Der Irak ist ein gefährliches Pflaster für Christen. Seit 2008 wurden nur in Mossul 40 Christen ermordet, darunter auch ein hoher christlicher Würdenträger, der chaldäisch-katholische Erz- bischof, der im Februar 2008 entführt und dann getötet wurde. Seine Leiche warf man auf eine Müllkippe.  Die Täter nehmen auch keine Rücksicht auf Kinder und Jugendliche. Im November 2009 wurde ein 16-jähriger ermordet, am 16.12.2009 ging an der syrisch-orthodoxen Kirche in Mossul eine Bombe hoch, die 40 Zivilisten verletzte, darunter fünf Schüler einer nahegelegenen christlichen Schule. Jüngst ist es nun zu einer weiteren Bombenexplosion in einer Kirche aus dem 8. Jahrhundert gekommen, bei der ein Mensch getötet und fünf weitere verletzt wurden. Man hatte ohnehin zum Schutz der christlichen Minderheit eine Sperrzone um die Kirche gezogen und Fahrzeuge durften den Bereich nicht befahren, weshalb der Täter einen Handkarren benutzte. Der Anschlag ist der letzte in einer langen Reihe derartiger Aktionen. Besonders um Weihnachten herum befürchten irakische Sicherheitskräfte weitere Anschläge auf christliche Gläubige und christliche Einrichtungen, die Sicherheitsvorkehrungen wurden landesweit verstärkt. 

23.12.2009

 

In Bagdad bringen mal wieder Muslime Muslime um. 

In der schiitisch dominierten Sadr City sprengte vor zwei Tagen ein Attentäter ein Auto in die Luft, das neben einem Zelt mit Trauergästen (!) geparkt war. Der zweite Schritt war dann, dass sich dieser Attentäter mit einem weiteren Auto selbst in die Luft sprengte, ehe ein dritter Sprengsatz explodierte, nachdem Polizei, Feuerwehr, Krankenwagen und natürlich Schaulustige den Anschlagsort bevölkerten. Mindestens 65 Menschen wurden getötet, mindestens 120 verletzt.

Allein im August 2013 wurden bei solchen Anschlägen, die die Lage destabilisieren sollen, 800 Iraker getötet. 

23.9.2013

 

Die jämmerliche Lage von Christen im Nahen Osten ist allgemein bekannt. SWR2 hat am 13.12.2013 diese umfassende und vor allem Klartext sprechende Dokumentation gesendet, nach der niemand sagen kann, er hätte es nicht gewusst. Hier auch das Manuskript zur Sendung, sehr interessant.

Die christlich-orthodoxen Gemeinden haben eine lange Geschichte im Nahen Osten und stehen kurz davor zu erlöschen. Es handelt sich laut der "Gesellschaft für bedrohte Völker" um "die größte Christenvertreibung der Gegenwart".

Im Jahre 2000 lebten im Irak noch 1,5 Millionen Christen, heute sind es noch 300.000, der Rest ist vertrieben oder getötet. 

Der Schriftsteller und Orientalist Martin Mosebach nennt die Gründe, warum das keinen Aufschrei auslöst, vor allem in westlichen Gesellschaften, die im Falle von Ausgrenzung, Bedrohung, Verfolgung und Diskriminierung sonst so überaus sensibel reagieren:

"Die Christen haben in der öffentlichen Meinung des Westens schlechte Karten. Sie werden gesehen, in der Geschichte, als Kreuzzügler, als Reaktionäre, als im Inneren repressiv, als eine überwundene Kulturstufe. Christen haben wenig Chancen, in der gegenwärtigen veröffentlichten Meinung als Opfer dazustehen, sie werden allenfalls achselzuckend als Kollateralschäden wahr-genommen in einer insgesamt so erfreulichen Entwicklung wie dem Aufstand der arabischen Gesellschaften gegen ihre Diktatoren. Da muss man diesen kleinen Schönheitsfehler, dass die Christen dabei ihre Existenz verlieren werden, einfach hinnehmen.

Ich bin ja nun weit davon entfernt, eine Schlacht für das Kreuz zu schlagen, aber das ist eine riesige Sauerei. Hinzu kommt natürlich die politisch korrekt vollgeschissene Bux hierzulande, denn man müsste zur Kenntnis nehmen, dass Vertreter der einen Religion, die man ja bekanntlich für den personifizierten Pazifismus zu halten hat, ohne Federlesen Säuberungen betreiben, die dem immer wieder gepriesenen Selbstverständnis dieser Religion, aber auch der des Westens angeblich völlig entgegengesetzt sein sollen und  derart monströse Ausmaße annehmen, dass man hinter dem Schweigen Absicht vermuten muss

So ist das mit der westlichen Toleranz, die kann man teilen wie einen Ring Fleischwurst und deshalb sind mir diese religionsübergreifenden Pharisäer, die sich über Fragen geschlechtlicher Indifferenz die hohlen Köpfe heiß diskutieren können, hierzu aber kein Wort verlieren, so unendlich widerlich.

Beschränkt ist die ganze grässliche Misere übrigens nicht auf den Irak, in dem übrigens die Kurden oft Schutz bieten, sondern auch Alltag in Syrien, das sich auf dem Weg zum failed state und einem al-Qaida-Hauptquartier befindet, und in wahrscheinlich geringerem Umfang auch in Ägypten, wie der Bericht nahelegt.

Abschließend - deutlich wird durch den Bericht, dass man es sich nicht leicht machen kann, indem man sagt, dass dort wo der Islamismus tobt eine Symbiose mit al-Qaida eingegangen wurde. 

Das ist gerade nicht so, wie die Hinweise auf Imam Ahmed zeigen, der den Islam eben nur konservativ auslegt und für sich (und einen mehr als repräsentativen Teil der dortigen muslimischen Bevölkerung) damit zu Schlüssen kommt, die nicht kompatibel mit den Wertvorstellungen im Westen sind. 

Es bleibt immer und immer wieder die eine Frage - was ist der Islam und was will er? 

Die Entwicklung der Dominostein-Staaten im Nahen Osten stellt eine, wenn auch nicht die einzige oder gar ganze Antwort dar, allerdings lässt sich nicht bestreiten, dass der Islam speziell da, wo er auf autoritäre Strukturen und schlecht entwickelte Gesellschaften trifft, wenig hilfreich wirkt und das Negative eher noch befördert, also Gewalt und Ausgrenzung schürt und fördert statt eines Aufbaus ziviler und zivilistischer Strukturen. 

Das ist nicht nur in katastrophal verlaufenen Entwicklungen in Somalia, Syrien und im Irak so, sondern auch in Staaten wie Ägypten, in denen die Menschen genug davon hatten, die säkular gefärbte Zwangsjacke für die des Islam zu tauschen und den Präsidenten daher kurzerhand absetzten. 

Diese Schlussfolgerung setzt bereits voraus, dass das Chaos, auf das der Islam in diesen Gebieten trifft, durchaus von Anderen wenn schon nicht hervorgerufen, so doch maßgeblich mitverursacht wurde, das lässt sich nicht bestreiten.

Ist der Islam damit aber exkulpiert? Ich finde. er ist es gerade nicht. Im Gegenteil. Die Religion des Friedens hinterlässt aktuell überall verbrannte Erde.

Und noch eines - das war SWR2, nicht Radio Vatikan!

13.12.2013

 


Pünktlich zum Weihnachtsfest gehen im Land wieder die Autobomben hoch und zwar in einem Maße, dass sich sogar Außenminister Steinmeier empört zeigt, ob der blutigen Anschläge auf Christen während des Weihnachtsfestes. 

31.12.2013

 

Es wird immer ernster. Die ISIS, die bereits in Syrien Tod, Zerstörung und Schrecken verbreitet, weitet ihren Einflussbereich nun über Syrien hinaus auch auf den Irak aus. Sie hatte bereits Falludscha eingenommen, von wo aus der Syrienfeldzug begann, kontrolliert mittlerweile die Provinz Ninive und hat nun auch Mossul eingeschnürt, der Fall der Stadt steht bevor, die Armee flüchtet, mit ihr die geschundene Bevölkerung. Schuld daran auch Ministerpräsident al Maliki, der als Schiit puren Nepotismus zu Gunsten seiner Brüder im Glauben betreibt und die Sunniten, im Land eingezwängt zwischen Kurden im Norden und den Schiiten im Süden, kujoniert, selten dumm und nur mit der Eigenart dieser Leute zu erklären. Michael Lüders sieht nun einen islamistischen Tsunami auf Europa zurollen, denn die ISIS ist in den Folgen nichts anderes als al-Qaida in (islamischem) grün, ohne sich deren Führungsanspruch zu unterwerfen. An der Grenze zur Türkei stehen etwa 10.000 kampferprobte Dschihadisten, die Entstehung eines Emirats aus Teilen Syriens, des Irak und des Libanons ist keine Fiktion mehr, zumal der Irak als failde state zu gelten hat. Wie attraktiv mag das auf die islamistischen Extremisten auch hier zu Lande wirken? 

11.6.2014

 
Es geht weiter, unaufhörlich, nicht einmal die kampferprobten kurdischen Peschmerga können die ISIS oder IS, wie sie sich jetzt nennt, trotz anfänglicher Erfolge aufhalten. In Washington "prüft" man einen Hilferuf nach Waffen, was mich ein wenig an die Situation von UNAMIR in Ruanda Anfang der Neunziger erinnert. Aus Europa ist da sowieso nichts zu erwarten.
Nach Eroberung des Salah-Ölfeldes und des Staudamms 40 km von Mossul ist nun Mossul selbst direkt bedroht. Die seit 2000 Jahren in Mossul lebende Christengemeinde ist verschwunden, die letzten Christen sind mittlerweile geflohen. 
5.8.2014
 
 
 
Aktuell hat der IS in Mossul die bekannte irakische Menschenrechtsanwältin Samira Salih al-Nuaimi gefoltert und anschließend öffentlich erschossen. Grund dafür Facebookeinträge der streitbaren Anwältin, die sich insbesondere wegen ihres Einsatzes für Frauenrechte einen Namen gemacht hatte, in denen Frau al-Nuaimi die Zerstörung von Moscheen und anderen religiösen Stätten durch den IS als "barbarisch" bezeichnet hatte. 
26.9.2014
 
 
Manchmal denkst du, es ist hoffnungslos. Die FAZ berichtet nun, dass schiitische Milizen, speziell die al-Badr-Miliz wohl mit Billigung durch den neuen irakischen Premier al Abadi wahllos Sunniten foltert und tötet. Was der sunnitische IS u. a. an Schiiten exekutiert, wissen wir. Man könnte ob dieser unendlichen Spirale denken, diese Religion habe der Teufel der Welt geschenkt.
14.10.2014



"Escape from hell" nennt AI seinen neusten Bericht über Jesidinnen, denen die Flucht vor dem IS gelungen ist. Wie der Focus jetzt berichtet, strangulieren sich die teils zu Tode vergewaltigten und auf Sklavenmärkten verkauften Mädchen und jungen Frauen gegenseitig zu Tode, um ihrem Martyrium zu entkommen. Hier läuft etwas, das man unter Völkermord subsummieren kann. 
24.12.2014

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