Hamad Abdel-Samad - Der Untergang der islamischen Welt. Eine Prognose

Abdel-Samad - gebürtiger Ägypter - war bis zu seiner "Erweckung" selbst Islamist, was seine Prognose so interessant macht.

Er geißelt die aus mangelndem Selbstbewusstsein resultierende permanente Larmoyanz der islamischen Welt, ihre in der Religion verwurzelte verknöcherte Unbeweglichkeit und das völlige Fehlen von Reformansätzen.

Man merkt dem Buch an, dass sich hier jemand etwas von der Seele geschrieben hat, das schwer darauf gelastet haben muss.

Wilde Plädoyers für einen aufgeklärten Euro-Islam wechseln mit Rückgriffen auf die Geschichte des Propheten und seiner Anhänger.

Dann wieder wird unvermittelt ein Interview mit einem Redakteur der Jyllands Posten im genauen Wortlaut wiedergegeben und Abdel-Samad findet in diesem Zusammenhang zu Voltaire und dessen Ausspruch, er teile zwar die Auffassung seines Gegenübers nicht, werde aber sein Leben einsetzen um zu ermöglichen, dass dieser sie äußern darf.

Dieses große Rad bewegt Abdel-Samad zu recht in diesem Zusammenhang, auch weil er sich enttäuscht über die Reaktion ägyptischer Blattmacher zeigt, denen er die Veröffentlichung vor Ort vorschlägt. 

Ich finde, ein wichtiges Buch und zwar nicht für notorische Islamfeinde, sondern gerade für die deutsche Gesellschaft, die sich mit Tabus überraschend willfährig abfindet und bestimmte Diskussionen aus einer Art kultureller Schockstarre heraus nicht mehr führen mag und erkennen sollte, dass es eines Muslims bedurfte, um der Mehrheitsgesellschaft insoweit auf die Beine zu helfen.

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