Eigentlich ist es zum Piepen, es zeigt aber nolens volens das ganze güldene Selbstverständnis unserer geliebten Kanzlerin – die NSA hat u. a. abgehört, wie Frau Merkel mit Herrn Prof. Sauer besprochen hat, was es zum Abendbrot gibt. Mei, was ein Aufschrei, seit Tagen steht die Meldung auf Nr. 1 jeder Nachrichtensendung. 

Die Wochen zuvor ging es nur darum, dass das Stimmvieh abgehört worden ist, aber da musste man Mäßigung und das gute Verhältnis zu „unseren amerikanischen Freunden“ beschwören, nicht weiter schlimm, sprechen wir mit Barack bei Gelegenheit mal drüber. Und heuer muss sich der US-Botschafter von der lame duck vom Werder´schen Markt anpampen lassen. 

Tja, so ist das, all animals are equal, but some animals are more equal than others.

29.10.2013



Geht einem nicht das Herz auf, wenn man die Damen von der Leyen und Nahles oppositionsbefreit zusammen giggeln und tuscheln sieht wie minderjährige Pennäler? Sollten die nicht wenigstens vor der Kamera so tun als seien sie sich spinnefeind, Bürgertochter hie, Rosa Luxemburgs Enkelin da?

Gemach, ich sage nur wunderbare Vorweihnachtszeit, denn wie heißt es so schön – Geben ist seliger denn Nehmen und vom Geben ist in diesen Tagen in Berlin sehr viel die Rede, weniger vom Nehmen und überhaupt nix vom Sparen, aber so ist das vor dem Fest der Liebe.

Es ist für alle was dabei – ein Töpfchen lauwarme bayrische Mauttaschen hier, sperrige Bildungsteilhabepakete mit bunten Schleifen da, Doppel-Passionsfrüchte im Schlafrock und goldgelbe Rettungs-Gipferl, auch wenn sie eher nach Pleite als nach Vanille riechen und dem Steuerdukatenesel gewöhnlich schwer im Magen liegen.

Dazu Choräle mit dem unvergleichlichen „Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum, mach´ mal dem Windrad Raum, zum Bezahlen braucht man zwar Scheinchenberge, das machen aber uns´re Steuerzwerge, hurra und horrido“.

Über allen Wipfeln wabert zwar der bekannt unangie-nehme Verbalnebel, versperrt aber erfreulicherweise den Blick auf Knecht Wolfgang, der schon an seiner Rute schnitzt.

Der Bundestag-St. Martin heißt jetzt Anton und ist beruflich Hofreiter, darf aber – ätsch - keine Geschenke packen und sein parlamentarisches Schwert ist auch ganz kurz, so dass man zwar Sprechblasen, aber keine Mäntel damit teilen kann, na ja. 

12.11.2013


Seit Wochen laufen die Koalitionsgespräche, man sieht die siamesischen Zwillinge von der Nahles quaken, der eklige Ralf Stegner ist unverständlicherweise in den Medien omnipräsent, Horst Seehofer will dieses, jenes nicht und Sigmar Gabriel legt die Stirn in Falten, soweit das bei seinem Körpergewicht möglich ist, wenn er an die Mitgliederbefragung denkt. Sogar Joachim Poß darf mal was sagen.

Ja, die Mitgliederbefragung der SPD. Man schielt mittlerweile derart darauf, was die böse SPD-Basis eventuell schluckt und was nicht,  dass man völlig aus den Augen verliert, wer hier mit wem wedelt, nämlich ganz offen der Schwanz mit dem Hund. 
Die CDU lässt kaum erkennen, wo ihre rote Linie verläuft, dass sie zur Not bereit ist, das alles platzen zu lassen. 

Und Merkel? Von Merkel ist mal wieder weit und breit nichts zu sehen, es zofft und knallt in Ausschüssen, nur die Chefin wartet in ihrer Betonwaschmaschine darauf, dass die Luft rein ist und man endlich verlässlich weiß, woher der Populismuswind weht. Traurige Gestalt das.

Das Handelsblatt meint übrigens Götterdämmerung zu erkennen, weil Merkel bei so ziemlich allem eingeknickt ist, wenn man denn überhaupt was von ihr gehört hat.
Ich halte das für reine Traumtänzerei, diese Teflonlady ist schon zu oft beworfen worden und nichts blieb kleben, nichts konnte ihr etwas anhaben.
20.11.2013



Wie lange meint man dieses Kartenhaus "Koalitions-vereinbarung", das in Grundzügen erkennbar wird, aufrechterhalten zu können?

Die SPD-Basis hat sich noch nicht geäußert, aber allen Ortes ist bei schwarzen und roten Hinterbänklern nur die Rede davon, dem politischen Gegner und künftigen Koalitions-partner bloß nicht zu weit entgegenzukommen, während die Herren Spahn und Nouripour bereits offen für schwarz-grün üben und bei den Roten erklärt wird, die Absage an rot-rot im Bund sei ab sofort passé. Na ja, nicht sofort, aber ab der nächsten Bundestagswahl.

Was in aller Welt ist das denn für eine beschissene Regie? Und wer hier Regie führt wissen wir ja.



Wie lange werden die, die jetzt auf Steuerzahlers Kosten wochenlang Wünsch-dir-was für ihren Etat gespielt haben, ruhig halten, wann werden die detektierten "Missstände" und "sozialen Schieflagen" so unerträglich, dass man Steuern natürlich und folgerichtig erhöhen MUSS?

Die jetzt erst einmal ruhig Gestellten werden nämlich nicht ewig die Klappe halten und dann erfolgreich die Öffnung der Schleusentore verlangen, wobei die Beseitigung immer neuer "Missstände" und "sozialer Schieflagen" die Belastung für kommende und immer kleiner werdende Generationen exponentiell steigert, zumal ja nicht Schulden zurückgeführt, sondern nur reduziert neu aufgenommen werden.

Aber zurück nach 2013: Und dann soll das seit Wochen Bekasperte und mit Wollfäden Zusammengeschnürte vier Jahre halten?


Von Frau Merkel wie üblich nichts zu hören und zu sehen, das ursprünglich Versprochene ist kaum noch zu erkennen, als nächstes gibt es wahrscheinlich die doppelte Staatsangehörigkeit für Nicht-EU-Bürger und damit die weitere Räumung konservativer Bastionen.

"Nichts zu sehen und zu hören" ist bei Licht betrachtet auch nicht ganz richtig, denn Volksbefragungen im Bund hat sie eine klare Absage erteilt. Und das bei einer Zustimmungsrate für derartige Befragungen bei den Unionswählern von 83%!

Hoppla, könnte man meinen, sie kriecht doch sonst auch in jede Richtung, in die der Populismusflatus weht, aber Obacht - hier geht es um Macht und da kennt diese Frau keine Verwandten und vor allem keine zwei Meinungen.

Volksbefragungen stellen die Ab- und Übergabe von Macht an den so oft beschworenen Souverän dar und das ist etwas, was man keinesfalls dulden oder tun darf, weil man vorher nicht weiß, was hinten bei raus kommt, um mal ihren Ziehvater zu zitieren. Schon gar nicht, wenn es beispielsweise um so funkelnde Juwelen wie den Euro geht.

Nein, nein, Frau Merkel hat ja schon laut youtube gesagt, das mit den Abstimmungen sei schön und gut auf Kommunal- ebene und in einigen Ländern gebe es so etwas ja auch, damit sei es aber gut, sonst bringen die Kinder alles in Unordnung.


Hoffnung macht, dass das Denkmal Merkel allmählich zu bröckeln beginnt, abzulesen daran, dass die Unzufriedenheit im Volk über das Gewürge bei den Koalitionsverhandlungen zunimmt und man Neuwahlen allmählich für eine echte Option hält.

Und das fällt auch einer Kanzlerin vor die Füße, die alles das verkauft, was einmal bürgerliches Politikverständnis ausmachte, ein Verständnis, das selbstbewusst ist, sich nicht an die Beliebigkeit und den Zeitgeist prostituiert, Werte und ein Leitbild bietet, Familie nicht nur als kalkulatorische Größe für Produktionsabläufe begreift, das Tradierte nicht für gestrig und damit a priori für schlecht hält, sondern wertschätzt und fortentwickelt, soweit Fortentwicklung Not tut.

Vielleicht kann man sich dieses Land von saturierten und Partikularinteressen und nicht mehr dem Gemeinwohl verpflichteten Parteien nebst einer unfähigen Kanzlerin doch noch zurückholen.

23.11.2013




Wie man einer unfähigen Kanzlerin und ihrem designierten koalitionären Organisationszombie namens Schweswig mal eben gehörig den Kümmel reibt. Danke, Frau Röhl!

Niemand hat etwas gegen Doppelverdienerehe, Kitas und so, aber umgekehrt hat man auch jede persönliche Wahl zu respektieren. 

Die hessische Landtagsabgeordnete Bettina Wiesmann (CDU) sagte dieser Tage, Eltern verzichteten für Kinder auf Vieles, oft lebenslang. Dafür reklamierten sie, auf ihr Kind und seine Lebenschancen Einfluss zu nehmen.

Wer das als "Heimchen am Herd" oder auf andere Weise diskreditiert, zeigt nur, wes´ Arschlochgeistes er ist.  
23.11.2013


Was geht mich mein saudummes Geschwätz von vor genau anderthalb Wochen an? 
Frau Merkel lobotomisierte wie gewohnt die Öffentlichkeit verbal mit der Zusicherung, an der Rente mit 67 werde nicht gerüttelt, denn "alles andere wäre gegenüber der jungen Generation nicht zu vertreten", so der O-Ton.

Anderthalb Wochen später ist die Rente mit 63 da und auch die Mütterrente, beides nach Expertenmeinungen so was von sinnlos. Gerade die Rente für langjährig Beschäftigte ab 63 - Arbeitslosigkeit und Erziehungszeiten zählen unbefristet mit! - werde das kaputt machen, was man in Sachen "ältere Mitarbeiter in Arbeit halten" in den letzten Jahren aufgebaut hat.

Das ist typisch Merkel, vor allem die bewusste Beugung der Wahrheit, denn glaubt einer, dass sie vor eineinhalb Wochen nicht wusste, was dann kommt? Und wenn sie es nicht wusste, dann hoffe ich, dass die "junge Generation" weiß, was sie von der Fürsorge solcher Figuren für ihr Wohlergehen zu halten hat.   
2.12.2013




Hermann Gröhe schwenkt ohne Mutti Merkels Erlaubnis keine schwarz-rot-goldene Flägglein und geht ganz generell wahrscheinlich ohne Erlaubnis auch nicht auf´s Klo, weshalb die Aussage aus diesem Interview mit dem Focus, gepostet auf der eigenen Homepage der CDU auch direkt von der dunklen Seite der Macht stammt. 
Auf die Frage, dass die SPD ja ganz wesentliche Punkte durchsetzen konnte, meine HG: 
"Stopp, unsere Leitplanken haben wir durchgesetzt! Keine Steuererhöhungen, keine neuen Schulden, solide Finanzen, keine Eurobonds". 
Das hab´ ich gehört, Hermann, oder besser - Frau Merkel.
3.12.2013

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