Wie durchsickerte will die Bahn den Stresstest für das Projekt S 21 bestanden haben.

Am 14.7.2011 sind wir schlauer, denn dann haben die Profis von SMA das Sagen.

Wir erinnern uns – der Stresstest sollte u. a. zeigen, ob der neue Bahnhof 30% mehr Kapazität bietet als der bisherige Kopfbahnhof. Laut Bahn ist das der Fall, in der Spitzenstunde könnten 49 Züge abgefertigt werden gegenüber 37 beim Kopfbahnhof. So weit, so gut.

Verkehrsminister Hermann befürchtet nun offensichtlich, dass SMA nicht das von ihm und den Parkschützern gewünschte Ergebnis liefert und mahnt daher an, der Stresstest sei erst bestanden, „wenn die Züge in guter Qualität fahren“. Es müsse vernünftige Betriebsabläufe und Fahrpläne geben, auch müssten die Übergangszeiten klappen.

Nun dachte ich immer, genau diese Prüfung sei Grund und Ziel des Stresstests. Ich will mich auch nicht darüber auslassen, ob wir es schon beim Kopfbahnhof mit Zügen „in guter Qualität“ zu tun hatten, der lädierte Ruf der Bahn lieferte hier ja durchaus Gesprächsstoff.

Hermann will aber m. E. hier nur vorbauen, denn „Züge in guter Qualität“ sind etwas, das alles und nichts sagt und der Interpretation Tür und Tor öffnet. Man stelle sich nur mal vor, die Bahn hätte da eine belastbare Planung zusammengedengelt und der grüne Hermann müsste das akzeptieren. Klar geht das auf keinen Fall, die Mosermunition wird ersichtlich schon mal gehortet.

27.6.2011




Demokratie ist, wenn wir es sagen.
"Unsere Prüfung der Simulationsergebnisse hat gezeigt, dass die geforderten 49 Ankünfte im Hauptbahnhof Stuttgart in der am meisten belasteten Stunde und mit dem der Simulation unterstellten Fahrplan mit wirtschaftlich optimaler Betriebsqualität abgewickelt werden können ... Die vom Schlichter geforderten anerkannten Standards des Eisenbahnwesens sind eingehalten".


Sagt das SMA-Gutachten, das Ende Juli vorgestellt worden war.

Geißler hatte gefordert, dass der neue Bahnhof 30% leistungsfähiger sein muss als der alte. Diese Hürde hat S 21 genommen.
Egal.

Auf Minister Hermann und sein Hintertürchen, er erwarte "Züge, die in guter Qualität fahren" hatte ich ja schon hingewiesen.

Obwohl man sich ja auf das Prozedere geeinigt hatte, ging das grüne Gestänkere in dem Augenblick los, als die Ergebnisse des SMA-Tests bekannt wurden, allen voran natürlich Boris Palmer, ein intelligenter Kopf, der demokratische Spielregeln aber so definiert, wie es jeweils passt.


Trotz des Votums sei S 21 "durchgefallen", weshalb man sich fragt, wieso man die Kohle für den Stresstest überhaupt ausgegeben und sich vorher wochenlang die Birne eingeschlagen hat, wenn doch das Ergebnis für Palmer und Kohorten vorher schon feststand.


Palmer schreckte nachher auch nicht davor zurück, den SMA-Gutachtern Parteilichkeit vorzuwerfen, denn "Die Firma SMA bewirbt sich gerade um ein anderes Projekt der Bahn, und sie möchte auch diesen Auftrag gerne bekommen".

Müßig zu erwähnen, dass der Vorwurf der Parteilichkeit nie begründet oder gar bewiesen wurde.


Dazu passt auch, dass die Sprecher des Aktionsbündnisses gegen Stuttgart 21, Hannes Rockenbauch und Brigitte Dahlbender, noch vor dem Termin zur Vorstellung des SMA-Gutachtens erklärten, sie boykottierten diese Vorstellung, denn es war offensichtlich durchgesickert, dass SMA grünes Licht gegeben hatte.


Und weil´s so schön war, haute man auch gleich noch auf Schlichter Geißler ein, der nur lapidar meinte, er sei nicht der Psychotherapeut der Gegner, allerdings den Nervenkrieg gleich selbst anheizte, als er einen "Kompromissvorschlag" in der Diskussion über das SMA-Gutachten einbrachte und das nach Jahren der Planung, des Streits und des Verpulverns millionenschwerer Beträge.


Und aktuell verkündet Herr Rockenbauch, auch wenn das Quorum im Zusammenhang mit der Volksabstimmung über einen Ausstieg aus der Finanzierung nicht erreicht werde, erwarte er einen Ausstieg der grün-roten Regierung aus dem Projekt dann, wenn die Ja-Stimmen eine relative Mehrheit hätten.


Parlamentsbeschlüsse, Planfeststellungsverfahren, Baugenehmigungen, Verträge, Schlichtungsverfahren, Stresstests, Verfassung - scheiß´ was drauf.

Demokratie ist, wenn wir es sagen.





Nun ist er weg, endlich, mag man sich bei Schmid, Untersteller & Co. gesagt haben.
EnBW-Chef Hans-Peter Villis hat jetzt mitgeteilt, er stehe nach Auslaufen seines Vertrages im Herbst 2012 nicht mehr zur Verfügung.
Villis, einst eherner Vertreter der Atomkraft, hatte auf den Machtwechsel in Stuttgart reagiert und monatelang um Mittel für einen Ausbau erneuerbarer Energien und damit den von der Politik ja gewünschten Konzernumbau gebettelt.
Von Herrn Schmiedel wurde das als "Sprechblasen" bezeichnet, Herr Minister Untersteller sprach von nicht schlüssigen Strategien in diesem Zusammenhang, obwohl Villis mehrfach vorgestellt hatte, wie er sich den Konzernumbau vorstellt - noch mehr Windprojekte in Nord- und Ostsee, Investitionen in intelligente Netze und Energiespeicher.
Die Zusage eines der Gesellschafter, des Kommunalverbandes OEW über 400 Millionen hatte er, allein das Land sträubte sich.
Jetzt hat Villis das Handtuch geworfen und oh Wunder, zwei Tage nach der angekündigten Demission sind auch die 400 Millionen bucks vom Land zugesagt, denn die Strategie habe jetzt eine "tragfähige Grundlage".

Diese tragfähige Grundlage besteht ganz offensichtlich darin, dass Villis geht.
Worum es offensichtlich nicht geht oder nie ging ist der Umbau inklusive eines korrekten Umgangs mit einem, der seinen Kurs radikal geändert hat und der unbestreitbaren Krise der EnBW trotzen wollte, aber gerade im Land der grünen Gutmenschen hat man ein Gedächtnis wie ein Elefant und gefallene Engel haben bis ins siebte Glied keine Chance auf Rehabilitation. Von denen höre ich mir nichts Salbungsvolles mehr an.

20.12.2011

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