John Dickie – Cosa Nostra

Beschrieben wird die Geschichte – natürlich – der sizilianischen Mafia nebst ihrer us-amerikanischen Ableger.

Ich habe auch dieses Buch in einem Rutsch durchgelesen. Dickie rollt die Geschichte der Mafia von Beginn an auf, entreißt ihr die Mythen, die sich gerade auch durch Puzo´s „ Der Pate“ nebst Coppola´s Verfilmungen entwickelt haben und zeigt, was diese „ehrenwerte Gesellschaft“ kennzeichnet –die brutale Jagd nach Macht und Geld mit allen Mitteln.

Es wird klar, wie sich die Cosa Nostra ab Mitte des 19. Jahrhunderts entwickeln konnte und welche Zielrichtung sie von Anfang an hatte, fern jeder folkloristischer Verklärung als angebliches Abwehrbollwerk und Schutzorganisation für die sizilianische Landbevölkerung.

Dickie macht auch deutlich, welchen persönlichen Mut Juristen wie der 1992 ermordete Ermittlungsrichter Falcone Tag für Tag aufgebracht haben und nach wie vor aufbringen.

Der Autor kann aus einem reichhaltigen Fundus schöpfen, nachdem der Mafioso und „Boss der zwei Welten“ Tommaso Buscetta ausgepackt hatte und dem (kleinen) an Aufklärung interessierten Teil der italienischen Justiz einen tiefen und unschätzbaren Einblick in die verschrobene und psychopathische Welt der Cosa Nostra gewährte.

Ich meine, das Buch muss man gelesen haben, zumal es spannend wie ein Roman geschrieben ist.

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