„Die fetten Jahre sind vorbei“

Der peinlichste Film aller Zeiten. Dieses Machwerk – verkauft als „Tragikomödie“ - ist derart platt, eindimensional und öde, dass es mir die Zehennägel aufgerollt hat.

Tragik, Komödie, gar eine Melange aus beidem? Herrjeh, die Story dreier Aushilfs-Bakunins ist nur eine humor- und – Verbrechen! - geistlose "Abrechnung" mit dem Kapitalismus, dessen Vertreter Eis in der Brust (und - situationsabhängig  - der Stimme), null Argumente und angesichts des gerechten Volkszorns auch noch Schiss in der Bux haben. 

Ich stelle gerade fest, dass ich gar nicht alle pseudosozialkritischen Klischees und Plattitüden aufzählen kann, die in diesem Zelluloidschrott verwurstet wurden.

Dass dieser Scheiß preisgekrönt ist, sagt übrigens mehr über den Preis aus als über den Film.

22.7.2009



Blondiert von innen?

Wie den zahlreich auf dieser homepage hinterlegten Bildern zu entnehmen ist, liefern sich am oberen Ende des Protagonisten appe Haare und Veraschung ein Wettrennen, bei dem ich nicht genau sagen kann, wer es gewinnen wird.

Verlieren werde jedenfalls ich, so oder so.

Wie ich nun gelesen habe, ist für das Ergrauen Wasserstoffperoxid zuständig, also genau das Mittelchen, das sich manche Zeitgenossinnen auf die Birne schmieren, wohl um atavistische Hebelchen im Limbischen System Ballonseide tragender  Cro Magnons zu betätigen.

Offensichtlich ist es so, dass der Mensch im Laufe seines Lebens dieses Wasserstoffperoxid anreichert und schlussendlich so viel davon produziert (hat), dass es nicht mehr abgebaut werden kann.

Man wird also auch insoweit dauersauer, such is life, haha.

Folge ist jedenfalls, dass im Bereich der Haare kein Melanin mehr gebildet werden kann und man sieht dann irgendwann aus wie ich. Mein Gott, sind das Aussichten!

4.3.2009



Siebentagewoche

Ich habe mich des Öfteren gefragt, wieso zum Geier eigentlich überall auf der Welt eine Woche sieben Tage hat. Wieso nicht drei, was beispielsweise meinem angeborenen Phlegma wegen der sprunghaft steigenden Zahl an Wochenenden eher zu Pass käme?

Und wieso schlepp(t)en sich etwa Malaien oder ein Turkmenen, denen das Buch Genesis mit seinem "Und am 7. Tag ruhte er aus" relativ wenig sagen dürfte, ebenfalls montags zur Arbeit?


Also das allwissende Internet befragt, wo ich zuerst in einem Blog bei Yahoo Deutschland! Clever folgende, nach längerer Überlegung als wohl nicht hinreichend zielführend einzustufende Information erhielt:


Vielleicht haben die Sieben Zwerge etwas damit zu tun:
Sie haben sich ein Nilpferd, einen Laserdrucker und ein Stück Schokolade geschnappt und sind nach Sidney geflogen. Da haben sie dann den blauen Schreibtisch getroffen der den Zwergen geraten hat die Woche in eine bestimmte Anzahl von Tagen zu unterteilen. Als die Zwerge fragten, in wieviele, sagte der Schreibtisch sie sollen zur Birke gehen und bis 324 zählen. Hat das jeder Zwerg gemacht, soll Wolfgang Petry kommen und ihnen die Anzahl sagen. So wurden es eben 7 Tage.

 Eine Rückfrage beim unvermeidlichen Wikipedia ergab dann zunächst, dass bei den Azteken die Woche zumindest nach einer Berechnungsweise nur fünf Tage hatte.

Dieser Kalender - xihuitl genannt - umfaßte 18 Monate zu je 20 Tagen ( 4 Wochen zu je 5 Tagen) plus 5 extra Tage, die unglücksvoll gewesen sein sollen. Jeder Monat hatte 4 Wochen zu je 5 Tagen. Der letzte Tag in der Woche war öffentlicher Markttag (tianquiztli) und gleichzeitig Fest- und Ruhetag. So gab es insgesamt 288 Arbeitstage und 72 tianquiztli im Jahr.

An den 5 Unglückstagen sollte man nicht arbeiten, woraus ich den Schluss ziehe, dass die Azteken – als erste – so etwas wie Gewerkschaften kannten.

Dies ergab nun insgesamt 365 Tage.

Es gab noch einen zweiten, heiligen und auf den ersten Blick arbeitnehmerfreundlicheren Kalender mit nur 260 Tagen, den sogenannten tonalpohualli, der zu Weissagungen benutzt wurde.

Die 260 Tage waren in 20 Wochen zu je 13 Tagen (!) aufgeteilt. Jeder Tag war einem Gott (bzw. einer Göttin) zugeordnet. Das Schicksal der Menschen hing davon ab, ob ihrem Geburtstag gute oder schlechte Eigenschaften zugeschrieben wurde. So war beispielsweise "Sieben Regen" ein günstiger Tag, "Zwei Kaninchen" dagegen ein schlechter Tag.

 Warum Karnickel etwas schlechtes waren, ist nicht beleuchtet, vielleicht hatte man etwas gegen Großfamilien.

Bei dem Ganzen hat wahrscheinlich am Schluss keiner mehr durchgeblickt, was vielleicht auch ihren Untergang erklärt, denn es kamen sicher nicht alle an einem gemeinsamen Tag zur Schlacht. Im Übrigen graute mir vor einer 13-Tage-Woche.


Im Römischen Reich (warum einfach, wenn´s auch kompliziert geht?) gab es bis weit in die Kaiserzeit keine Woche, jedoch Kalenden, Nonen, Iden und Terminalien, die die jeweiligen Mondviertel bezeichneten (Kalenden: Neumond, Iden: Vollmond, Nonen und Terminalien: zunehmender bzw. abnehmender Halbmond).

 Die Römer orientierten sich am Mondlauf und bei den erwähnten Nonen etc. handelte es sich um Feiertage, die jeder Monat des römischen Kalenders hatte.

Bis auf März, Mai, Juli und Oktober fielen die Nonen auf den jeweiligen 5. des Monats, in den erwähnten Monaten auf den 7. Tag.

Wer nun von der Bezeichnung „Nonen“ (nonus = der Neunte) messerscharf darauf geschlossen hätte, dass es sich um den neunten Tag des betreffenden Monats gehandelt hat, sieht sich getäuscht.

Die Nonen waren der neunte Tag vor den Iden (jeweils der 13. oder 15. Tag eines Monats).

Manchmal fragt man sich, wieso es die Römer so weit bringen konnten.

Im Jahr 321 n. Chr. hatten sie jedenfalls endgültig abgewirtschaftet und die Nonen nebst ihren hässlichen Geschwistern wurden von der christlichen Woche mit dem Sonntag als offiziellem Ruhetag abgelöst.

Die französischen Revolutionäre machten es wiederum natürlich ganz anders, sie führten die  Zehn-Tage-Woche ein, was ich darauf zurückführe, dass sie mit dem Köpfen werktags nicht mehr nachkamen.

 Es gab pro Monat drei 10-Tage-Wochen, weshalb jeder Monat also 30 Tage hatte. Am Ende des Jahres wurden 5 Extratage angehängt, also nicht entsprechend der seinerzeit vorherrschenden Gesinnung etwas abgeschnitten.

Nach 13 Jahren schaffte Napoleon die neue Zeitrechnung wieder ab und liess ab dort vornehmlich auswärts umbringen.

Die Sowjets führten in der Zeit von 1929 bis 1940 die Fünftagewoche ein, was dazu führte, dass ein Monat sechs Wochen hatte.

Dann war Krieg und in der Folge stellte man wohl um, da – so meine Vermutung - die Wehrmacht listigerweise mit der Siebentagewoche arbeitete und daher zwei Tage länger angreifen konnte.


Im international unverständlicher Weise immer noch chronisch unterrepräsentierten unterbalinesischen Hinduismus benutzt man auch heute noch rituell mehrere Wochensysteme gleichzeitig (Pakuwon). Aus der Kombination dieser Wochensysteme ergeben sich 55 (= 1+2+3+4+5+6+7+8+9+10) verschiedene Tage. In der Praxis ist vor allem wichtig die Kombination von: Triwara = Dreitagewoche, Pancawara = Fünftagewoche, Saptawara = Siebentagewoche.

 Die Dreitagewoche (Triwara) ist der in Bali übliche Zyklus von Markttagen: jeden dritten Tag ist in einem Dorf Markttag.

Alles klar?

Auf meinen Irrwegen wandte ich mich in meiner Verzweiflung an einen leider mir als jeglicher Diplomatie abhold bekannten Freund, der sich nicht lange bitten liess und mir folgende Antwort übermittelte:

Die Römer kannten bereits die 7-Tage-Woche (vorher die 8-Tage-Woche) und benannten die einzelnen Tage nach den Planeten. Der Kalender, der tatsächlich ziemlich durcheinander war, wurde schließlich von Caesar reformiert, weil die Differenz zwischen Kalender - und Sonnenjahr inzwischen 90 Tage betrug. 1582 passierte dasselbe unter Gregor XIII. Die Nonen waren keine Feiertage, sondern berechnete Haupttage im Monat (neben den calendae und den Iden), von denen aus gezählt wurde. Das Ganze hatte durchaus einen Sinn, weil es keinen bestimmten Punkt (wie heute), sondern eine Zeitspanne bezeichnete. Die 7-Tage-Woche der Juden und Christen ist sicherlich von der Vierteilung des  Mondzyklus beeinflußt und erst später religiös aufgeladen worden. Die Azteken umgingen das Datum einer ungünstigen Geburt dadurch, daß sie nach Rücksprache mit dem Priester das Kind erst am nächsten Tag baden und taufen ließen.  

Falls noch kalendarische Fragen offen sind, behalte sie bitte für dich.“

Fazit: So richtig erklären konnte mir niemand, wann und wieso man sich weltweit auf die Siebentagewoche einigte, also verbuchen wir das als Mysterium wie die Frage, warum mein Köter vom Auto aus – ohne sie riechen zu können - andere Hunde verbellt, ihm der Hund im Spiegel, den ich ihm vorhalte, aber völlig Piepenhagen ist.

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