"Der Ausbau der Bildungshäuser ist ein pädagogischer Markstein in der frühkindlichen Bildung. Mit dem Orientierungsplan als Grundlage wird die Kooperation zwischen Kindergarten und Grundschule gestärkt.

Zusammen mit einem vertrauensvollen Aufbau einer Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit den Familien ist dies eine wichtige Voraussetzung für eine gute Begleitung und Förderung der Kinder von Anfang an.

Eine achtsam begleitete Bildungsbiografie ermöglicht auch einen unkomplizierten Übergang vom Kindergartenkind zum Schulkind in den zusammengewachsenen Bildungs-institutionen.",

so enthusiastisch wurde dieses Bildungsprojekt gefeiert.
Vor eineinhalb Jahren.

Unmittelbar nach dem Machtwechsel in Baden-Württemberg wird es nun von der grün-roten Landesregierung wieder eingestampft, so die bildungs-politische Sprecherin der Grünen Sandra Boser.

Das obwohl die Auswirkungen und Folgen noch gar nicht evaluiert sind und sich zumindest hier vor Ort bei uns in Bad Peterstal und Renchen herausgestellt hat, dass das Projekt ein echter Kracher ist, das von allen Beteiligten mit außergewöhnlichem Elan betrieben wird.

Zur Erläuterung: 4 - 8-jährige Kinder verbringen einige wenige Stunden gemeinsam in der Grundschule, die Kleinen lernen dort etwas von den Größeren. Es sei aber kein Geld da.

Für Herrn Hermann und seinen personellen Turmbau zu Babel reichte es aber noch.

Nach Stand jetzt ist es wie gesagt vorbei mit dem Projekt und ich hoffe, das klingelt dem einen oder anderen künftig in den Ohren, wenn wieder von der Zukunft unserer Kinder gesäuselt wird. Meine Vermutung - die Idee ist gut, sie kam nur aus der falschen Ecke.

20.12.2011 



SPD-Wahlprogramm: "... Wir werden zusätzliche Lehrkräfte einstellen, um die Unterrichtsversorgung zu verbessern...

Grünen-Wahlprogramm: "... Lehrerstunden für Ganztagsschulen mit besonderen pädagogischen und sozialen Aufgabenstellungen werden nicht reduziert, sondern sollen dauerhaft erhalten bleiben. Auch die Krankheitsreserve soll erhöht werden...1.000 zusätzliche Stellen für den Ganztagesbereich...".

Das war vor der Wahl. Heuer heißt es, man werde einen Teil der frei werdenden Stellen nicht mehr besetzen.

Grund: Mangelnde Kohle. Man habe erst mal Kassensturz machen müssen, eine Äußerung, die mich immer wieder belustigt, weil danach bei den Haushaltsplanungen und -verhandlungen entweder alle Grünen und Roten in der Vergangenheit gefehlt oder gepennt haben müssen. Aber das klingt eben besser als "was geht mi mei saudomms Gschwätz von geschdern an?".

GEW-Landeschefin Doro Moritz: „Wenn durch Schülerrückgang rechnerisch freiwerdende Lehrerstellen gestrichen werden, kann Grün-Rot die versprochene Senkung von Klassenteilern und eine bessere Unterrichtsversorgung nicht umsetzen“.

Fazit: Die sind keinen Deut besser als andere.

20.12.2011

Nachtrag 18.5.2012: Schulen als "Sparschweine" der baden-württembergischen Landesregierung, derart drastische Formulierungen muss man sich gerade bei einer grün-roten Regierung auf der Zunge zergehen lassen.

Offensichtlich benutzt Grün-Rot einen demografischen Faktor als Feigenblatt, um die Zahl der Lehrerstellen an beruflichen Schulen faktisch zurückzufahren. Lehrer und Eltern gehen bereits auf die Barrikaden, landesweit finden Meetings statt, um den Widerstand zu koordinieren.

Ich habe wie erwähnt die Sirenenklänge noch im Ohr, Kinder und Jugendliche sind unsere Zukunft, ihre Ausbildung grün-rote Herzensangelegenheit. Was für eine Bruchlandung!

Aber irgendwie müssen die zusätzlichen Stellen im Verkehrsministerium des Herrn Hermann ja gegenfinanziert werden. Hoffentlich bleibt diese Regierung eine Episode in der baden-württembergischen Landesgeschichte.



"Ein ausgeglichener Haushalt ohne neue Schulden ist 2012 rechtlich geboten, und er ist auch möglich", zitiert die Stuttgarter Zeitung am 28.7.2011 den Vizepräsidenten des Landesrechnungshofs, Günter Kunz.

Die Landeshaushaltsordnung gebe eigentlich vor, 2012 dürften keine neuen Schulden mehr gemacht werden. Die Steuerschätzung für 2011 hätte Mehreinnahmen von etwa einer Milliarde Euro ergeben.

Nun hat MP Kretschmann aber erklärt, die Netto-nullverschuldung sei erst im Jahre 2020 möglich, was allerdings gegen das im Grundgesetz verankerte Verschuldungsverbot verstieße, das unter Mitwirkung von Kretschmann zustande kam.

Grund für die Neuverschuldung ist auch die überbordende Personalpolitik der neuen Regierung.

180 neue Stellen in den Ministerien und 125 neue Stellen in der Landesverwaltung wurden geschaffen, qua Verbeamtung sicher ein Ewigkeitsproblem.

Hier hat sich besonders Verkehrsminister Hermann hervorgetan, der 59 neue Stellen und eine politische Staatssekretärin - Gisela Splett - reklamierte.

Unter Frau Gönner, die dem vereinigten Umwelt- und Verkehrsministerium vorstand, kam man ohne Staatssekretär aus, aber die Sherpas wollen ja auch versorgt werden.

Versorgungsmentalitäten gibt es in jeder Fraktion, es deucht mir nur peinlich, wenn der Personalbereich aufgebläht wird auf Kosten der Steuerzahler von Leuten, die für sich immer reklamieren, sie seien die besseren Politiker für ihre Bürger.
31.7.2011

Nachtrag 15.9.2011: Nach massiven Protesten will der Finanzminister nun doch schon die Nullneuverschuldung in 2011. Weiter so, Herr Schmid. Mir ist einer lieber, der dazulernt, anstatt an der wahren Lehre festzuhalten, egal was oder wen sie kostet.


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