Philip Kerr - Der Wintertransfer

Junge, was für eine Enttäuschung. Ich hatte gedacht, bei der Geburt eines neuen Literaturgenres zugegen sein zu dürfen. In etwa wie bei Le Carré, banaler halt. Fußball und Thriller, das schien mir eine neue Richtung zu sein, die Männer interessiert, ohne sie zu überfordern. Und dann das. Kerr wurde mir als "Bestsellerautor" verkauft und das was bei Licht betrachtet Konsalik auch.

Geschildert wird der Mord am portugiesischen Startrainer eines prominenten Londoner Fußballclubs, der einem stinkreichen russischen Oligarchen gehört. Ähnlichkeiten sind rein zufällig.

Vom Oligarchen mit Recherchen zum Tod des Trainers betraut wird der bisherige Co-Trainer, der auch Ich-Erzähler des Buches ist. Das Ganze schleppt sich in mittelmäßiger Formulierungskunst von Seite zu Seite hin, ab und an garniert mit Stories zu dem Sahneschnittchen, mit dem der natürlich megacoole und top aussehende Co-Trainer und Hobby-Detektiv liiert ist, auch wenn es Mitte des Buches zwischen den beiden aus ist, weil gegen die wahre Liebe eines Mannes - den Fußball - kein Kraut gewachsen ist.

Kerr versucht den Eindruck zu vermitteln, als kenne er sich im Business gut aus, allerdings wirkt seine Schreibe so, als hätte er 10 Jahresausgaben des "Kicker" gefleddert, um die Schwarte zu schreiben. Insiderwissen sieht meines Erachtens anders aus.

Enttäuschend.

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