Sebastian Haffner - Churchill

Ein Kurzbiografie, die ich schon mehrmals gelesen habe. Über Haffner muss man nichts mehr sagen, als Älterer mag man ihn oder mag ihn nicht, ich finde ihn fantastisch. Ich denke, der jüngeren Generation wird er kaum noch etwas sagen. Auch wenn man speziell in seinen bekannteren Werken über Hitler und die Entwicklung des Reichs von Bismarck bis Hitler nicht immer alle Schlussfolgerungen teilen mag, seine Analysen sind scharfsinnig und in sich schlüssig. So auch in der Darstellung des Lebens eines der größten Männer, die jemals gelebt haben.  Churchills Aufstieg über seine Husarenstücke im Burenkrieg, sein zwischenzeitlicher Fall nach der Gallipoli-Katastrophe 1915, sein Wiederaufstieg und die kargen Jahre bis zur Inthronisation als Premierminister werden extrem kenntnisreich und lebendig erzählt. Wem Haffners Sympathien gehören, ist völlig klar - das zeigt sich beispielsweise in seiner Annahme, dass die Eroberung Konstantinopels 1915 über die Dardanellen nach seiner Meinung nach hätte klappen können, zumal sie eine napoleonisch anmutende Strategie beinhaltete und eine Kettenreaktion zu Lasten des gefährlichsten Gegners - Deutschland - ausgelöst hätte. So oder so kann man sicher sein, dass die Welt eine andere wäre, hätte es diese menschliche Bulldogge, diesen geborenen Krieger nicht zu rechten Zeit am rechten Ort gegeben. Haffner liefert auch hier den perfekt passenden Schuhlöffel, um via anderer Werke tiefer ins Thema einzudringen, hier natürlich beispielsweise mit dem genialen Werk "Der zweite Weltkrieg" von Churchill selbst. "Churchill" ist m. E. ein Muss, wenn man diesen Mann und seine Mission nachvollziehen und verstehen will.

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