-fotografierende Menge.

Tolles Land, tolle Regierung, tolle Religions-auslegung. Man könnte wirklich fortwährend kotzen.

Hier kann man eine PETITION für den Pfarrer unterzeichnen.

P.S. Letzte Wasserstandsmeldung bei Sakineh Ashtiani: Möglicherweise Strangulieren statt Steinigen, die Zitterpartie geht weiter.

30.12.2011



Auf auf, ihr wortgewaltigen Muslime, die ihr euch zu recht über Abu Ghraib und Guantanamo echauffiert und die Massen mobilisiert habt. In diesen Foltergefängnissen sitzen weit weit überwiegend eure Glaubensgenossen!

Diese Verhältnisse zeigen, dass es außerhalb des Rechtsstaates nur Unrecht gibt, egal in welcher Ecke dieser Erde.

Ich bin mittlerweile der Meinung, dass der ungewöhnlich schrille (und grundsätzlich durchaus nachvollziehbare) Protest gegen inakzeptable Verhältnisse im Machtbereich der Amerikaner neben dem üblichen linken Antiamerikanismus auch durch die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit in diesen Fällen  ausgelöst wird.

Bei Ländern wie dem Iran allerdings scheint man ungeachtet des üblichen Kotaus vor missgelaunten Verbänden eher akzeptiert zu haben, dass dort Hopfen und Malz verloren ist. Anders ist die gutmenschliche Friedhofsruhe nicht zu erklären.

6.2.2012




Hier die geziemende Abrechnung mit dem grässlichen Iran-Besuch von Claudia Roth, die jedes, aber wirklich jedes Vorurteil über sie bestätigte und gleichzeitig eine Abrechnung mit den "Gemäßigten" der Führungsclique dieser frommen Massenmörder.

4.2.2015




Hier kommt der Imam zu Wort. Auf den 416 Seiten seines Werkes "Palästina" verwurstet Ali Chamenei aktuell alle Themen, die nichts mit dem Islam zu tun haben, als da wären die islamische Weltherrschaft, die Auslöschung des Staates Israel und der Kampf gegen den großen Satan Amerika. Bei Letzterem müsste man ihm mal zuflüstern, dass Mossadegh schon lange zu Staub zerfallen ist und die Amis mittlerweile sogar mit dem maximo lider quatschen. Reine Mottenkiste also, im Übrigen lebensgefährlich und mit einem pikanten Gschmäckle verbunden, wenn man sich den Atomdeal vergegenwärtigt. 

7.8.2015


Das Ende der Sanktionen und ein Ausblick der BILD zur weiteren Verwendung der frei werdenden Gelder. Ruhiger wird es sicher nicht.

25.1.2016



Da wollten sie mal geistreich und witzig sein, dem Westen seine Scheinheiligkeit vorhalten und haben dabei mächtig in die Scheiße gegriffen. Nach den dänischen Karikaturen hat man nun den Holocaust veräppelt und zwar mittels Karikaturen, von denen viele aus eben jenem Westen stammen. Wem jetzt nicht schlecht wird, dem ist nicht zu helfen, zumal die dort selbst zugeben, dass man schnell Bekanntschaft mit Hanfprodukten und einem Autokran machen kann, wenn man die Jungs mit dem Wursthut auf die Schippe nimmt.


25.5.2016


Auf Grundlage der Scharia nach Artikel 2 der Verfassung ist die Homose3xualität in die Strafgesetzbücher geschrieben:

Artikel 110 - "Todesstrafe bei männlichem homosexuellem Beischlaf"

Artikel 121 Erläuterung - "Todesstrafe bei männlichem homosexuellem Sex ohne Beischlaf für Nichtmoslem mit Moslem"

Artikel 122 - "Todesstrafe beim vierten Mal von männlichem homosexuellem Sex ohne Beischlaf"

Artikel 131 - "Todesstrafe beim vierten Mal von weiblichem homosexuellem Sex"

Nachzulesen in die "Strafgesetze der Islamischen Republik Iran", herausgegeben vom Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht.

31.7.2016

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