Bernal Diaz del Castillo – Die Eroberung von Mexiko

Dieses Buch ist schlagender Beweis dafür, dass die Geschichte selbst die besten Geschichten schreibt.

Castillo ist ein Zeitgenosse Hernan Cortes´ und hatte bereits die beiden Mexiko-Expeditionen von de Grijalva und Cordoba begleitet, ehe er bei Cortes anheuerte und an der Vernichtung der Azteken teilnahm.

Von dieser Expedition berichtet Castillo in seinem Buch, das angesichts seiner Alters verblüffend flott, anschaulich und vergleichsweise fair geschrieben daherkommt, was sicher auch Verdienst der Übersetzung ist. 

Ich war wirklich überrascht, wie schnell mich der Bericht wirklich gefesselt hat, ich hatte da nach etwa 500 Jahren mit mehr sprachlichem Mottenfraß und überbrordender Ornamentik gerechnet.

Castillo hebt zwar seinen Generalkapitän Cortes in den Himmel, spart aber auch nicht mit Kritik am spanischen Expeditionskorps selbst und der Verwaltung auf Kuba, die teils wankelmütig, teils unfähig unverständliche Entscheidungen getroffen haben soll.

Man erfährt natürlich  viel über Montezuma („Moteczuma“) und seine Azteken, die dort nur „Mexikaner“ genannt werden, aber auch über die dortigen Machtverhältnisse, Intrigen und Charaden.

Wer sich etwas für das Thema interessiert und einen sicher leicht einseitigen, gleichzeitig aber erkennbar auf größtmögliche Unvoreingenommenheit aus- gerichteten Augenzeugenbericht zur Vertiefung lesen will, ist hier absolut richtig.

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