Ich, Prinzessin aus dem Hause Saud

Ein Buch aus dem ehemaligen Bücherschrank meiner Eltern.

Wir haben zuhause nie über dieses Werk gesprochen, weshalb ich glaube, dass das bei meinen Eltern auch nur ein trial and error war.

Ich habe mich vorher und nachher gefragt, wieso ich das Buch überhaupt gelesen habe und weiß es eigentlich bis heute nicht. Betty Mahmoody hat laut Klappentext jedenfalls laut Beifall geklatscht und die Story dieser Tochter aus dem Hause Saud erinnert wenn auch in Magerquarkversion ein wenig an Frau Mahmoodys Geschichte.

Die Hintergründe zur Geschichte des Hauses Saud stimmen und wenn auch nur die Hälfte der Grausamkeiten, die insbesondere Mädchen und Frauen zu erdulden haben/hatten (das Buch ist aus den Neunzigern), dann ist das für die Betroffenen furchtbar und bestätigt das, was ich vom Koran, dem Propheten oder zumindest der Auslegung der Grundlagen des Islam halte.

Trotzdem lässt mich das Ganze trotz der geschilderten Tragödien und Umstände für mich völlig erstaunlich merkwürdig kalt, das Buch wirkt seltsam eindimensional.

Es ist in Kapitel unterteilt, an deren Ende in der Regel mit der Autorin befreundeten Frauen etwas Gräßliches zustößt. Befremdlich ist dabei unter anderem, dass diese Personen nie wieder erwähnt werden, so als habe man die Geschichte erzählt, damit sei sie langweilig geworden und man müsse zur nächsten Widerwärtigkeit eilen.

Mir drängte sich der Eindruck auf, dass die Autorin wesentlich weniger Distanz zur saudischen Dekadenz und Grausamkeit aufweist als sie selbst glaubt.

Muss ich nicht mehr lesen.

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