Ralf Georg Reuth - Im Großen Krieg

Untertitel des Buches ist "Leben und Sterben des Leutnants Fritz Rümmelein". 

Rümmeleins Leben ist sicher nicht typisch für das eines Soldaten des ersten Weltkrieges, da er sehr lange überlebte, obwohl der aus Zwiesel stammende Bayer von Anfang an als Soldat diente und dabei auch in dem Frontabschnitt eingesetzt wurde, in dem auch Ernst Jünger kämpfte. 

Bemerkenswert ist Rümmeleins Geschichte aber, weil er tragischerweise eine Woche vor Kriegsende 1918 23jährig bei einem Artillerieangriff getötet wurde, einer der wenigen Pour le Mérite-Träger war und während des vierjährigen Massensterbens etwa 1.000 Fotos von den verschiedenen Einsatzorten schoss, eine extrem wertvolle historische Sammlung also. Mich hat das interessiert, weil ich in dem ganzen 100 Jahre-Trubel, der in diesem Jahr angehoben hat, die Menschen hinter dem Schlachten sehen wollte.  

Reuth erzählt die Geschichte Rümmeleins letztlich aber nur sehr oberflächlich, über den Menschen und Kämpfer Rümmelein erfährt man relativ wenig, obwohl Reuth aus einem großen Fundus von Tagebucheintragungen und Briefen schöpfen konnte. 

Ich war etwas enttäuscht, allerdings enthält das Buch zahlreiche Fotos Rümmeleins, interessante Kurzabrisse über bestimmte Ereignisse und Vorgänge während des ersten Weltkrieges und aussagekräftige Grafiken mit den oft wechselnden Frontverläufen. Wer sich für Rümmeleins Leben, seine Fotos und eine oberflächliche Darstellung des Verlaufs des ersten Weltkrieges, also eher einen Bildband interessiert, ist hier richtig, alle anderen kaufen sich besser "In Stahlgewittern" und "Im Westen nichts Neues".

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