Neue Maßstäbe in Sachen Dekadenz und "wir vernichten unser´ Tante Emma ihr klein´ Lädchen" setzt zur Zeit die Firma Bünting E-Commerce GmbH & Co. KG aus Oldenburg. Oder deren Kunden setzen neue Maßstäbe, wahrscheinlich tun es beide.

Über die Seite myTime.de kann man nämlich alles von Chappi über Klopapier bis hin zum Kalbssteak ordern, der Brummi liefert umgehend an die Haustür, ab 25,00 Euro Bestellwert sogar versandkostenfrei.

 

Und das in Zeiten, in denen der Club of Rome ein Umdenken in Sachen Konsum fordert zur Erhaltung der Schöpfung.

 

Ich habe mich an anderer Stelle bereits über mich selbst mokiert, als ich - der Herr oder wer auch immer möge mir verzeihen - in einem Augenblick der Schwäche den Über-Nacht-Lieferservice der Fa. Amazon in Anspruch genommen habe.

Wer aber wirklich ein Herz hat für Bio, Umwelt und Rettet die Tante-Emma-Läden, im Zweifel einzige Anlaufstelle für die Senioren im Ort, der verzichtet auf diesen komplett überflüssigen Online-Müll.

8.5.2012



Der Hut der Woche an … Norbert Röttgen

                                  

                                  

Da der Wähler in NRW jetzt darüber abstimmen muss, ob er auch künftig Politik in der sog. Kraft-Löhrmann´schen Fiskal-Variante haben will, wäre es an sich obligatorisch (gewesen), dass ein Herausforderer zunächst erklärte, er werde auch im Falle einer Wahlniederlage im Lande bleiben.

Jeder wüsste natürlich, dass die Ankündigung eine Lüge darstellte, die all überall wabernden Sachzwänge würden das schon rechtfertigen, business as usual eben, geschenkt.

Man hätte aber auch erwartet, dass Herr R. den politischen Gravitationsgesetzen genügt, als es sich bei der anstehenden Wahl um eine Landtagswahl und nicht um mehr handelt.

Stattdessen versucht Herr R., mit einer Luftpumpe für Pygmäen einen LKW-Reifen aufzupumpen, peinlich. Das wird abgestraft werden, so hat er gegen Hannelore Mutter Beimer-Kraft keine Chance.

Herr R. hat also erkennbar nichts gelernt und setzt auch als „Der Kandidat“ seine politische und sachliche Irrlichterei fort, die er als Bundesumweltminister begonnen hat, ich erinnere mich beispielsweise noch gut an die Kommuniqués aus Cancun und heißluftige Plädoyers für die extrem giftige Energiesparlampe als Ersatz für den fünften Reiter der Apokalypse – die Glühbirne. 

PS: Für den Unwissenden: Bei der Kraft-Löhrmann´schen Fiskal-Variante wird der Landeshaushalt nicht von der Regierung, sondern von sieben Damen und Herren in roter Robe in Münster entwickelt. 

12.5.2012



Es geht los wie erwartet. Die Grass-Entourage nimmt die Sarrazin-Verteidigung für sich in Anspruch, obwohl die doch damals nur „Rückendeckung von der rassistischen Stammtisch-fraktion“ sein sollte. Nun ja, in der Not frisst der Teufel eben auch Fliegen. Oder Zwiebeln.  

Diese Strategie ist grundsätzlich sicher legitim, allerdings erweist sich, dass Zwiebeln mit Blechtrommeln verglichen werden. 

Ich halte Grass´ „Gedicht“ für gequirlte Scheiße, weil komplexe und komplizierte Entwicklungen und Sachverhalte auf ein primitives und einseitiges Ursache-Wirkung-Szenario verkürzt werden.

Diese Feststellungen sind MEIN gutes Recht, so wie es SEIN gutes Recht ist, dieses abseitige Wort- geklingel zu veröffentlichen und zu vertreten.

So ähnlich wird das auch in Israel gehandhabt, im Iran könnte man sich an dieser Stelle voraussichtlich lediglich noch Typ und Farbe des Krans aussuchen, an dem man am Hals hochgezogen wird. Aber das nur am Rande.

Ich weiß auch nicht, ob man Grass Antisemiten heißen muss, denn man wertet unter Umständen das Wortgestammel von Leuten auf, denen man intellektuell und politisch gesehen besser keine spitzen Gegenstände in die Hand gibt. Grass hat das in der Vergangenheit schon mehrfach bewiesen.

Der eingangs erwähnte Unterschied liegt aber darin, dass derjenige, der Sarrazins Buch auch tatsächlich gelesen hat, feststellt, dass den Autor in Wirklichkeit Empathie und die Sorge um die Zukunft eines Landes wohlgemerkt unter Einschluss von Migranten umtrieb, auf keinen Fall aber unberechtigte Herabsetzung oder Ausgrenzung bestimmter Bevölkerungsteile. Wer mal genau beobachtet hat wird auch feststellen, dass die Kritik an seinem Buch praktisch nie konkret daherkam, sondern zu 99% im Gewande des sog. Stammtischniveaus, das man dem Autor unterstellte.

Ich habe jedenfalls nicht feststellen können, dass Sarrazin nachweislich die Unwahrheit gesagt hat und by the way „Moral“ ist für mich KEIN Argument.

Aber so ist das mit „Skandalen“ – die Skandalisierung ist an allem interessiert, nur nicht an Aufklärung und Wahrheit, sie appelliert vielmehr an niedrige Instinkte, Emotionen und hohe Auflagen.

Fazit: Hüben wie drüben ist Zuspitzung erlaubt, in westlichen Staaten ist so was nämlich durch die verfassungsrechtlich verbriefte Meinungsfreiheit geschützt. Bei Sarrazin haben wir „Kritik“ in Form der reinen und substanzlosen Skandalisierung erlebt, Grass´ Pamphlet  wurde von Henryk M. Broder dagegen korrekt, wenn auch in bekannt sarkastischer Form zutreffend seziert, die primitive Monokausalität vor dem Hintergrund der Grass´schen Genese erläutert und demaskiert.

Zwiebeln und Blechtrommeln eben. 

5.4.2012




Ich habe noch nie verstanden, wie man die Grünen für eine offene und fortschrittliche Partei, gar die "besseren" Konservativen halten konnte.

Joschka Fischer & Friends haben die grünen Gummistifel- und Latzhosenbewegung seinerzeit gekapert, um wie auch immer an die Schalthebel der Macht zu gelangen, koste es was es wolle. Deshalb haben sie auch so ziemlich jeden Glaubenssatz geopfert, bis sie von der Merkel-Welle und der Gerda-Dämmerung in die Opposition gespült wurden.
Man kann dieses Umfallen auch politische Vernunft oder Pragmatismus nennen, von mir aus, das hält jeder wie er will.

Ich finde aber, dass Ulf Poschardt in diesem Artikel die richtigen Töne trifft, jedenfalls soweit es die Grünen betrifft. Ob man mit ihm einer Meinung sein muss, dass der Kanzlerinwahlverein CDU moderner und fortschrittlicher daher kommt, ist - nun ja - echte Geschmackssache, bei den Grünen haut er den Lukas aber auf rekordverdächtige Höhen.  Das Schlimme ist ja, dass die von ihnen initiierte Bevormundung und Umerziehung der als unberechenbar angesehenen Bevölkerung mittlerweile common sense auch in den übrigen sog. Volxparteien geworden ist.
21.11.2012

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