Nö, hier geht´s weder um Pierre Vogel noch um Akif Pirincci, nicht direkt jedenfalls. Der Eine ist ein gefährlicher, extremistischer Spacken, der Andere hat ein Buch - schaust du hier - geschrieben, das ich für wichtig und gut halte. 

Die Sprache ist, was die berüchtigten Feingeister leider übersehen, (nur) das Vehikel für die Botschaft, die beginnt mit einer ganz wundervollen Liebeserklärung. Und die Botschaft ist mitnichten so primitiv und gewalttätig wie das gelegentlich von interessierten Kreisen behauptet wird, ich bin es auch leid, dauernd unterstellt zu bekommen, ich könne nicht abstrahieren. 

Gleiches gilt für den öden Vorwurf, man komme mit der Moderne nicht zurecht. 

Ich glaube, es ist eher umgekehrt - in Zeiten unbestreitbarer Parallelgesellschaften (fragen Sie mal die Polizei in NRW und Hessen oder lesen Sie das Buch von Frau Heisig), die speziell die Recht von Frauen mit Füßen treten, einer Pseudowissenschaft als Goldenes Kalb, von Gebühren für einen öffentlich-rechtlichen Moloch, der Zwangsgelder einzieht, ob man eine Glotze hat oder nicht, gleichzeitig aber jede Rechenschaft über die Verwendung der Gelder ablehnt, dutzendfach gebrochener europäischer Verträge, einem immer ungenierter agierendem Mob - Mafia, Miri-Clan, gerne auch die Rockerszene -, Kulturdenkmälern, deren Baukosten zusätzliche Milliarden verschlingen, von BER gar nicht zu sprechen, ohne dass das irgendeine mit bloßem Auge erkennbare Konsequenz für die Verantwortlichen hätte, frage ich mich, WER tatsächlich "Probleme mit der Moderne" hat.

Die Reaktionen des Mainstream-Feuilletons sind jedenfalls zum Piepen und erinnern an das "Mama?" kleiner Kinder, das Licht möge angehen und wohlgeordnet alles an seinem bekannten Platz sein, nur keine Risse im bunt gebatikten Weltbild. Von getroffenen Kötern muss man da schon gar nicht mehr sprechen.

Aber wie ich immer gerne sage - es ist niemand so blind wie der, der nicht sehen will. 

Ich will das Buch hier nicht besprechen, zu Wort kommen sollen die, die Pirincci einen "Hassprediger" nennen. Unkommentiert. Dabei merken diese Herrschaften gar nicht, dass (nur) sie in einer absurden Weise pauschalisieren, weil sie nicht wahrhaben wollen, dass die Muslime in diesem Land gerade keine homogene Gruppe darstellen und sich ihre Kritik faktisch just gegen die Muslime wendet, die Pirincci völlig zu Recht ausdrücklich in Schutz nimmt. 

Und wie tief die Wunde gehen muss, zeigt auch, dass man im Nachklapp nun auch die Käufer pauschal diffamiert, nachdem man verblüfft feststellte, dass "Daumen nach unten" nicht die bekannte Reaktion des Plebs ausgelöst hat. 

Ich sage daher nur - an ihren Worten sollt ihr sie erkennen.


Abschließend: Man verwechselt "Pamphlet" mit "Polemik" und ich lasse hier Kurt Tucholsky zu Wort kommen:

"Der deutsche politische Mord der letzten vier Jahre ist schematisch und straff organisiert. … Alles steht von vornherein fest: Anstiftung durch unbekannte Geldgeber, die Tat (stets von hinten), schludrige Untersuchung, faule Ausreden, ein paar Phrasen, jämmerliches Kneifertum, milde Strafen, Strafaufschub, Vergünstigungen – Weitermachen!…Das ist keine schlechte Justiz. Das ist keine mangelhafte Justiz. Das ist überhaupt keine Justiz. … Balkan und Südamerika werden sich den Vergleich mit diesem Deutschland verbitten.

Prozeß Harden. In: Die Weltbühne, 21. Dezember 1922, S. 638

Na, da hätte sich der Herr Tucholsky nach heutigen Maßstäben aber einiges anhören müssen, Mann, Mann, Mann.


Ach so - wer mal eine überlegte und sachliche Analyse lesen will, der wird bei Cicero fündig.

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