Stephen King - Die Arena

Man sagt  ja, King sei bedröhnt gewesen, als er seine Kassen-schlager schrieb und heute sei das nicht mehr der Fall. Für ihn persönlich sicher eine positive Entwicklung, sein Werk leidet aber etwas darunter.

Vielleicht arbeitet "der Meister" aber auch seine Dämonen im vorliegenden Werk dadurch ab, dass er den unbestrittenen Monsterschurken jahrelang ein Meth-Labor unterhalten lässt, das seltsamer Weise niemandem aufgefallen ist, zumal die teils kreuzdämlichen Mitwisser samt und sonders dichtgehalten haben und das Labor diesen Schurken zum Multimillionär gemacht hat. Aber der Reihe nach.

"Die Arena" ist auch bekannt als "Under the dome" und wurde bereits in einer Miniserie filmisch verwurstet. Über eine Kleinstadt senkt sich eine unheimliche, unsichtbare Kuppel, die sich weder abfackeln noch sonstwie überwinden lässt, auch nicht unterirdisch. Ihre Herkunft ist unklar. Die Stadtbewohner sind gefangen  und nun passiert das, was passiert, wenn man einen Rattenmikrokosmos schafft. 

Die rücksichtslosesten und machthungrigsten Ratten setzen sich durch und schaffen es, mit einer ebenso kleinen wie militanten Streitmacht die große Herde in Schach zu halten und zu lenken wie es ihnen beliebt. Gegenpart wie so oft der Ex-Soldat - hier in Gestalt des vagabundierenden und nur durch Zufall vor Ort befindlichen "Barbie" -, der zur Speerspitze des Widerstandes gegen den mörderischen Westentaschentyrannen James Rennie wird. 

Die Guten sind allesamt patent und ja, eben gut, dann gibt es einige Grauzonenbewohner, die sich dann aber für eine Seite entscheiden (müssen) und auf der anderen Seite lauern abgrundtief böse und gewissenlose, teils psychopathische Schurken, denen das Handwerk gelegt werden muss.

Das plätschert in Schmökerform so ganz nett vor sich hin und es gelingt auch, den Leser auf das erwartete Finale furioso vorzubereiten. Dieses Finale wirkt aber so als sei King nichts mehr eingefallen. 

Es gibt eine gigantische Explosion mit anschließender Feuersbrunst, die unter anderem den im Atombunker sitzenden Erzschurken Rennie hinwegrafft, wobei dann auch noch die Geister der durch seine Schuld Verblichenen nach ihm greifen, schuhu.

Das Feuer zwingt aber auch das Fähnlein der wenigen Aufrechten, Luft aus Autoreifen einzusaugen, ein Kniff, der ihnen vom immer wieder gerne besetzten Dorfsäufer mit dem goldenen Herzen überhaupt erst gezeigt wird.

Am Schluss sind die Bösen tot oder sonstwie ausgeschaltet und es gelingt, die ledergesichtigen Aliens, die - man ahnt es - hinter der Kuppel stecken, so zu bequatschen, dass sie die berühmte Fliege machen unter Mitnahme ihrer nun allerdings gebrauchten, aber durchaus noch verkehrsfähigen  Kuppel. 

Ich fand es anfangs durchaus schmökerisch, mag ich gerne mal, aber je länger es ging, um so mehr zog es sich wie ein Kaugummi und am Ende ging alles viel zu schnell. 

Kein wirklicher geistreicher Showdown, nichts außer viel Krabumm, Feuer und wenig Sauerstoff. Schade, eine Chance vertan. Klar erwartet man bei King keine unterhaltsame Aufarbeitung der Quantenmechanik, aber das ist zu enttäuschend.

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